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Alt 28.04.2009, 23:11
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Ausrufezeichen Akne - Ein erster Überblick über die Behandlungsmöglichkeiten

Akne – Ein erster Überblick über die Behandlungsmöglichkeiten



Autor: Gabriel (www.aknewelt.de) (© 2009-2013)
Version: 3.0


Wichtig: Bitte den Disclaimer zuerst lesen.


Zitat:
Changelog:

03.05.09, Version 1.0
03.05.09, Version 1.1: Punkt 7 hinzugefügt. Kleinere Ergänzungen. Links erweitert & geordnet.
16.05.09, Version 1.2: Kleinere Ergänzungen.
10.06.09, Version 1.3: Punkt 6.2.2.4 der Vollständigkeit halber eingefügt
25.06.09, Version 1.4: Punkt 7.0. "Fettige Haut" hinzugefügt.
20.02.10, Version 1.5: Kleine Verbesserungen/Ergänzungen hier und da.
22.02.10, Version 1.6: Kapitel Fischöl überarbeitet.
24.02.10, Version 1.7: Kapitel Nahrungsumstellung überarbeitet.
26.02.10, Version 1.8: Unterpunkt Workflow Ernährungsumstellung hinzugefügt.
09.01.11, Version 1.9: Kapitel Fischöl überarbeitet. Kapitel Nahrungsumstellung um das Thema "Fettsäuren" erweitert.
10.01.11, Version 2.0: Kapitel Entstehung und Ursachen der Akne getrennt und überarbeitet. Weitere kleinere Ergänzungen.
23.01.11, Version 2.1: Viele Überarbeitungen (Akne-Ursachen, Punktuell, Ambulant, Antibiotika, Fischölkapseln, Strategien)
14.02.11, Version 2.2: Unterpunkt "Andere Fette" ein wenig überarbeitet.
02.01.13, Version 2.3: Update Studien Omega-3-Fettsäuren.
07.04.13, Version 2.4: Update Empfehlungen "Andere Fette"
11.04.13, Version 2.5: Update Workflow Ernährungsumstellung
25.04.13, Version 2.6: Überarbeitung "Ursachen der Akne" & Fischöl
29.04.13, Version 2.7: Überarbeitung Thema Ernährung
09.05.13, Version 2.8: Update Milchprodukte reduzieren
09.08.13, Version 2.9: Vitamin A und B3 in Nahrungsergänzung hinzugefügt
19.10.13, Version 3.0: Erweiterung Sektion Vitamine

Inhalt:

  1. Einleitung/Disclaimer
  2. Wissenswertes
  3. Nützliche Links
  4. Entstehung der Akne
  5. Ursache(n) der Akne
  6. Behandlungsmöglichkeiten
    1. Äußerlich
      1. BPO
      2. Retinoide
      3. Peeling (chemisch)
      4. Peeling (physikalisch)
      5. Punktuelle & zusätzliche-Behandlungen
      6. Antibiotika
      7. Ambulante Behandlungen
    2. Innerlich
      1. Medikamente
        1. Isotretinoin
        2. Orale Kontrazeptiva
        3. Antibiotika
      2. Nahrungsergänzung
        1. Vitamin A, D, E & K
        2. Zink
        3. Vitamin B3
        4. Vitamin B5
        5. Vitamin B6
        6. Fischöl
        7. Andere
      3. Nahrungsumstellung
        1. Andere Kohlenhydrate
        2. Andere Fette
        3. Andere/weniger Milchprodukte
        4. Weitere Strategien
        5. Workflow Nahrungsumstellung
  7. Welche Mittel sind für mich geeignet?
  8. Beispielhafter Behandlungsplan

_______________________________________________
1. Einleitung/Disclaimer


Warum dieser Artikel? Aknewelt ist ein wundervolles Forum, gefüllt mit allerhand nützlichen Informationen und Ratschlägen seiner Nutzer. Durch die erhebliche Individualität der Personen und der Akne selbst, entsteht jedoch eine zunehmende Unübersichtlichkeit. Zusätzlich ist es für Neulinge schwer zu erkennen, welche Behandlung (wissenschaftlich) erwiesenen vielen Leuten hilft. Dazu kommt, dass das Forum mit vielen esoterischen und pseudowissenschaftlichen Methoden gefüllt ist, deren Wirksamkeit nicht belegt und deshalb in Frage zu stellen sind. Dieses Thema versucht dem Abhilfe zu schaffen und soll einen kurzen und prägnanten Überblick über die gängigsten einigermaßen etablierten Methoden liefern. Eine erste Orientierung. Die Verlinkungen sollen helfen, schnell mehr Informationen über die jeweiligen Methoden zu erlangen.

Ist die Aufzählung objektiv oder spiegelt sie nur deine eigene Meinung wieder? Ich habe versucht so gut wie möglich objektiv zu bleiben. Orientiert habe ich mich zum einen an aktuellen wissenschaftlichen Leitlinien und Publikationen, zum anderen an vorherrschenden Methoden hier im Forum. Eine gewisse Subjektivität schließe ich aber nicht aus und ist von meiner Seite teils auch gewollt (insb. die Empfehlungen). Ich werde versuchen im weiteren Verlauf Quellen für meine Aussagen mit anzugeben (Stichwort Evidenz).

Conflict of interest? Hiermit gebe ich an, dass kein conflict of interest besteht. Ich beziehe kein Gehalt von irgendeiner mit Akne beschäftigten Firma und profitiere von keinen meiner Ratschläge in irgendeiner finanziellen Weise. Ich bin Medizinstudent und möchte mit diesem Thema anderen Akneleidenden helfen, schneller eine effiziente und geeignete Aknetherapie zu finden.

Limitationen dieses Themas (WICHTIG!): Alle hier aufgeführten Behandlungsmethoden und Ratschläge ersetzen primär nicht den Besuch beim Hautarzt! Dieser ist in der Lage einigermaßen standardisiert den Schweregrad der Akne zu bestimmen und so die geeignete Therapie einzuleiten. Dennoch: Auch Ärzte können irren. Vielfach wird von schlechten Erfahrungen mit Hautärzten berichtet. Ein Problem ist, dass sich viele Ärzte nicht genügend mit der Krankheit auskennen und ihre Erkenntnis teilweise Jahrzehnte dem aktuellen Wissenstand hinterherhinkt. Dieser Thread soll helfen selbst mehr Wissen und somit Autonomie in der Behandlung der Akne zu erlangen. Es ist ggf. ratsam die hier aufgezählten Methoden mit Absprache eines guten Hautarztes durchzuführen (bei den verschreibungspflichtigen Medikamenten sowieso nötig).

Helfen die Methoden immer bzw. gibt es die Aknetherapie? Akne ist eine sehr vielgestaltige Erkrankung mit vielen möglichen, derzeit immer noch nicht klar definierten, Ursachen. So individuell die Krankheit bei jedem ist, so individuell ist die Therapie. So lange in der Wissenschaft noch so viel Unklarheit und Unwissenheit über Entstehung und Behandlung der Akne besteht, bleibt einem oftmals nicht mehr übrig, als selbst Versuchskaninchen zu spielen und verschiedene Methoden auszuprobieren. Während die eine Methode beim einen Wunder wirkt, kann sie beim anderen das absolute Grauen sein.

Rechtliches: Ich bin tief davon überzeugt, dass Wissen, auch über Krankheiten wie Akne, generell für jeden Menschen kostenlos und leicht verfügbar sein sollte. In diesem Artikel steckt sehr viel Arbeit und Herzblut, an dem ich nicht einen Cent Geld verdiene. Insbesondere bei der Behandlung von chronischen Leiden gibt es einige traurige Individuen, die meinen Geld für im Netz frei zugängliche Informationen oder zweifelhafte Methoden berechnen zu müssen (irgendwelche dubiose eBooks u.ä.) und so Mitmenschen ausnutzen, die aufgrund ihrer Krankheit häufig sehr gutgläubig und hoffnungsvoll sind. Wer meint auch nur Teile dieses Textes widerrechtlich dazu zu benutzen, um irgendeinen finanziellen Vorteil zu erlangen, kann damit rechnen dafür belangt zu werden. Das gilt auch für auf Profit ausgerichtete Adsense-Payed-Links-Werbe-Blogs/Websites u.ä. Dagegen unterstütze ich aus vollem Herzen das Zitieren oder Verbreiten von Links von diesem Text, solange eine Angabe des Autors bzw. eine Verlinkung auf diesen Text nicht verloren geht. Es tut mir leid, dass ich euch mit diesem Rechtsgerede belästigen muss, sehe mich aber aufgrund der Moralfreiheit und Gier einiger Individuen im Internet dazu gezwungen. Ich hoffe ihr könnt das verstehen.

Beachte: Aus rechtlichen Gründen kann ich für alle meine Aussagen keine Gewähr geben. Alle Aussagen habe ich jedoch nach eigenem bestem Wissen und Gewissen getroffen. Anwendung immer auf eigene Gefahr und Verantwortung (es hilft der gesunde Menschenverstand). Im Zweifelsfall immer einen Arzt zu Rate ziehen.

Geändert von Gabriel (19.10.2013 um 14:22 Uhr)
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Alt 28.04.2009, 23:12
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2. Wissenswertes


Achtung
: In diese Sektion flossen eigene subjektive Meinungen ein.

