Antibiotika

Die Wirkung oral eingenommener Antibiotika (also Tabletten) ist normalerweise stärker als bei der lokalen Anwendung auf der Haut. Andererseits ist ihre Anwendung problematisch, was Dauer, Resistenzen und Nebenwirkungen angeht.
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Bezüglich Tetracyclinen (Minocyclin, Doxycyclin, …) wäre noch zu erwähnen , daß sie nicht bakterizid (keimtötend), sondern bakteriostatisch (vermehrungshemmend) wirken. Die ursprüngliche Population wird also nicht abgetötet, resistente Bakterien können sich vermehren, und nach dem Absetzen kann wieder eine Neubesiedelung auch mit nichtresiostenten Bakterien erfolgen.

Auf dem Forum wird vom größten Teil der Betroffenen berichtet, dass die Akne nach Absetzen von oral eingenommenen Antibiotika kurz- bis mitelfristig wieder im gewohnten Maß auftrat. Oral genommene Antibiotika können daher nur eine Überbrückungsmaßnahmen sein.

Gegen Mitesserbildung bewirken Antibiotika gar nichts, sie verhindern nur ihre Entzündung. Nichts spricht jedoch gegen eine parallele Behandlung mit einem Schälpräparat, welches auch die Mitesserbildung beeinflußt.

Empfehlenswert sind Antibiotikas meiner Meinung nach höchstens:

Bei kurzfristig auftretenden, heftigen Akneschüben. Hier kann die Gabe von Antibiotika schnell eine Verbesserung erzielen und Narbenbildung verhindern helfen.

Bei einer langen, andauernden Medikation mit oralen Antibiotika steigt die Wahrscheinlichkeit, sich diverse Pilzerkrankungen zuzuziehen. Ebenso wird auf Dauer die Darmflora durch eingenommene Antibiotika geschädigt. Nicht nur die P.Acnes – Bakterien, sondern auch andere Bakterien im Körper bilden mit der Zeit Resistenzen gegen das gegebene Antibiotika aus.

Von einer Dauermedikation mit Antibiotika ist daher dringend abzuraten!

Hier einige gängige Antibiotika-Präparate:

Minocyclin  (ein Tetrazyklin)
Aknin-Mino, Aknosan, Aknereduct, Akne-Puren, durakne, Klinomycin, Lederderm, Minakne, Minoclir, Minocyklin (Heumann, ct, Stada,  ratiopharm) Minogalen, Minoplus, Minocyn, Mino-Wolff, Skid, Udima

Doxycyclin (ein Tetrazyklin) 
Doxy, Doxakne Tabs, Vibramycin
Achromycin, Imex (Tetracyklin-Hydrochlorid). 

Erythromycin (Makrolid-Antibiotika) 
Erythrocin

Kombinationen
Cotrimoxazol: Bactrim®, Cotrim® forte 

WICHTIG: Orale Antibiotika können die Wirksamkeit der Pille beeinträchtigen! Zusätzlich zur Pille mit Kondom, Pessar, Spirale oder anderen nichthormonellen Mitteln verhüten!

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Die letzten Themen aus dem Akneforum:

6 Kommentare

  1. Julia sagt:

    Ich bin 41 und bekomme jedes Jahr Mitte-Ende Oktober Akne, also bei feuchtem milden Wetter mit wenig Sonne. (Sonst habe ich nur leichte Hautunreinheiten, die mir besser gefallen als die Falten anderer Frauen:-) ) Ich nehme dann 3-5 Wochen Minocyclin, das Hilft gegen knotige entzündete Pickel, aber natürlich kaum gegen verstopfte Poren. Sobald die Temperaturen sinken beruhigt sich meine Haut und benötigt sogar eine Feuchtigkeitscreme. Ich habe im Gesicht keine Aknenarben und dass soll auch so bleiben! Alternative wäre Umzug in ein Wüstenklima.

