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Alt 04.03.2007, 01:19
 
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Standard Kampf den Pickeln - Tipps Bilanz nach 10 Jahren

Halli hallo, nach langem hin und her, in welche Kategorie ich das hier nun stellen soll, hab ich mich doch für die Roa-Section entschieden ;-)

Meine persönliche Geschichte in Kurzform vorweg, ich bin heute ein 25 Lebensjahre zählender junger Mann: leichte Pickel bis 14, aus jugendlicher Eitelkeit heraus leichte Benzo-Salben; "Gesichtsexplosion" (Pickel, Knoten über und über) und daneben Kontaktekzem auf alle Benzos; 1. Roaccutantherapie bis zum Ende 17. Lebensjahr = erfolgreich; ruhiges Leben mit immernoch stetig fettiger Haut und schließlich wieder zunehmend steigender Pickelzahl; Stress, Trennung und die Uniaufgregung brachten schließlich mit 23 wieder unschöne, dickere und anhaltende Eiterpickel; 2. Roaccutantherapie über 7 Monate bis zum 24. Lebensjahr.
Heute: Die letzte Therapie liegt nun ein Jahr hinter mir und bisher macht meine Haut ein gutes Bild.

Warum schreibe ich das hier? Jeder weiß, dass in solcherlei Foren "erfolgreiche" Fälle nur selten (wieder) auftreten. Dadurch gehen zum einen rein praktisch wertvolle Tipps im Umgang mit Schminken, Nachwirkungen und dergleichen verloren. Andererseits denke ich, dass ein jeder von uns im Alltag und Umgang mit seinem so leidvoll selbstverbuchten "Stigma" wichtige Einstellungen, Gedanken und letztlich sogar Faustregeln für sich findet... Darum gehts mir hier!
Vielleicht findet sich ja der ein oder andere, welcher ähnlich komprimiert, wie meiner einer nun im Folgenden, "globale" Tipps geben kann und möchte...

O.K., nun zum Eigentlichen. Was ich Euch nun kurz zusammenfassend niederschreiben möchte sind meine eigenen Erfahrungen im Umgang mit der Haut, die ich über die vielen Jahre sammeln konnte.


A - praktischer Umgang mit der akne- und roaccutangeplagten Haut durch Pflege, Behandlung und Ernährung:

(1) Entgegen der Vorstellung, dass die Haut - eben wegen ihrer Fettigkeit - stets ausgetrocknet werden muss, durch häufigeres Waschen, zusätzliche Schälprodukte und dergleichen, kann ich aus meiner langen Erfahrung nur Folgendes sagen. Fettfreie Haut ist natürlich wesentlich (weil wir ja dazu neigen, dass unsere Talgdrüsen verstopfen, sich Bakterien sammeln, sich das ganze entzündet blabla...). Aber das geht nicht ohne Pflege. D.h., was einige unserer vornehmlich jungen Zeitgenossen unreflektiert als "schwul" bezeichnen mögen, ist UNENTBEHRLICH! Denn eine ausgedörrte, vom natürlichen Schutzfilm befreite Haut, ist verdammt anfällig gegen alles Mögliche, was wiederum zu Pickeln führen muss!!! (viele Menschen haben übrigens Pickel, trotz von Natur aus trockender Haut!) Das heißt praktisch, gebt der Haut Feuchtigkeit und essentielle Nährstoffe. Ich habe die bisher besten Erfahrungen mit den Produkten von LaRoche gemacht (empfehle die Kombi "Schäumendes Reinigungsgel" und danach "aktiv mattierende Feuchtigkeitspflege", allerdings gibts auch tolle Sachen von lavene usw.). Mit Gesichtsmasken aller Art, homöopathischen Wunderpräparaten (vom psychologischen Effekt abgesehen!), Schwämmen usw. konnte ich nie nennenswerte Besserungen erzielen... Sie richten nur im übermäßigen Rahmen die Aufmerksamkeit auf die Haut (aber darauf komme ich noch im Punkt zur Psyche...)

(2) Desweiteren empfielt es sich viel zu trinken. Neben dem vielerorts anzufindenen homöopathischen Gebetslehren zum Trinken bestimmter Tees und Mojopräparate, ist es einfach nur wichtig, viel Liquides zu sich zu nehmen. Vorzugsweise natürlich Wasser (wer auf Nummer sicher gehen will, der trinkt nicht wie ich, 3-4l aus dem Hahn pro Tag, sondern eine vergleichbare Menge aus der Flasche). Alkohol ist sicher ab und an kein Problem, aber haltet Euch vor Augen: Das größte Organ des Körpers (eben die Haut) reagiert wie ein Liveticker auf Strapazen der Einzelorgane (und der Psyche). Sind also Nieren und Leber über die Maßen beansprucht, kann sich das auch auf die Haut auswirken. (So berichten etwa viele Menschen mit Magen-Darm-Problemen von einem schlechteren Hautbild) Wenn also Alk, dann auf jeden Fall auch Wasser...