  • Lesen macht weise! Soll heißen: Erst aufmerksam lesen und Wissen aneignen z.B. diesen Artikel, bevor ein neues Thema hier im Forum aufgemacht wird. Macht euch doch nebenbei gemütlich einen Kaffee oder Tee und geht die Themen und Links in Ruhe durch, gerne auch mehrmals.
  • Die Bildung eines Microcomedos (die allereste Form eines Mitessers - ist noch nicht mit dem Auge zu sehen) dauert etwa 8 Wochen. Deshalb sollte jede Behandlungsstrategie mindestens 2-3 Monate konsequent und in der richtigen Dosierung durchgeführt werden, um wirklich beurteilen zu können ob eine Behandlung hilft oder nicht. Oftmals wird eine Behandlung vorher abgebrochen, teilweise schon nach wenigen Tagen. Ein häufiger Gründ ist die akute Verschlechterung. Dabei sollte man wissen, dass bei vielen Behandlungen eine Anfangsverschlechterung (Abkürzung im Forum: AV) ganz normal ist und durchgestanden werden sollte.
  • Die häufigste Form der Akne, die Acne vulgaris (deutsch: "gewöhnliche Akne"), auftretend ab der Pubertät, bei vielen um die 15, bei anderen auch mit 20 und später, hat eine äußerst hohe Selbstheilungstendenz im Laufe der Jahre. Bei etwa 80% der Akneleidenden heilt diese bis spätestens Ende 30 völlig aus. Unter dieser Tatsache macht es durchaus Sinn die Akne bis zu diesem Alter in Schach zu halten. D.h. konsequente Anwendung eines Verfahrens, auch in Zeiten relativ reiner Haut. Nach Bekämpfung des akuten Stadiums (viele Papeln, Pusteln, Knoten) ist es überaus wichtig mit einer präventiven Erhaltungstherapie weiterzumachen um einen erneuten Rückfall zu vermeiden (mindestens für 6-12 Monate) (Nach Isotretinoin-Therapie oder bei Frauen während der Einnahme der "Pille" ist dies evtl. nicht nötig). Geeignete Methoden zur Langzeitprävention sind z.B. Retinoide, Säuren (Fruchtsäuren, Salicylsäure, Azelainsäure) oder die vorbeugende BPO Methode.
  • Es macht Sinn die Akne an mehreren Fronten zu bekämpfen. D.h. neben einer äußeren Behandlung, innerlich eine optimalere Grundsituation des Körpers zu schaffen. Zum Beispiel durch Gewichsreduktion (Sport!), weniger Alkohol, kein Nikotin, weniger Stress und einer Nahrungsumstellung (heikles Thema). Eine gesunde Lebensweise hat nicht nur auf die Akne, sondern auch auf viele andere Krankheiten einen positiven Einfluss und führt zu einem längeren und krankheitsfreieren Leben.
  • Der Mensch hat ein hohes Kausalitätsbedürfnis. Fast schon zwanghaft wollen wir uns und die Welt um uns herum irgendwie erklären können. So kommt es häufig dazu, dass wir bezüglich unserer Krankheiten zu vorschnellen Schlüssen kommen (z.B. "Der Snack von gestern hat mir einen Pickelschub gebracht" oder "Ich hab die Akne, weil meine Körpersäfte nicht im Gleichgewicht stehen" usw.). Das kann u.u. zutreffen, oftmals wird aber fälscherlicherweise eine Verbindung gesehen wo keine ist. Deshalb: Ja, steht zu eurem Suchen nach Kausalitäten, es ist etwas Wunderbares und Wichtiges. Aber beäugt euch auch selbst kritisch und überlegt noch einmal, bevor vorschnell irgendwelche "Gesetzmäßigkeiten" in eure Köpfe und womöglich auch hier ins Forum gehämmert werden. Dennoch sind wir alle sehr dankbar über neue Hypothesen, jeder Mitdenker bereichert das Forum.
  • Desweiteren versucht euch nicht zu sehr in die Behandlung euer Akne zu verbeißen. Wie dieser Artikel durchblicken lässt, habe ich schon viel Zeit mit dem Lesen und Recherchieren über Akne und mögliche Behandlungen verbracht (was mir überaus Spaß bereitet, ist auch Teil meines Studiums). Insbesondere das Thema Ernährung kann einen ziemlich in den Wahnsinn treiben und birgt unter Umständen die Gefahr der Entwicklung von Essstörungen (Magersucht, Bulimie etc.). Das Leben hat aber noch so viel mehr zu bieten (z.B. ein schönes Buch lesen, einen Baum pflanzen, mit einem Freund diskutieren, in einer gemeinnützigen Organisation helfen etc.). Findet eure passende Aknebehandlung (höchstwahrscheinlich steht sie sogar schon in diesem Artikel!), zieht sie ordentlich durch und zerbrecht euch nicht zu groß den Kopf, was nun letztendlich richtig und falsch in Bezug auf eure Haut ist. Wir wissen bis jetzt einfach noch viel zu wenig!
  • Akne wird von vielen als extrem entstellende und psychisch belastende Krankheit erlebt. Dabei hat die Krankheit keinen direkten lebensverkürzenden Einfluss*, im Gegensatz zu vielen anderen chronischen Krankheiten, unter denen ein Großteil der Bevölkerung leidet (z.B. Übergewicht, Diabetes, Bluthochdruck). Hier zeigt sich die zynische Zwiespältigkeit in unserer heutigen westlichen Gesellschaft: Mehr denn je wird durch Medien und Mitmenschen der gesunde, schöne und perfekte Mensch gehuldigt (Thema: Die "Fitnessgesellschaft"). Schöner Schein wird zur Maxime, perfekt inszenierte Models und Musiker zum Idol, kleinere Makel und Abweichungen von der Norm werden stigmatisiert und tabuisiert. Aber mehr denn je werden die Menschen in der westlichen Welt dicker, das Leben tendenziell schneller, oberflächlicher und ungesünder. Diese Diskrepanz zwischen Realität und allgemeinen Idealen generiert Gefühle von Unzufriedenheit und Minderwertigkeit. Aber: Akne ist extrem häufig und betrifft heute schon über 80-90% aller Jugendlichen, ebenfalls viele Erwachsene, bis in die 30er hinein und darüber hinaus (wenn man als Kriterium das Vorhandensein von mehreren Komedonen und einzelnen Papeln annimmt, mittlere/schwere Akne ist seltener). Ihr seid nicht allein! Ein wichtiger Schritt ist dies zu realisieren und zu versuchen seine Krankheit und sich selbst zu akzeptieren (so blöd es klingt). Auf dieser Basis ist ein effektiver Kampf möglich, ohne von großen Frustationen in die Isolation getrieben zu werden. Und wenn ihr mal eure engen (vielleicht aknefreien) Freunde fragt, werden die euch in den allermeisten Fällen bestätigen, dass sie deine Pickel gar nicht wirklich beachten und störend finden. Ein paar Pickel machen niemanden zu einem zu einem schlechteren Menschen, vergesst das nie! Im Gegenteil, Akneleidende sind häufig sensibler, einfühlsamer und toleranter gegenüber ihren Mitmenschen. Lernt aus eurer Krankheit und werdet weiser, zieht positive Schlüsse. Vielen Erfolgsgeschichten hier im Forum zeigen, dass jeder früher oder später den Kampf gewinnt. Gebt niemals auf!

*Sekundär kann die Mortalität und Morbidität selbstverständlich erhöht sein. Banal und platt gesagt: Akne -> Gefühlte Stigmatisierung und Minderwertigkeitsgefühle -> Depression -> Sozialer Rückzug -> Ungesündere Lebensweise (Morbidität und Mortalität hoch), erhöhte Suizidalität (Mortalität hoch).

Geändert von Gabriel (08.04.2012 um 08:26 Uhr)
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Alt 01.05.2009, 16:12
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3. Nützliche Links


Informationsportale mit gebündelten Informationen:
  • Aknewelt.de (Hier bist du. Größtes deutsches Internetforum über Akne. Viele nützliche Tipps auf der Hauptseite [linke Leiste], Produktbewertungen)
    • Tipp: Im Forum die Einträge nach Beiträgen oder Hits sortieren lassen (in der Spalte oben einfach draufklicken), um schnell zu sehen was die meist diskutierten bzw. angewandten Themen sind.
  • acne.org (englischer Pendant zu aknewelt.de, wahrscheinlich das größte Forum zum Thema weltweit, ebenfalls mit sehr vielen Tipps, Erfahrungsberichten und auch Videos zu "The Regimen" u.a.)
  • Akneforum.de (Kleineres deutsches Forum, leider ziemlich mit Schleichwerbung und Verschwörungstheorien verseucht [Anmerkung: dieses Problem besteht teilweise auch hier auf aknewelt.de])
  • Aknetherapie.de (weiteres, inaktiveres, Portal mit vielen Informationen)
  • Akne.org (das Forum von aknetherapie.de)
  • Paula's Choice Skin Care Facts (englisch; sehr ehrliche, umfassende und detaillierte (teilweise subjektive) Informationen über verschiedenste Aknetherapien & Mythen von Paula Begoun + kleine Videos)
Gute Zusammenfassungen von Aknewelt-Usern:
Weitere Zusammenfassungen & Wissenswertes:
  • Wikipedia-Artikel über Akne (deutsche Version, die englische Version ist aktueller und detaillierter)
  • Aknebroschüre von Hermal (einfach geschrieben, für Neulinge und jüngere Akneleidende) + dazu passende Website
  • Weitere Zusammenfassung mit genauer Erläuterung zur Entstehung (englisch)
  • Englische Powerpoint-Präsentation zu Akne, welche auch bildlich den Unterschied zwischen Blackhead/Whitehead/Papel/Pustel erklärt (Vorsicht: es sind auch Bilder von schwerer Akne zu sehen, könnte auf einige verstörend wirken)
  • Warum man neue wissenschaftlich nicht erwiesene (Akne-)Therapien und Erfahrungsberichte einzelner immer kritisch bewerten sollte und warum sie manchmal trotzdem wirken (1, 2)
  • Bei zweifelhaften Methoden macht es Sinn vorher mal bei Esowatch vorbeizuschauen, einer schön bissigen und kritischen Wiki zu dem Thema (z.B. mal nach Homöopathie oder "kolloidales Silber" suchen). (Update: Esowatch heißt nun psiram.com)
Empfehlenswerte Firmen, die spezielle verschreibungsfreie Produktlinien für unreine Haut im Sortiment haben (Produkte im Internet oder in Apotheken verfügbar; Drogerie und Supermarktprodukte sollte man als Aknepatient eher meiden):
Für wissenschaftlich Interessierte (gute Medizin- & Englischkenntnisse vonnöten):
Kontroverse aber interessante Hypothesen bzw. Methoden, die so gut wie nicht wissenschaftlich untermauert sind und hier ersteinmal zum interessierten Lesen & Denken anregen sollen (aber mit Vorsicht (!) genießen):