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  2. Never sagt:

    Ich möchte eindringlich warnen vor der Therapie mit oralen Antibiotika. Ein Hautarzt hat es mir über 2 Monate verschrieben. Die Wirkung war nicht von Dauer. Habe aber mittlerweile eine Colitis Ulcerosa. Die Antibiotika haben mein Darmmilieu zerstört und ich bin nun unheilbar erkrankt. Kann es nicht nachweisen, dass es von der Antibiotikatherapie kommt, bin mir aber ziemlich sicher, da die zeitliche Abfolge passt. Also macht es bitte nicht!!!
    PS: Meine Akne war Ursache einer Milchunverträglichkeit – aber es ist ja einfacher und erträglicher für den Arzt Antibiotika zu verschreiben…

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    • miruschka sagt:

      dürfte ich wissen an was du erkrankt bist?mir wurde auch 1 monat antibitoika verschrieben,obwohl es sich im nachhinein als absolut unnötig rausgestellt hat.seitdem habe ich dauernd darmprobleme,aber kein arzt konte irgendetwas diagnostizierend…:/

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  3. Maria Brant sagt:

    Ich bin jedesmal erschüttert über den Bericht und frage mich, fällt denn den Ärzten gar nichts anderes mehr ein als immer nur zu Antibiotika zu greifen? Ich war mal in der gleichen Situation wie viele andere die unter Akneproblem leiden und wußte es nicht besser, ich habe mir durch Antibiotika mein komplettes Immunsystem ruiniert! Sobald man das Antibiotika absetzt, kommt die Akne sowieso wieder! Da heißt, umdenken! Zeit und viel Feingefühl für die Haut mitbringen. Als aller Erstes solltes man seine Inhaltsstoffe überprüfen. Was hat man bisher benutzt? Bestimmt Produkte mit Alkohol – zerstört völlig die Hautschicht. Oder war vielleicht
    Propylenglykol enthalten – diese Substanz reizt lediglich die Haut und führt sogar zu Leberanomalien und Nierenschäden. Glycerin trocknet nur die untere Hautschicht aus, Sodium Laureth Sulfat ist z.Bsp. das krebserregendste Mittel überhaupt. Ich könnte eine ganze Liste aufzählen, wie wir durch falsches Wissen systematisch unser komplettes Hautbild zerstören.
    Empfehlen kann ich etwas, wo natürlicher Säureschutzmantel erhalten bleibt, einen Feuchtigkeitsspender auf Wasserbasis, und einen sanften Reiniger mit mildem Chlordioxyd – ist genauso unbedenklich wie Wasser – desinfiziert trotzdem die Unreinheiten und Entzündungen.
    Empfehlen dazu kann ich auch den Artikel vom stern online. Es wird beschrieben welche Therapien zu verordnen sind, die an den verschiedenen Punkten der Krankheitsentstehung eingreifen. Den vollständigen Artikel findet man unter:

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  4. Oliver sagt:

    Als Mikrobiologe meine ich, dass die Antibiotika hier viel zu schlecht wegkommen. Sinnvoll eingesetzt sind sie wertvolle Heilmittel und haben schon vielen Menschen das Leben gerettet. Wenn eine Akne wirklich schlimm ist, können sie Linderung bringen und das Immunsystem kann die Keime in reduzierter Anzahl besser bekämpfen. Auf jeden Fall sollte das nur eine kurzfristige Massnahme (bis wenige Wochen) sein. Für die Wiederherstellung der Darmflora kann man Hefen oder Probiotika nehmen.

    Übrigens gab es die Resistenzen ganz sicher schon bevor die Menschen Antibiotika einsetzten, denn Antibiotika kommen auch in der Natur vor. Man sollte sie eben nur nicht ohne dringenden Grund nehmen bzw. verschreiben und schon gar nicht routinemässig für die Massentierhaltung einsetzen.

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    • Nina sagt:

      Guten Tag, Ihr Eintrag ist jetzt zwar schon drei Jahre her, trotzdem habe ich eine Rückfrage. Sie schreiben, Sie würden es nur bis zu wenigen Wochen einnehmen. Ich habe Doxakne nun für 50 Tage plus Skinoren-Salbe verschrieben bekommen. Meinen Sie, so ein Zeitraum ist sinnvoll? Gruß und Dank vorab.

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