(3) Von Peelings möchte ich per se abraten. Man liest häufig von pseudodermatologischen Faustregeln a la 2 Mal pro Woche usw... Fakt ist: einer gesunden unauffälligen Haut mag eine regelmäßige Entfernung überflüssiger Oberflächenkomponenten der Haut nutzen und sicher auch der Aknehaut... prinzipiell. Nur ist der Effekt des Reizens bedeutend gewichtiger, wie ich finde und erfahren musste. Auch die kleinsten Reibeteilchen richten auf der ohnehin chronisch im Reizzustand befindlichen Haut mikromechanische Irritationen aus, welche ihrerseits zum Anwerfen des Talgapparates und andererseits zum Angriffspunkt für Bakterien werden, beides die großen Übel des Aknegeplagten.

(4) Kommen wir zum sensiblen Punkt der Reinigung und Körperpflege. Ich möchte nicht wie vielerorts vorschlaghammerpsychologisch auf die falschen Vorurteile gegenüber hautproblematischen Menschen beginnen, wir alle wissen, dass wir uns (überdurchschnittlich) gut reinigen. Übermäßiges Waschen führt zum Abtragen der essenziellen Vitalschicht (Zellreproduktion, Abwehr/ Schutz etc.) der Haut und führt - wie oben bereits beschrieben - zu noch mehr Pickeln und anderen unschönen Begleiterscheinungen, von Rötungen bis diversem Ausschlag (fehlende Schutzschicht!).
Ein kleiner Selbsttest zeigte mir das auf eindringliche Art und Weise: Ich hatte stets auch auf der Brust Pickel, nicht dicke, aber doch zumindest viele rote teils eitrige Komedonen. Ich wusch mich und wusch mich, verwendete die verschiedensten Schälprodukte auch auf der Brust, rubbelte allabendlich mit austrocknenden Reinigungspflegen auf der Brust rum. Das tat ich alles nicht etwa durcheinander, sondern systematisch. Mal allabendlich wochenlang dieses Produkt, dann wieder wochenlang jenes, dann wieder Masken usw. . Nichts half, aber auch gar nichts. Schließlich resignierte ich und ließ die Brust einige Tage völlig unbehandelt und ließ nur das Duschwasser über sie laufen... Und, siehe da. Die Pickel verschwanden, die Brust wurde glatter und glatter. Mittlerweile wasche ich sie mir vielleicht einmal in der Woche mit dem Reinigungsgel von Laroche.

Wer - wie ich - trotz Roaccutantherapien noch an übermäßig fettender Haut leidet, lässt sich natürlich schwer von z.B. zweimaligem Duschen pro Tag abbringen. Man braucht das einfach, für das Wohlbefinden, das leider zu kurze aber befreiende Gefühl der völligen Reinheit nach dem Duschen/ Baden. Nur sollte dann die sorgfältige(Feuchtigkeits)Pflege danach keinesfalls fehlen (siehe oben)!!!


(5) Schnell noch dazu, Pickel anfassen!? Ich sage defintiv, nein! Beobachtet nur, wie sich um einen Pickel herum neue Entzündungen formieren, fast wie ein in den Ameisenhaufen geworfener Bonbon Unmengen weiterer Ameisen in dieses Areal zieht. Es gibt wenig infektiöseres, als Eiter, gelangt dieser in benachbarte Hautpartien, werden diese sozusagen mitenzündet. Außerdem - das ist ja hinlänglich bekannt - führen die daurch nahezu immer entstehenden subcutanen Quetschungen und Öffnungen zu einer extrem viel höheren und langanhaltenderen Entzündungsquelle!

(6) Zum Thema Ernährung: Ich selbst habe mich monatelang nur von haferflocken und Fruchtsaft ernährt, wodurch sich meine pickelige Haut keinen Deut verbesserte. Eine weitere lange Zeit aß ich nahezu fett- und fleischfrei. Auch das half nicht, nicht im geringsten, außer, dass ich mich abgespannter und schneller müde fühlte. Von vereinzelten (obwohl die zivilsationsbedingte Anzahl radikal steigt) Nahrungsmittelallergien und -überempflindlichkeiten mal abgesehen, konnte ich nie in meinem Leben eine Korreltaion zwischen Ernährung und Pickelanzahl feststellen, genausowenig, wie die empirische Wissenschaft einen solchen nachweisen konnte. Interessanterweise finden sich sogar sehr viele Pickelleidende bei der Atkins-Diät wieder und berichten von gänzlicher Heilung (nun, hier wird sich mächtig fleisch- und fetthaltig ernährt), hier empfehle ich mal einen Blick in einschlägige Foren. Ich persönlich halte nichts von einer solch unausgewogenen Ernährung und kann diese auch nicht gut heißen (schon aus tierschutzbedingten Einstellungen...), aber Fakt ist doch eins: Menschen, die sich nur fettig und fleischreich ernähren, haben keine Pickel!