Geändert von Gabriel (19.11.2013 um 16:18 Uhr)
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Alt 01.05.2009, 16:13
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4. Entstehung der Akne


Sehr vereinfacht entsteht Akne durch vier aufeinander folgende Faktoren:

  1. Talgüberproduktion (Seborrhoe): Überaktivität der Talgdrüsen, z.B. durch erhöhte Androgen-Produktion bzw. Empfindlichkeit der Talgdrüsenzellen gegenüber Androgenen in der Pubertät -> Es wird mehr Talg gebildet.
  2. Talgdrüsenverstopfung (Retentionshyperkeratose): Verstärkte Verhornung der Talgdrüsengänge -> Der Talg fliesst schlechter ab.
  3. Mitesserbildung: Sobald Faktoren 1 und 2 vorliegen, entstehen Microcomedos ("Mini-Mitesser"), welche mit dem Auge noch nicht sichtbar sind. Diese bilden den idealen Wachstumsgrund für das Bakterium Propionibacterium acnes, welches sich vermehrt. Durch weiteres Wachstum der Mikrokomedonen entstehen die klassischen, mit dem Auge sichtbaren, Komedonen (="Mitesser"; Whiteheads genannt, wenn geschlossen; Blackheads, wenn offen zur Luft und bedeckt von einer schwärzlichen oxidierten Melanin- & Fettsäureschicht [ist kein Dreck!]).
  4. Entzündung: Mitesser neigen dazu sich zu entzünden. Dies liegt daran, dass sich in den Mitessern sehr leicht proenzündliche Moleküle ansammeln können (z.B. Proprioni-Bakterienbestandteile, frei werdende Fettsäuren, Reaktive Sauerstoffradikale). Sobald diese Ansammlung einen gewissen Schwellenwert erreicht hat oder auch weitere pro-entzündliche Faktoren dazukommen (z.B. mechanische Reizung der Haut oder systemische Entzündungsmediatoren aus dem Blut), kommt es zur vollen Aktivierung der Entzündungskaskade. Diese mündet dann in der Entstehung des klassischen Pickel (Ärzte nennen ihn Papel, wenn knotig-rot ohne Eiter; Pustel, wenn mit Eiter gefüllt). Bei schwereren Verläufen der Akne bilden sich auch tiefer in der Haut liegende Knoten (Nodus) und Eiterhöhlen (Abzess).

Prinzipiell und in der Theorie sollte eine Anti-Aknebehandlung an so vielen obigen Faktoren wie möglich angreifen (also am besten antiseborrhoisch, keratolytisch, antibakteriell & antiinflammatorisch sein). Wenn man jedoch nur die ersten zwei Punkte mit Erfolg bekämpft, ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass sich 3. & 4. ausprägt. Anders rum gehts bis zu einem gewissen Grad natürlich auch

Akne kann man noch, wenn man möchte, in viele Subgruppen aufdröseln:
  • Gewöhnliche Akne d.h. Akne des Jugendlichen (Acne vulgaris)
  • Akne des Erwachsenen (Akne tarda)
  • leichte Akne (Acne comedonica)
  • sehr schwere Akne (Acne conglobata)
  • etc.
Bei diesen Subgruppen ist der Entstehungsmechanismus im Prinzip immer der Gleiche, deshalb unterscheidet sich auch die Behandlung kaum. Zwei Dinge gibt es aber zu beachten: Erstens können sich die Ursachen (s.u.) unterscheiden, und wenn eine eine Ursache zu finden ist, ist naturlich diese zu behandeln. Zweitens sollte eine Behandlung immer an den Schweregrad der Akne angepasst sein (siehe Punkt 7).

Wichtig zum Verständnis: Bakterien werden nicht als der Auslöser der Acne vulgaris angesehen, ihre Vermehrung in der Haut ist vielmehr eine Folge der vorherigen Veränderungen, die ein günstiges Milieu für die Bakterien schaffen. Dies erklärt auch warum übertriebene Hygieneaktionen (häufige Desinfektion, dauerndes Händewaschen etc.) wenig Sinn machen. Wie hoffentlich jeder weiß, ist Akne nicht ansteckend. Kennzeichnend für die Akne ist der Komedo, weshalb dessen Bildung so gut wie möglich verhindert werden sollte.


5. Ursache(n) der Akne

Auf Basis der heutigen Erkenntnis kann man sagen, dass Akne nicht einen sondern viele Auslöser hat. Diese vielen Auslöser interagieren stark miteinander und bestärken sich teilweise gegenseitig, so dass man davon ausgehen kann, dass Akne bei denen Menschen auftritt, bei denen möglichst viele einzelne auslösende Faktoren gleichzeitig in einem Körper vorliegen. Es gibt sowohl endogene (d.h. von innen wirkende) als auch exogene (d.h. durch die umwelt- und das Verhalten bedingte) auslösende Faktoren. Eine große Rolle spielen wahrscheinlich die eigenen Gene, auch wenn gute wissenschaftliche Daten hierzu bisher bei Akne fehlen. Die starke Bedeutung der genetischen Neigung zu Akne wird dadurch unterstrichen, dass einige Leute trotz mehrerer Risikofaktoren (z.B. ungesunde Ernährung, Rauchen + keine Hautpflege) eine babyreine Haut haben, während andere schon bei kleinsten Sünden mit Pickeln bestraft werden. Ein weiterer Hinweis ist, dass Aknepatienten häufiger berichten, dass ihre Eltern schon Akne hatten. In den letzten Jahren wird zunehmend deutlich, dass auch die exogenen Faktoren, wie z.B. die Ernährung eine wichtige Rolle spielen (Details & Tipps hierzu weiter unten).

Eine der schwierigsten Aufgaben für einen Akne-Erkrankten ist es die eigenen Ursachen herauszufinden. Meistens bleiben diese trotz langer Suche unklar. Die gute Nachricht: Man braucht nicht die genauesten Ursachen seiner Akne zu kennen, um sie erfolgreich behandeln zu können! Dennoch kann es sich lohnen, sich ein wenig auf die Suche zu machen. Seine eigene genetische Ausstattung kann man freilich jedoch (noch) nicht ändern.

Von innen wirkende Faktoren (teilweise unveränderbar, teilweise durch Verhalten steuerbar)
  • Eine eigene genetische Ausstattung, durch welche die Haut zu Talgüberproduktion und Talgdrüsenverstopfung neigt (Genetische Prädisposition)
  • Erhöhte Empfindlichkeit der Talgdrüsenzellen gegenüber Androgenen während/nach der Pubertät mit der Folge von Talgüberproduktion (mehr Infos)
  • Bakterielle Fehlbesiedelung des Darms (genetisch- bzw. entwicklungsbedingt oder durch die westliche Ernährung, s.u.)
  • Bei Frauen: Hormonungleichgewicht und Androgenüberschuss durch PCOS (meist bedingt durch die eigenen Gene, aber auch durch falsches Verhalten)
  • Bei Frauen: Hormonungleichgewicht durch übermäßige hormonelle Zyklusschwankungen (mehr Infos)
Von außen einwirkende Faktoren (durch Verhalten steuerbar)
  • An den eigenen Körper nicht angepasste westliche Ernährung (siehe Nahrungsumstellung weiter unten)
  • Auf die Haut aufgetragene komedogene, reizende, talgdrüsenverstopfende Stoffe (viele Cremes, Make-Up etc.) (mehr Infos)
  • Rauchen (insbesondere bei Acne inversa aber auch bei komedoneller Akne von Frauen im Erwachsenenalter) (weitere Infos hier)
  • Manche Umweltgifte (z.B. Dioxin)
  • Manche Medikamente (z.B. Anti-Baby-Pillen mit androgener Wirkung, Anabolika, Langzeit-Cortison, Lithium)
  • Psychischer Stress
  • Mangel an Sonnenexposition

Geändert von Gabriel (19.11.2013 um 15:59 Uhr)
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6.1 Äußere Behandlung (Cremes, Gels, Peelings etc.)


Einleitung: Diese Auflistung ist nach Wirkstoffen/Klassen geordnet. Eine gute äußere Behandlung ist ein zentraler Bestandteil einer jeden Aknetherapie. Neben dem passenden Wirkstoff ist eine gute "Drumherum"-Strategie ebenso wichtig: Generell macht es Sinn max. 1-2x Tag die Haut mit einem Waschgel zu waschen. Reizende Aknewirkstoffe sollten bevorzugt über Nacht aufgetragen werden. Tagsüber kann entweder das Hauptmittel oder eine Tagescreme benutzt werden. Aufdrücken von Pickeln/Mitessern sollte so gut wie möglich vermieden werden (da immer die Gefahr der Verschlechterung der Akne & Narbenbildung besteht). Zur richtigen Pflege/Waschcreme bitte die Suche benutzen. Persönlich empfehle ich das "Zeniac Waschgel", andere wie z.B. von La Roche Posay oder Avene sind aber ebenfalls nicht schlecht.
Manchmal macht es auch Sinn alle äußeren Mittel (reizende Stoffe, ggf. komedogene Cremes etc.) abzusetzen und der Haut ein wenig Ruhe zu lassen.


Benzoylperoxid (=BPO)

  • Beschreibung: BPO ist ein sehr potentes Oxidationsmittel. Über diese oxidative Wirkung wirkt es sehr effektiv antibakteriell (=gegen Bakterien), keratolytisch (="Peeling") und antiinflammatorisch (=gegen Entzündung). Eine bakterielle Resistenzbildung ist im Gegensatz zu den eigentlichen Antibiotika nicht bekannt. Aufgrund dieser Eigenschaften hat es sich in den letzten Jahren quasi zur Standardbehandlung erster Wahl bei fast allen Formen der Akne entwickelt (besonders gut wirkt es bei entzündlichen Formen).
  • WICHTIG: BPO ist verfügbar in Konzentrationen von 2,5-10%. Von Hautärzten werden häufig Dosierungen von 5-10% verschrieben. Dies macht vielleicht bei einzelnen schweren Fällen Sinn, aber für die Meisten bringt die höhere Dosierung keine bessere Wirkung, hingegen jedoch deutlich stärke Nebenwirkungen! Deswegen bekommen leider viele Patienten ein falsches Bild von BPO, obwohl es eigentlich für fast jeden geeignet ist.
Viel bessere Erfahrungen machten schon viele Forumnutzer hier und Übersee mit der "vorbeugenden BPO-Methode", die mit Konzentrationen von 2,5% (bzw 3,0%) arbeitet. Initiiert wurde sie von Dan (Gründer von acne.org), dort wird die Methode simpel "The Regimen" genannt. Überaus wichtig bei dieser Methode ist die langsame kontrollierte Steigerung der Menge nach Plan, um Hautreizungen zu vermeiden. Durch solch eine kontrollierte Anwendung, bei der das BPO am besten 24 Std auf der Haut verbleibt, erzielen viele hier im Forum und auf acne.org drastische Verbesserungen. Mehr im Anleitungsthread (siehe Links).
  • Nebenwirkungen: Hautreizend mit Rötungen und Schuppung (eigentlich nur wenn fälschlicherweise zu schnell in zu hoher Konzentration bzw. Menge angewendet! -> Die Haut langsam an BPO gewöhnen und nur soweit gehen wie es deine Haut toleriert, dies ist bei jedem anders -> Anleitung im Forum lesen!), Übermäßige UV-Bestrahlung vermeiden, Kann Haare und farbige Kleidung ausbleichen.
  • Präparate (u.a.; Wirkstoffe in Klammern):
Cordes® BPO Gel (3%, 5% oder 10% BPO)
Aknefug® oxid mild Creme (3%, 5%, 10% BPO)
Benzaknen® Gel (5% oder 10% BPO)
  • Kombinationspräparate:
Acne Plus Creme (5% BPO + 2% Miconazolnitrat)
Duac® Acne Gel (5% BPO + 1% Clindamycin) (Forumthread, Erfahrungsberichte)
Epiduo® Gel (2,5% BPO + 0,1% Adapalen) (Forumthread)
  • Empfehlung: Vorbeugende BPO Methode (siehe Links)

Retinoide

  • Beschreibung: Retinoide oder "Vitamin-A-Derivate" sind eine Gruppe von Wirkstoffen die ähnlich dem körpereigenen Vitamin A wirken. Sie docken an intrazelluläre Rezeptoren in den Zellen und modulieren so Stoffwechselvorgänge. An der Haut haben sich eine kerato- und komedolytische Wirkung und verhindern so die Bildung von Mitessern. Über die verminderte Mitesserzahl werden sekundär auch Pickel verhindert, da dem Aknebakterium P. acnes der Lebensraum entzogen wird. Neben dem BPO gehören sie zum Standard der dermatologischen Aknebehandlung. Bei Akne relevante Retinoide sind:
1. Generation (kommen in geringen Konzentrationen auch so im Körper vor)
- Retinol
- Retinal

-
Tretinoin=all-trans-Retinsäure
- Isotretinoin=13-cis-Retinsäure
3. Generation (synthetische "Designerretinoide" aus dem Labor)
- Adapalen
- Tazaroten
  • Anmerkungen:
Orales Isotretinoin (also die systemisch wirkende Tablettenform) wirkt prinzipiell wie die äußerlichen Retinoide (Cremes, Gels). Es hat aber eine weitaus höhere talgdrüsenreduzierende Wirkung [bis 90%] im Vergleich zu den Cremes [40-70%], wahrscheinlich weil es besser das Gewebe penetrieren kann.
Das 3. Generationsretinoid Adapalen (Handelsname s.u.) hat laut einer Studie bei vergleichbarer Wirkung ein geringeres Hautreizpotential als Tretinoin.
Ob das verschreibungsfreie Retinal (=Retinaldehyd) aus der Diacneal/Triacneal so gut wie das verschreibungspflichtige Tretinoin oder Adapalen wirkt, weiß ich nicht. Da in der Diacneal zusätzlich Fruchtsäure enthalten ist, ist es auch schwer das Produkt mit den alleinigen Retinoiden zu vergleichen. Es gibt jedoch Hinweise, dass die Wirkung vergleichbar ist mit der der anderen Retinoide (1, 2).
  • Nebenwirkungen: Häufigste Nebenwirkung ist eine Hautaustrocknung und Hautreizung mit Rötung und Schuppenbildung, sowie eine mögliche Anfangsverschlechterung (=AV) der Akne. Die AV tritt meistens in den ersten Wochen auf und verschwindet bei weiterer kontinuerlicher Anwendung von selbst! Diese NW führen ebenso wie beim BPO leider dazu dass viele Patienten diese Cremes bzw. Gels vorschnell absetzen, weil sie z.B. zu schnell die Menge gesteigert haben, es mit zusätzlich reizenden Substanzen vorschnell kombiniert haben (z.B BPO, Fruchtsäuren) oder die Anfangsverschlechterung nicht durchgestanden haben.
  • Präparate (Auswahl; Wirkstoffe in Klammern):
Airol® 0,05% Lösung/Creme (0,05% Tretinoin)
Cordes-VAS® Creme (0,05% Tretinoin)
Isotrex® Gel/Creme (0,05% Isotretinoin)
Differin® .1 Gel/Creme (0,1% Adapalen)
Differin® .3 Gel (0,3% Adapalen) (nur in den USA erhältlich)
Tazorac
® Gel/Creme (0,1% Tazaroten) (nur in den USA erhältlich)
  • Kombinationspräparate:
Aknemycin® Plus (0,025% Tretinoin, 4% Erythromycin)
Epiduo® Gel (0,1% Adapalen + 2,5% BPO)
Avene Diacneal® (0,1% Retinal + 6% Glykolsäure)
Avene Triacneal® (0,1% Retinal + 6% Glykolsäure + 0,1% Efectiose) (Nachfolger der Diacneal)
  • Empfehlung: Empfehlenswert wären Cordes-VAS oder Differin. Als nicht verschreibungspflichtiges Mittel zeigt die Diacneal/Triacneal sehr gute Wirkung. Bei schwereren Fällen ist Epiduo interessant, konkurriert hier aber mit der sehr effektiven vorbeugenden BPO-Methode (s.o.). Bei mir persönlich hat Isotrex und Differin die Akne verschlechtert, Triacneal hat jedoch gut gewirkt. D.h. wenn Retinoide bei euch nicht wirken, nicht wundern und einfach zu einem anderen Mittel greifen!

Peeling ("chemisch")


  • Beschreibung: Unter diesem Punkt verbergen sich eine Reihe von Wirkstoffen. Allen gemeinsam ist die keratolytische (=haut-abschilfernde=peelende) Wirkung aufgrund ihrer chemischen Eigenschaften als Säuren. Einige der Stoffe wie z.B. Azelainsäure und Mandelsäure haben zusätzlich auch noch eine antimikrobielle Aktivität (=gegen Bakterien). Bei kontinuierlicher Anwendung kommt es zu einer Verfeinerung des Hautbildes mit Reduktion von Mitessern und folglich auch Pickeln. Sehr effektiv bei leichter bis mittelschwerer Akne.
  • Wirkstoffe (Auswahl):
- Fruchtsäuren = Alpha-Hydroxy-Säuren = AHAs
Glycolsäure (z.B. in Diacneal/Triacneal)
Mandelsäure (z.B. in Zeniac)
- Beta-Hydroxy-Säuren = BHAs
Salicylsäure (z.B. in Paula's Choice 2% BHA oder in Apothekenabmischung)
- Skinoren®
Azelainsäure
  • Nebenwirkungen: Austrockung, leichte Schuppenbildung. Hautreizung & Rötung bei übermäßiger Anwendung oder Kombination mit anderen hautreizenden Mitteln (z.B. BPO, Retinoide). In einigen Fällen wurde von einer Anfangsverschlechterung berichtet. Am besten langsam steigern und die Anwendung für ein paar Tage aussetzen, sollten Anzeichen einer Hautreizung erkennbar sein. Übermäßige UV-Strahlung vermeiden
  • Empfehlung: Die Säuren sind in unterschiedlicher Zusammensetzung & Konzentration in verschiedenen, oftmals verschreibungsfreien, Präparaten enthalten. Somit haben die einzelnen Produkte teilweise recht unterschiedliche Wirkungen. Prinzipiell sind alle unten in der Tabelle genannten Produkte empfehlenswert. Am besten man probiert ein wenig herum. AHAs sind generell in Konzentration von 5-15% sehr wirksam, während bei Salicylsäure eine Konzentration von 2% ausreichend ist. Letztere kann man sich auch günstig in der Apotheke anmischen lassen. Höhere Konzentrationen (bis 60%) sind beim Hautarzt in Form von ambulanten Peelings erhältich. Diese werden in einem Abstand von jeweils 4 Wochen angewandt. Nach einigen Peelings ist dann schon eine deutliche Verbesserung sichtbar (kann aber m.E. auch erreicht werden wenn 1-2 Monate kontinuerlich über Nacht eins der geringer dosierten Mittel angewandt wird). Nachteil durch die hohe Dosierung ist ggf. eine starke Hautreizung nach dem Peeling.
  • Präparate:
Code:
Avène Diacnéal     [6%] 6% Glykolsäure  0,1% Retinaldehyd
Avène Triacnéal    [6%] 6% Glykolsäure  0,1% Retinaldehyd    0.1% Efectiose
Avène Cleanance K  [8%] 6% Glykolsäure    2% Lactat            1% Salicylsäure
Zeniac LP         [10%] 5% Mandelsäure    5% Ammoniumlactat  0,5% Salicylsäure            
Zeniac LP Forte   [16%] 5% Mandelsäure  6,3% Ammoniumlactat    1% Salicylsäure  4% Weinsäure
PC 2% BHA Liquid   [2%]                                        2% Salicylsäure
Skinoren 15 Gel   [15%] 15% Azelainsäure
Skinoren 20 Creme [20%] 20% Azelainsäure


Peeling ("mechanisch")

  • Beschreibung: Neben den "chemischen" Säure-Peelings gibt es noch viele weitere Produkte, die grob gesagt hauptsächlich auf einem "mechanischen" Abriebeffekt beruhen. Zusätzlich enthalten diese aber ebenfalls aktive, hautberuhigende Substanzen.
  • Hier einmal zwei populäre Peelings vorgestellt (gibt noch viele weitere, siehe z.B. hier):
- Luvos Heilerde 2 äußerlich (Bewertungen; ein Forumthread, für weitere benutze Suche)

Hilft sehr gut bei entzündlicher Akne und fettiger Haut (zieht das Fett beim Trocknen praktisch aus der Haut heraus), ein wenig auch gegen Mitesser (gegen Mitesser sind Retinoide und chemisches Peeling m.E. erfolgreicher). Gibts günstig in der Apotheke. Das Pulver mit Wasser oder auch Kamillentee in einer Schüssel anrühren bis sich eine matschig, breiige Konsistenz ergibt. Diese dann auf die Haut auftragen und eintrocknen lassen. Anschließend vorsichtig mit einem trockenen oder nassen Lappen abrubbeln. 1-3x die Woche anwenden, wenn man es verträgt auch häufiger.