(7) Achja, die Hormone: Trotz gegenteiliger Meinung beobachten viele junge Männer eine erhöhte Pickelrate (zeitversetzt) nach Ejakulationen. Ich persönlich kann dies nicht 1:1 aus eigener Erfahrung bestätigen, glaube aber ähnliche Tendenzen auch an mir festgestellt zu haben. Der Zusammenhang zwischen Spermatogenese (Spermaneubildung), dadurch drastisch erhöhter Ausschüttung von Testosseron und Pickelentstehung erscheint mir allerdings als extrem plausibel. Bei den Frauen lässt sich der Hormonpegel leider nicht allzu "gut" steuern. Regel- und pillenbedingt kommt es zu Schwankungen, welche das Hautbild junger Frauen bedeutend häufiger schwanken lässt. Viel kann ich natürlich als Mann hierzu nicht sagen. Allerdings hat bei den meisten mir bekannten Damen ein Pillenwechsel erstaunliche Änderungen bewirken können, aber das ist ja auch bestens bekannt.


B - Das Schwerste aber auch Wirksamste, die ausgeglichene Psyche.

So entscheidend dieser so schwer steuerbare Aspekt ist, so kurz und pragmatisch möchte ich diesen Abschnitt halten.

Zunächst möchte ich ganz grob sagen: Je mehr man diesem Hautproblem Aufmerksamkeit schenkt, desto schlimmer wird es! Noch bis vor Monaten begann mein Tag mit dem Blick in den Spiegel und so begann jeder Morgen mit dem demotivierten und selbstmitleidigen Blick auf rote, pickelige und narbige Haut. Meine Augen entdeckten doch tatsächlich täglich neue Problemfelder. Der Effekt war, dass mir den Tag über nur schwerlich bis nie der/ die neue/n Pickel auf der Stirn oder die neu entdeckte feine Narbe aus den Gedanken ging (was für eine Verschwendung kostbarer Lebenszeit). Außerdem juckte nun auch mein Gesicht ständig an verschiedensten Stellen, ich fühlte mich schon nach dem Frühstück wieder "unsauber" und unansehnlich.
Die so wesentliche Einsicht, dass ich selber es war, der mir Tag für Tag den Tag schon früh gehörig verdarb, kam mir erst nach vielen Jahren. Heute beginnt mein Tag nicht mit dem Blick in den Spiegel. Es wäre gelogen, wenn ich - vorgeschädigt wie ich bin - behauptete, meine Haut ginge mir nicht mehr durch den Kopf. Aber ich schaue doch viel lieber aus dem Fenster, blicke in die sich im Wind bewegenden Zweige (wie prosaisch hehe) und erfreue mich daran, dies überhaupt wahrnehmen zu können (ich kann sehen, hören, riechen und fühlen... die Haut ist faktisch unbeteiligt daran). Ehrlich gesagt, schaue ich heutzutage nahezu gar nicht mehr in den Spiegel, wenn es nicht sein muss. Unbewusst vielleicht nach der allzu bekannten Devise, was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß.... und es funktioniert. Übrigens geht das auslotende Abfühlen des Gesichtes in dieselbe Richtung, auch dieses vermeide ich weitestgehend. Natürlich wäre ein selbstbewussterer Umgang mit der Haut hier idealer, aber dies sind Praktiken, die mich emotional lichtsprünge voran brachten.
Was also mit dem Punkt Aufmerksamkeit implizit anklingt ist die Macht der Psychosomatik (über die heilende Wirkung von Placebos sind sich ja mittlerweile nach diversen klinischen Studien auch die Experten einig). Es entwickelt sich also bei vielen (Haut)Geplagten ein Teufelskreislauf aus Überaufmerksamkeit und Überbehandlung. Damit haben wir sowohl psychische- als auch physische Katalysatoren für zunehmende Entzündung (siehe u.a. oben: Haut als Liveticker der Organe, aber auch ganz wesentlich Gefühlsbarometer!!!), eine Kombination, welche jeder noch so intakten und robusten Haut auf die Dauer den Garaus machen...


Nungut. Ich denke, das reicht erstmal. Mir ist es sehr wichtig, nicht selbst einer derjenigen zu sein, welche nach erfolgreicher Behandlung den noch Leidenden aus den Foren den Rücken zukehrt, wo doch mit eigentlich einfachen Einstellungs- und Umgangstipps so viel geholfen werden kann. Natürlich könnte man nich tausend praktische Tipps einfügen (Kosmetik, Rasieren usw.), aber ich halte das Beschrieben erstmal für das Wesentliche.

Ich bin auf Eure Meinungen und eigenen Erfahrungen gespannt!
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  #2 (permalink)  
Alt 04.03.2007, 02:32
 
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schreib doch net so kompliziert mensch...
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  #3 (permalink)  
Alt 04.03.2007, 11:53
 
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Manchmal fragt man sich, wo man hier gelandet ist.
Der eine flamed, weil der andere Rechtschreibfehler macht, der nächste weil er einen simplen Text nicht versteht ? Hallo ? o_O

Der Text ist sehr informativ und auch verständlich geschrieben, find ich klasse .
__________________
Aknenormin 40 mg pro Tag, seit dem 21.2.2007
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  #4 (permalink)  
Alt 14.03.2007, 21:47
 
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finde den beitrag auch sehr gut, vor allem auf das wichtigste beschränkt!
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