- Stiefel Brasivil Peeling fein (Bewertungen, Forumsthema)

Wird ebenfalls von vielen Nutzern mit Erfolg benutzt -> Forumsuche.

Punktuelle & zusätzliche Behandlungen

  • Beschreibung: Unter diesem Punkt verbergen sich weitere verschiedene Produkte/Methoden, die besonders zur "punktuellen" Behandlung einzelner Pickel ("Spots") geeignet sind. Das Ziel liegt hier auf einer "Durchbrechung" der Entzündungsreaktion mit Beschleunigung der Abheilung und Verhinderung der Narbenbildung (wie immer: am besten so wenig wie möglich drücken und nur wenn ganz klar ein Mitesser zu sehen ist!). Grundsätzlich eignen sich dafür aber auch die obigen Mittel (Fruchtsäuren, Retinoide, BPO). Ohnehin sollte bei jeder Aknebehandlung das Augenmerk auf Prävention gelegt werden. Wer jeweils nur einzelne Pickel bekämpft führt einen Kampf der schwer zu gewinnen ist, da anderswo, unsichtbar, schon der nächste Pickel heranreift. Deshalb ist dieser Punkt nicht unbedingt essentiell, es reicht z.B. täglich BPO aufzutragen, nach einiger Zeit treten die einzelnen Pickel deutlich weniger auf.
  • Empfehlungen:
- Sudocrem
Eine Zinkcreme die das Abheilen von geröteten Pickeln unterstützt.

- Calendula Essenz (Bewertungen)
Enthält Ringelblumenextrakt und viel Alkohol, desinfiziert und wirkt gegen Entzündung.

- Manukaöl (Forumthread)
Wirkt ebenfalls gut gegen Entzündungen. Wichtig ist hier ein hochqualitatives Öl zu kaufen, siehe Forumthreads.

- Clinique Anti Blemish Spot Treatment (Erfahrungsberichte)
Ähnliche "Spot-Treatments" gibt es auch von anderen Firmen (La Roche Posay etc.). Die Erfahrungen sind häufig gemischter Art. Dieses enthält u.a. Salicylsäure und hilft mir persönlich sehr gut. Hat eine gelartige Konsistenz, welche langsam eintrocknet und ist so gut zum Auftragen über die Nacht geeignet. Alleinige Salicylsäure aus der Apotheke oder von Paula's Choice ist wahrscheinlich genauso gut.

- Kamillendampfbad
Eine gute hautberuhigende antientzündliche Methode, die alle paar Tage angewendet werden kann. In einem Kochtopf wird Wasser aufgekocht und ein paar Kamillenteebeutel bzw. Teelöffel (oder auch Tropfen eines Extraktes) hinzugegeben. Nun legt man seinen Kopf für ein paar Minuten direkt über den Dampf, das ganze abgedeckt von einem Handtuch damit der Dampf nicht vorschnell entweicht. Positiver Nebeneffekt: Die Poren werden richtig schön geöffnet, so dass anschließend ein Peeling z.B. mit Heilerde sehr effektiv wirken kann und Mitesser schonender entfernt werden. Alternativ gibt es auch Bedampfungsgeräte speziell für den Kopf.

- Komedonenquetscher
Alternative zum Ausdrücken mit den Händen. Vorteil ist die bessere Desinfizierbarkeit. Nachteil ist, dass man bei falschem Gebrauch, insbesondere bei zu starkem Drücken, seine Haut stärker verletzen kann. Vorgehen: Erst die Poren mit einem Dampfbad öffnen. Dann zentriert man den Mitesser/Pickel mittig in Metallschlaufe und drückt leicht und in einer Drehbewegung auf die Haut. Kommt nichts heraus, ist der Mitesser noch nicht reif und man sollte weiteres Drücken tunlichst unterlassen. Komedonenquetscher gibt es für wenige Euros bei eBay.

Antibiotika

  • Beschreibung: Die Bedeutung äußerlich angewandter Antibiotika in Form von Gels & Crems bei Behandlung der Akne hat in den letzten Jahren weiter abgenommen. Grund dafür ist zum einen, dass sie erst an Punkt 3 der Entstehung (Vermehrung von P. acnes) angreifen und nicht die wirklich ursächlichen Faktoren behandeln. Somit kann es nach einem Absetzen wieder zum Aufflammen der Akne kommen. Weiterhin ist die Wahrscheinlichkeit der Resistenzbildung noch höher als bei oraler Einnahme, weshalb die Präparate manchmal nach 1-2 Monaten plötzlich nicht mehr wirken (-> Bakterium ist resistent geworden).
Deshalb werden sie häufig mit anderen Wirkstoffen wie Retinoiden kombiniert. Eine solche Kombinationstherapie kann anfangs sinnvoll sein. Im weiteren Verlauf nach Abklingen des entzündlichen Schubes sollte dann aber am besten auf einen anderen Wirkstoff bzw. eine Monotherapie ohne Antibiotikum umgestellt werden.
  • Wirkstoffe (u.a.): Erythromycin und verschiedene Tetrazykline (wie z.B. Minocyclin oder Doxycyclin).
  • Präparate (u.a.):
Zineryt® (Erythromycin + Zinacetat)
Isotrexin® Gel (2% Erythromycin + 0,5% Isotretinoin)

Ambulante Behandlungen (Ausreinigung, Microdermabrasion, Laser, Photodynamische Therapie u.a.)

  • Manuelle Ausreinigung:Eine Ausreinigung beim Kosmetiker ist eine gute Methode, um auf einen Schlag die viele Mitesser loszuwerden. Dies ist z.B. hilfreich um mit einer geringen "Mitesserlast" in eine neue Behandlungsmethode zu starten. Leider schwankt die Durchführung von Kosmetiker zu Kosmetiker sehr stark und falsch gemacht führt eine Ausreinigung eher zur Verschlechterung des Hautzustandes. Direkt nach der Behandlung ist die Haut teilweise sehr gerötet und gereizt. Da die Mitesser weiter entstehen, sind Ausreinigungen nicht wirklich als präventive Maßnahme geeignet (es gibt jedoch Leute, die alle paar Wochen zur Kosmetikern gehen und damit Erfolge haben).
  • Technische Methoden: Behandlungen wie Microdermabrasion, Laser und Photodynamik haben in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Eine weitere Indikation neben bloßer Aknebehandlung, ist die Reduzierung von (Akne-)Narben. Nachteile sind die teilweise hohen Preise (bis zu mehreren hundert Euro) und der Fakt, dass sie direkt bei den Hausärzten/Kosmetikern durchgeführt werden müssen (das Gerät zu Hause anzuschaffen wäre zu teuer). Wichtig ist zu wissen, dass in diesem Feld viele Methoden/Hersteller (verschiedene Laser, Lichtverfahren etc.) miteinander konkurrieren und schwarze Schafe schwer von etablierten Verfahren zu unterscheiden sind. Am besten man lässt sich von einem erfahrenen und unabhängigen Hautarzt beraten, der selber nicht sein Geld damit verdient (ein nicht unerheblicher Faktor in der Produktempfehlung). Evtl. übernimmt die Kasse die Kosten, dies sollte man aber vorher absprechen.
  • Evidenz (u.a.): 1, 2, 3
  • Links: Forumthreads (1, 2)
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Geändert von Gabriel (19.11.2013 um 16:37 Uhr)
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Alt 01.05.2009, 16:14
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6.2 Innere Behandlung


Einleitung: Unter innerer Behandlung versteht man die Einnahme von Tabletten (Medikamente, Nahrungsergänzungsmittel) oder eine Ernährungsumstellung. Neben der äußeren Behandlung, die die erste Wahl bei leichten und mittelschweren Formen der Akne darstellt, macht es Sinn zusätzlich auch von innen heraus zu behandeln. Eine "innere Behandlung" ist letztendlich eleganter, denn man möchte ja nicht nur die Symptome, sondern die eigentliche Ursache seiner Akne bekämpfen (wichtig jedoch: nicht alle inneren Behandlungen setzen auch an der wahren Ursache an).
Isotretinoin ist sehr wirkungsvoll, birgt aber die Gefahr von schweren Nebenwirkungen. Die Einnahme von oralen Kontrazeptiva ("Anti-Baby-Pille") hilft vielen Frauen. Eine Zinksupplementation ist nicht sonderlich teuer und zeigt bei einigen schon gute Erfolge. Die B5-Methode ist schon in höheren Preisregionen angesiedelt, kann aber auch die verstärkte Talgbildung gut bekämpfen. Fischölkapseln sind umstritten, haben aber ebenfalls schon einigen geholfen. Eine Ernährungsumstellung erfordert noch höhere Disziplin, hier wurde aber auch von drastischen Verbesserungen berichtet. Auch in der Forschung lässt sich seit einigen Jahren abzeichnen, dass eine Verbindung zwischen Ernährung und Akne besteht.

6.2.1
Innere Behandlung: Medikamente ("Tabletten")


Isotretinoin

  • Beachte: Der Wirkstoff heisst Isotretinoin. Da das Patent darauf abgelaufen ist, wird es von vielen verschiedenen Pharmafirmen vertrieben, welche ihrerseits eigene Handelsnamen verwenden. Der Wirkstoff ist dabei immer Isotretinoin. Dies führt bei einigen zu Verwirrung. Also um es klarzustellen: Isotretinoin ("Iso") = Roaccutan® ("Roa") = Aknenormin® = Ciscutan® = Aknefug-ISO® = Isotret-HEXAL® = .... Es würde Neulingen einige Verwirrung ersparen, wenn man anstatt von Handelsnamen einfach von Isotretinoin bzw. Iso spricht.
  • Beschreibung: Isotretinoin ist ein Retinoid. Es wirkt prinzipiell wie die äußerlichen Retinoide (s.o.), verfügt jedoch bei oraler Einnahme und folglicher systemischer Wirkung über eine deutlich bessere Gewebepenetration. Aus diesem Grund unterdrückt es in dieser Form effektiv alle 4 Faktoren der Pathogenese der Akne (s.o.). Da es auf quasi alle Zellen des Körpers wirkt (fast alle tragen irgendwelche Retinoid-Rezeptoren) kann Isotretinoin auch als Hormon angesehen werden.
Isotretinoin ist der "Vorschlaghammer" der Aknebehandlungen. Quasi jede Form der Akne kann (für einige Zeit) völlig zum Verschwinden gebracht werden. Eine dauerhafte Heilung von Akne wird bei 38-66% der Patienten beobachtet (abhängig davon was man als "Heilung" versteht). Die äußerst gute Wirkung wird jedoch durch sehr häufige weniger schlimme, aber zum Teil seltene schwerwiegende Nebenwirkungen, die u.u. auch über die Behandlung hinaus bestehen können, erkauft. Darüber hinaus ist Isotretinoin stark fruchtschädigend und führt bei Einnahme während der Schwangschaft zu schweren Missbildungen des Kindes, weshalb eine orale Verhütung und gute Aufklärung bei Frauen Pflicht ist. Während und einige Monate über Therapieschluss hinaus darf deshalb kein Blut gespendet werden. Während der Behandlung muss regelmäßig Blut abgenommen werden, um eine Leberschädigung auszuschließen. Weitere Anmerkung: Aufgrund der eventuell erhöhten Krebsgefahr sollte man Isotretinoin nicht mit Rauchen kombinieren (siehe hier)!

Ab wann/wie lange wirkt Iso? Welche Dosierung? Wie sieht es aus mit Rückfällen (Rezidiven)? Generell werden Tagesdosen von 0,5-1,0 mg/kg Körpergewicht empfohlen, was etwa 40-80mg Isotretinoin pro Tag entspricht. Seit einigen Jahren tendieren die Ärzte aber auch zu "Low-dose Therapien" (10-20mg pro Tag), welche weniger Nebenwirkungen bei vergleichbare Aknereduktion haben (Behandlung ist dann entsprechend länger). Eine Anfangsverschlechterung ist möglich und normal. Nach 1-4 Monaten sollte eine zunehmende Besserung sichtbar werden. Generell wird empfohlen mindestens eine kumulative Gesamtdosis von 120 mg pro kg Körpergewicht zu erreichen (bei 70kg Körpergewicht macht dies 8400mg, bei 40mg/Tag entspricht dies einer Behandlungszeit von etwa 7 Monaten). Wird die Behandlung vor Erreichen der empfohlenen Gesamtdosis gestoppt, ist die Wahrscheinlichkeit höher einen Rezidiv zu erleiden. Bei höheren Gesamtdosen >120mg/kg KG verbessert sich die Rezidivfreiheit nicht nennenswert weiter. Abgesehen von dieser Dosisabhängigkeit konnte jedoch gezeigt werden, dass grob 50% (die Hälfte) aller Iso-Behandelten früher oder später (Monate bis Jahre nach Behandlung) einen Rückfall erleiden. Dann kann ein weiterer Kurs in Frage kommen, wobei die Erfolgswahrscheinlichkeit der weiteren Kurse geringer ist.
  • Bewertung: Aus obigen Gründen sollte die Indikation für eine Isotretinoin-Therapie grundsätzlich streng gestellt werden. Die Einnahme von Isotretinoin sollte nach einer Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen. Bei sehr schweren entzündlichen Formen der Akne mit Gefahr der Narbenbildung, (multipel) therapieresistenter Akne und Akne, die deutlich mit psychosozialen Einschränkungen des Erkrankten einhergeht, ist Isotretinoin Mittel der Wahl, da hier der Nutzen des Medikaments den Risiken in den allermeisten Fällen überwiegt. Seit einiger Zeit hört man häufiger, dass Akne auch bei minderschweren Fällen verschrieben wird (teilweise nur zur Behandlung von fettiger Haut oder ein paar Pickeln). Dies hat vielleicht für den Großteil der Erkrankten keinen negativen Effekt. Ein kleiner Teil jedoch wird sich später mit schwerwiegenden Nebenwirkungen wiederfinden und überlegen, ob nicht vielleicht auch eine der vielen anderen Behandlungen (welche kaum so schwere Konsequenzen haben) geholfen hätte. Deshalb lautet mein Ratschlag:
1. Für noch nicht Isotherapierte:

Aus diesem Grund vertrete ich die Meinung, dass bei minderschweren Fällen vorher immer einige der anderen in diesem Artikel aufgeführten Methoden (korrekt) ausprobiert werden sollten, bevor zu Isotretinoin gegriffen wird. So senkt man sein eigenes Risiko an unnötigen Nebenwirkungen zu erkranken.
Insbesondere sollte jeder vorher eine überlegte, konsequente, und auf seinen Körper angepasste, ausreichend lange Nahrungsumstellung versucht haben (s.u.). Allein dadurch lässt sich bei vielen die Ursache der Akne beheben, sofern die Diät dauerhaft durchgeführt wird! Man sollte zum einen bedenken, dass etwa jeder zweite Isotretinoin-behandelte früher oder später einen (meist weniger schweren) Rückfall erleidet, zum anderen, dass bei den meisten die Acne vulgaris bis Ende 30 von selbst ausklingt. Deshalb halte ich es für sehr sinnvoll weniger stark in seinen Körper einzugreifen und bis dahin die Akne durch eine der vielen andere Methoden am Ausprägen zu hindern.

Auf der anderen Seite macht es bei einigen aufgrund der teilweise sehr hohen psychosozialen Belastungen wenig Sinn, die Heilung in quälend weite Ferne zu schieben, womöglich mit der Konsequenz von physischen und psychischen Langzeitfolgen (Narben, Depression etc.). Niemand sollte unnötig lange (mehrere Jahre) unter Akne leiden: Sprecht das Thema Iso bei eurem Hautarzt an und lasst euch umfassend beraten. Zum Thema Ernährungsumstellung würde ich jedoch an eurer stelle lieber auf Ratschläge in diesem Forum achten, da die meisten Hautärzte ignorant dem gegenüber sind oder einfach keine Ahnung haben.

2. Für bereits Isotherapierte:

Wer fertig und aknefrei ist, sollte bedenken, dass Isotretinoin die Akne unterdrückt (teilweise lebenslang) aber nicht die eigentlichen Ursachen bekämpft! Wer also weiterhin eine Ursache von Akne in seinem Körper hat (z.B. Hormonungleichgewicht bei Frauen) bzw. diesem zuführt (falsche Ernährung) wird mit aller Wahrscheinlichkeit auch nach Iso wieder Akne bekommen, wenn auch meist weniger schwer! Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte parallel mit dem Ende der Iso-Therapie eine der milden äußerlichen Methoden und/oder eine Ernährungsumstellung erwägen! Wer dies nicht beherzigt und einen Rückfall erleidet, sollte wissen, dass die Chance auf Langzeit-Erfolg bei weiteren Behandlungen sehr gering ist (während der Iso-Einnahme wird die Akne zurückgedrängt, danach tritt sie wieder auf -> dies spricht dafür dass die Ursache der Akne nicht behoben ist!). Nun können natürlich einige fragen:

3. Warum machen wir nicht alle eine dauerhafte low-dose Isotherapie?

Hiervon kann ich nur stark abraten! Isotretinoin hemmt die Schilddrüse und das Risiko von Nebenwirkungen steigt meiner Meinung nach mit der Dauer der Therapie. Isotretinoin sollte, wenn überhaupt nur kurzzeitig genommen werden, um eine sehr starke entzündliche Akne "runterzukühlen". Gleichzeitig sollte jedoch die Ursache beseitigt werden, sonst tritt die Akne nach Therapieende wieder auf! Hier spreche ist auch eigener Erfahrung, der Erfahrung vieler Nutzer hier im Forum und wissenschaftlicher Daten (hohe Rate an Rezidiven nach Ende der Isotherapie, in den Studien dokumentiert). Nur für einen sehr sehr kleinen Teil der Akneleidenden, bei denen nach langer Suche keine Ursache gefunden wurde, und die an einer sehr entzündlichen, vernarbenden und psychisch-belastenden Akne leiden, kann eine Langzeittherapie in Erwägung gezogen werden.
  • Nebenwirkungen (für eine einfacher verständliche Version im Beipackzettel siehe unten in den Links):
Sehr häufig (>10%):
Haut a Dermatitis, Cheilitis, trockene Haut u. Schleimhaut, lokalisierte Exfoliation, Hautverletzlichkeit (Risiko von Schürfwunden), erythematöser Hautausschlag b Pruritus
Muskel und Skelett c Myalgie, Arthralgie, Rückenschmerzen (v. a. bei jugendlichen Pat.)
Augen d Trockenes Auge, Augenirritation, Blepharitis, Konjunktivitis
Leber e Erhöhte Transaminasen
Stoffwechsel f Erhöhung der Triglyceride im Blut, Verminderung der Lipoproteine hoher Dichte (HDL)
Blut g Anämie, Thrombozytopenie, Thrombozytose, erhöhte Sedimentationsrate der roten Blutkörperchen

Häufig (≥1% bis <10%):
Nervensystem und Psyche h Kopfschmerzen
Stoffwechsel i Erhöhung des Cholesterins im Blut, Erhöhung der Blutglukose
Atemwege j Nasentrockenheit, Epistaxis, Nasopharyngitis
Blut k Neutropenie
Urogenitaltrakt l Hämaturie, Proteinurie

Selten (≥0,01% bis <0,1%):
Haut (p) Allergische Hautreaktionen (s. p Immunsystem) m Alopezie
Nervensystem und Psyche n Depression o Verschlimmerung bestehender Depressionen, Stimmungsschwankungen, Hang zu Aggressivität, Angstgefühle
Immunsystem p Allergische Hautreaktionen, Hypersensitivität, anaphylaktische Reaktionen

Sehr selten (<0,01%):
Haut q Acne fulminans, Verschlimmerung der Akne (Aufflammen der Akne), Erythem (im Gesicht), Exanthem, pyogenes Granulom, Hyperpigmentierung der Haut, vermehrtes Schwitzen, Photosensibilitätsreaktion r Veränderungen der Haare, Hirsutismus s Nageldystrophie, Paronychie
Muskel und Skelett t Arthritis, Tendinitis, Verkalkung (Kalzifikation von Bändern u. Sehnen), Exostosen (Hyperostose), verminderte Knochendichte, vorzeitiger Schluss der Knochenwachstumsfugen
Nervensystem und Psyche u Benigne Erhöhung des Schädelinnendrucks, Konvulsionen, Schläfrigkeit v Verhaltensauffälligkeiten, psychotische Störungen, Suizidversuch, Suizid w Suizidgedanken
Augen x Verschwommenes Sehen, Katarakt, Farbenblindheit (vermindertes Farbsehen), Kontaktlinsenintoleranz, Hornhauttrübung, vermindertes Nachtsehen, Keratitis, Papillenödem (als Zeichen einer benignen Erhöhung des Schädelinnendrucks), Photophobie
Ohren y Verschlechterung des Hörens
Gastrointestinaltrakt z Trockener Rachen, Unwohlsein, Übelkeit, gastrointestinale Blutungen, blutiger Durchfall, entzündliche Darmerkrankung, Ileitis, Kolitis, Pankreatitis
Leber 1. Hepatitis
Stoffwechsel 2. Diabetes mellitus, Hyperurikämie
Gefäße 3. Vaskulitis (z. B. Wegener'sche Granulomatose, allergische Vaskulitis)
Atemwege 4. Heiserkeit, Bronchospasmus (v. a. bei Pat. mit Asthma)
Blut 5. Erhöhung der Kreatinphosphokinase im Blut
Urogenitaltrakt 6. Glomerulonephritis
Immunsystem 7. Lymphadenopathie, Infektion (mukokutan) mit grampositiven Bakterien
Sonstiges 8. Granulationsgewebe (vermehrte Bildung)
(Quelle: Rote Liste)


Für Frauen: "Die Pille" (Orale Antikontrazeptiva und Antiandrogene)

  • Beschreibung: Bei Frauen kann die Akne auch durch einen erhöhten Androgenspiegel und/oder Zyklusschwankungen bedingt sein. Aus diesem Grund leiden einige Frauen auch über die 30 hinaus unter Akne. Hier macht es Sinn mithilfe oraler Antikontrazeptiva ("Die Pille") und Antiandrogenen den Androgenüberschuss zu bekämpfen. Bei vielen Frauen ist dies eine wirkungsvolle Methode gegen die Akne. Spironolacton ist ein weiteres Medikament was u.u. auch bei Akne hilft. Bei Männern verbietet sich aus verschiedensten Gründen die systemische Androgenunterdrückung (Gefahr von Unfruchtbarkeit, Gynäkomastie etc..). Für weitere Informationen bitte den Hautarzt und/oder Gynäkologen fragen.
  • Präparate: Diane 35, etc. (Hautarzt/Gynäkologen fragen)

Antibiotika


  • Beschreibung: Orale Antibiotika wirken um einiges effektiver als ihr äußerlich aufgetragene Antibiotika. Bei mittelschwerer bis schweren Formen helfen sie sehr gut in der Initialphase, hier kombiniert mit einer guten äußerlichen Behandlung wie z.B. BPO. Eine langfristige Einnahme sollte eher vermieden werden, zum einen weil meist Resistenzen entstehen, zum anderen weil sie sich negativ auf die Darmgesundheit auswirken können. Antibiotika aus der Gruppe der Tetrazykline (z.B. Minocyclin, Doxycyclin) sollten nicht mit Isotretinoin kombiniert werden (-> Gefahr der Hirndruckerhöhung).
  • Wirkstoffe und Präparate (Erfahrungsberichte in Klammern)
Minocyclin: Skid® (1, 2, 3, 4)
Doxycyclin: Doxyderma® (1, 2)
Doxycyclin: ORAYCEA® (1)
etc.
  • Links: Diskussion über Antibiotika-Langzeitbehandlungen

Geändert von Gabriel (19.11.2013 um 16:36 Uhr)
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6.2.2 Innere Behandlung: Nahrungsergänzung


Vitamin A, D, E & K

  • Das fettlösliche Vitamin, was den größten Einfluss auf die Entstehung von Akne hat, ist Vitamin A. Um mehr über die positiven Effekte dieses Vitamins auf die Haut zu erfahren, schaut bitte in diesen Artikel.
  • Damit Vitamin A richtig wirken kann, benötigt der Körper ausreichend Vitamin E. Vitamin E bekommt ihr z.B. as frischen Früchten und möglichst PUFA-armen Pflanzenölen wie Palmöl und Olivenöl. Wenn ihr ein Supplement nehmt, achtet darauf möglichst natürliches Vitamin A (D-alpha-Tocopherol bzw. gemischte Tocopherole) zu nehmen. In den meisten deutschen Supplementen ist leider synthetisches Vitamin E (DL-alpha-tocopherol) enthalten und viele unnötige Zusatzstoffe enthalten.
  • Vitamin A interagiert auch mit Vitamin D und Vitamin K. Es macht also Sinn auch auf eine ausreichende Aufnahme dieser Vitamine zu achten. Vitamin D erhalt man am besten durch die Sonne, Vitamin K aus gut gekochten grünblättrigem Gemüse (Grünkohl), Organen (Leber, Herz etc) oder gut gereiftem Käse. In Pflanzen ist immer Vitamin K1 enthalten, während in tierischen Produkten meist Vitamin K2 vorhanden ist. K2 ist vermutlich der im Körper entscheidende Vitamin K Metabolit.
  • Vitamin A interagiert auch mit Zink. Eine ausreichende Zinkversorgung verbessert so auch die Vitamin A Wirkung (siehe nächster Punkt).

Zink

  • Beschreibung: Zink ist ein wichtiges essentielles Spurenelement des Körpers. Bei ausgewogener und gesunder Ernährung ist eine Zinksupplementation eigentlich nicht nötig. Es wurde jedoch gezeigt dass Aknepatienten teilweise erniedrigte Zinkspiegel aufweisen. Hier vermindert eine Zinkeinnahme eventuell die Zahl entzündlicher Läsionen (Mitesser werden soweit ich weiß weniger durch Zink beeinflusst). Ich empfehle Zink am besten durch Austern aufzunehmen, da Zinksupplemente meist langfristig nur schlecht wirken (für Infos dazu auf den Link klicken). Wer mit Austern keinen Erfolg hat, kann Zink über Tabletten einnehmen. Empfohlen werden Tagesdosen von 5-50mg. Bei langfristiger Einnahme sollte am besten nicht mehr als 25mg eingenommen werden. Bei einigen helfen aber erst höhere Dosierungen. Am besten man steigert langsam die Dosierung, um zu verhindern, dass man unnötigerweise zu viel Zink aufnimmt. Alternativ macht man ein "Wash-In" mit 50mg/Tag für einige Wochen und reduziert dann auf eine Erhaltungsdosis von 5-25mg/Tag. Einige Anwender berichteten bei Langzeiteinnahme über fettigere Haut, was den antientzündlichen Effekt des Zinks wieder neutralisieren könnte. In einem solchen Fall macht es Sinn die Dosis zu reduzieren, das Zink mit Kupfer zu balancieren oder Zink nur in akuten Schubphasen einzunehmen.
  • Nebenwirkungen: Chronische zu hoch dosierte Einnahme: Verschlechterung des Kupfer und Eisenstoffwechsels (Faustregel bei Neigung zu Kupfermangel: bei 10mg Zink ca. 1mg Kupfer zuführen). Verringerung von HDL-Lipoproteinen.
Bei akuter Überdosierung (weit über 100mg) zeigen sich Vergiftungserscheinen wie metallischer Geschmack, Kopfschmerzen, Übelkeit etc. Diese klingen nach dem Absetzen i.d.R folgenlos ab.
  • Präparate: Zinkpräparate in ausreichender Dosis gibts zum einen in der Apotheke, zum anderen günstig im Internet. Das Zink ist immer mit einem anderen Stoffen komplexiert (Glukonat, Sulfat, Aspartat etc). Welcher Komplex am besten wirkt, ist umstritten. Ich rate euch zu Zinkglukonat.
Beispiele:

Zink Sandoz 20 (Zink-Glukonat)
Zink Verla 20 (Zink-Glukonat)
Cefazink 10/20 (Zink-Glukonat)
Zinkorot® (Zink-Orotat)
Curazink® (Zink-Histidin)
Unizink® (Zink-Aspartat)
  • Links: Wikipedia, Erfahrungsberichte (1, 2), Weitere Zink-Tipps von pm2


Vitamin B3 (Niacinamid)

  • Niacinamid (Vitamin B3) ist ein wenig bekanntes Mittel gegen Akne, welches immer einmal einen Versuch wert ist. Es kann als Tablette eingenommen oder auf die Haut aufgetragen werden. Ein bekannte Creme mit Niacinamid ist Papulex.
  • Weitere Infos findet ihr in diesem Artikel. Auch findet ihr ältere Erfahrungsberichte über die Forumssuche (dort neben Niacinamid auch Niacin eingeben).


Vitamin B5 (Pantothensäure)

  • Beschreibung: Die Einnahme von hochdosiertem Vitamin B5 zur Behandlung der Akne fußt auf einem Paper von 1995 von einem gewissen Dr. Leung (link). Dieser beschrieb eine starke Verbesserung der Akne bei einer Einnahme von 10g Vitamin B5 pro Tag, dem 2000fachen (!!) der generell empfohlenen Tagesempfehlung von etwa 5mg/Tag. Seine "Studie" war jedoch alles andere als wissenschaftlich (keine Kontrollgruppe, Methoden nicht aureichend beschrieben etc) und bis heute ist ein weiterer wirklich wissenschaftlicher Beweis zu seiner These ausgeblieben. Der genaue Wirkmechanismus ist ebenfalls unbekannt, wobei Dr. Leung in seinem Paper einige Hypothesen aufzählt. Was sich jedoch in den Jahren hinaus vermehrte sind zahlreiche Fälle von anekdotischer Evidenz unter Aknepatienten. Sehr viele berichten von einer verminderten Talgproduktion und in der Folge auch der Akne (siehe Erfahrungsberichte; selbst habe ich die Methode auch ausprobiert, auch bei mir zeigt sie gute Erfolge in der Talgreduktion). Zu beachten ist, dass der talgproduktionshemmende Effekt nur so lange anhält, solange man das B5 nimmt. Es sind keine wirklichen Langzeiteffekte wie bei Isotretinoin zu beobachten (kann man positiv & negativ sehen). Nach ein paar Monaten hochdosierter Einnahme kann man jedoch versuchen die Einnahme auf Dosen von etwa 5g pro Tag zu reduzieren.
  • Nebenwirkungen: Trotz des vielfachen Überschreitens der empfohlenen Tagesdosis sind die Nebenwirkungen überraschend gering, wahrscheinlich weil das lebenswichtige Vitamin vom Körper selbst schon in Massen benutzt wird und aufgrund seiner Wasserlöslichkeit gut ausgeschieden werden kann. Die Nebenwirkungen sind hauptsächlich gastrointestinaler Art (Bauchgrummeln, Blähungen, Durchfälle) und zeigen sich insbesondere in den ersten Tagen oder wenn die Tabletten auf nüchternem Magen eingenommen werden. Soweit ersichtlich (ermangels klinischer Studien) gibt es keine Anzeichen für Langzeitnebenwirkungen bei längerer Einnahme. Eine Studie mit Ratten ergab, dass der NOAEL-Wert in einem sehr hohen Bereich liegt (also die Ratten hohe Dosen ohne NW vertragen; 1). Dennoch Einnahme auf eigene Gefahr!
  • Präparate: In Deutschland sind ausreichend hochdosierte Präparate nicht verfügbar, so dass man gezwungen ist übers Internet im Ausland zu bestellen. Die billigsten mir bekannten Tabletten gibt es bei Rosemary's (270 Tabletten mit 500mg Vitamin B5 für 11.16 Pfund) (Update: Leider gibt es den Laden nicht mehr!). Bei 500mg Tabletten muss man 20 (!) Tabletten pro Tag schlucken, am besten aufgeteilt pro Tag 3-4x jeweils 5-6 Tabletten. Dies klingt in der Tat hart und erfordert einige Disziplin, aber man gewöhnt sich daran. Bei 20 Rosemary's Tabletten pro Tag kommt man in etwa auf Kosten von 25-30 Euro pro Monat (~1 Euro pro Tag).
  • Eine weiterer Anbieter von B5 ist Vilantae. Dieser bietet Tabletten ebenfalls mit 500mg B5 an, denen aber noch weitere Vitamine und Spurenelemente beigefügt sind (siehe Etikett). Aufgrund des hohen Preises und der weiteren (m.E. unnötig beigefügten) Vitamine kann ich Vilantae nicht empfehlen.Einige Nutzer berichten sogar von einer schlechteren Wirkung im Vergleich zu alleinigen Präparaten wie z.B. von Rosemary's (siehe Forumsuche "Vilantae").
  • Mittlerweile gibt es B5 auch als Pulver oder Tabletten bei eBay zu kaufen. Über die Qualität kann ich nichts sagen, die Preise sind jedoch gut.


Vitamin B6 (Pyridoxin)

  • Vitamin B6 (Pyridoxin) ist insbesondere in Kombination mit einem Magnesium-Supplement bei prämenstrueller Akne (also Akne die immer vor der Regelblutung aufblüht) hilfreich. Zur Wirksamkeit bei Männern kann ich nichts sagen, einen Versuch wäre es aber wert.


Omega-3-Fettsäuren / Fischölkapseln

  • Beschreibung: Fischölkapseln enthalten die mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren DHA und EPA. Sie scheinen anti-entzündliche Effekte im Körper zu haben. Der deutschen Bevölkerung wird wegen des niedrigeren Fischkonsums (im Vergleich zu Japan oder Island) ein Mangel an DHA und EPA nachgesagt. Häufig ist auch von einem Omega-3/Omega-6 Ungleichgewicht die Rede (zuviel Omega-6 von unausgewogenen Pflanzenölen, zuwenig Omega-3) (->siehe hierzu den Abschnitt "Andere Fette" weiter unten!).
  • Empfehlung (allgemein): Die Sinnhaftigkeit einer präventiven Fischölkapsel-Einnahme bei gesunden Menschen ist hoch umstritten. Eine große Metaanalyse von kontrollierten Studien aus dem Herbst 2012 hat gezeigt, dass diese die Häufigkeit von Herzinfarkten nicht senken konnten. Eine präventive Einnahme von Fischölkapseln kann ich deswegen nicht empfehlen. Im Gegenteil, ich rate euch davon ab. Ein Grund ist, dass Omega-3-PUFAs sehr instabil sind und während Isolation und Pillen-Produktion Schaden nehmen können. Ein weiterer Grund ist, dass exzessive Aufnahme selbst von unbeschädigten Omega-3 PUFAs langfristig Oxidationsreaktionen im Körper begünstigt. Zudem kann sich deren entzündungshemmende Wirkung langfristig negativ auf die Immunabwehr des Körper auswirken. Wenn ihr mehr Omega-3-PUFAs aufnehmen wollt, dann nur in Maßen und am besten aus frischem und schonend-zubereiteten ganzen Fisch.
  • Empfehlung (bei Akne): Zur Behandlung der Akne mit Fischölkapseln sind keine hochqualitativen Studien verfügbar, die Evidenz stützt sich lediglich auf einige Fallberichte (z.B. hier) und einer Reihe von Erfahrungsberichten (z.B. bei acne.org). Eine neuere Studie aus dem Jahr 2012 weist darauf hin, dass Omega-3-Fettsäuren bei stärkerer entzündlicher Akne wirken, bei leichter Akne jedoch zu einer Verschlechterung führen können (siehe hier). Diese Beobachtung kann ich an mir selbst bestätigen (d.h. ich habe als jemand mit eher leichter Akne eine leichte Verschlechterung bemerkt). Die Erfahrungsberichte hier und bei acne.org sind ebenfalls sehr gemischter Natur, wahrscheinlich aufgrund dieses unterschiedlichen Effektes. Ich persönlich finde es sinnvoller und gesünder seine PUFA-(und insbesondere die Omega-6-PUFA)-Aufnahme auf ein Mindestmaß zu reduzieren, als mit Fischölkapseln herum zu experimentieren. Studien zeigen auch, dass man allein durch Meiden von Omega-6 PUFAs seinen Omega-3 Haushalt schon normalisieren kann.
  • Präparate: In Drogeriemärkten gibt es viele verschiedene Produkte, häufig auf Basis von Lachsöl. Stiftung Warentest hat einige von Ihnen unter die Lupe genommen (link), als besonders günstig und mit ausreichendem DHA/EPA Gehalt stach "dm/Das Gesunde Plus Omega3 Lachsöl 1000" heraus. 60 Kapseln kosten ca. 4 Euro. 1 Pille (1 Gramm) enthält hierbei ca. 28% (280 mg) DHA und EPA, sodass man mit 4 Kapseln pro Tag auf die ungefähre, nicht absolute, Empfehlung von 1g DHA/EPA pro Tag kommt. Darüber hinaus sind im Internet auch höherkonzentrierte und ggf auch günstigere Omega-3 Präparate erhältlich.


Andere

  • Selbstverständlich gibt es noch viele weitere Nahrungsergänzungsmittel, die bei Akne beworben und teilweise von Nutzern empfohlen werden (Chrom, Chorella-Algen, Selen etc). Hier ist die Datenlage aber noch dünner & uneindeutiger. Am besten man experimentiert ersteinmal mit Vitamin A, Vitamin E, Zink und den B-Vitaminen, am besten aus natürlichen Lebensmitteln. Allein hiermit kann man schon sehr viel verbessern.

6.2.3 Innere Behandlung: Nahrungsumstellung


Einleitung: Manche sehen eine richtige, an den eigenen Körper angepasste Ernährung als den eigentlichen Schlüssel zur Therapie der Akne. Deshalb lohnt es sich für jeden, der mit obigen Methoden keinen langanhaltenden Erfolg hat, über eine Ernährungsumstellung nachzudenken. Es gilt jedoch zu beachten, dass in diesem Feld keine für alle gültigen Entscheidungen, sondern nur vage Empfehlung gemacht werden können, bedingt durch die große Verschiedenheit der Menschen und auch der Akne untereinander.

Die noch allgemein vorherrschende Meinung ist: "Ernährung hat keinen Einfluss auf Akne". Doch wie viele Aknepatienten und zunehmend klinische Studien bestätigen: Es gibt einen Einfluss der Ernährung auf den Hautzustand (Hautärzte die immer noch stur behaupten Ernährung spiele keine Rolle, stehen auf dem völlig veralteten Wissenstand der 60er Jahre). Ob die Ernährung aber letzlich der Auslöser von Akne ist, ist äußerst unklar. Eher geht man davon aus, dass sich bei gewisser genetischer Prädispostion gewisse Ernährungsweisen negativ auf die Akne auswirken können (was erklären würde warum manche Leute bei ungesündester Ernährung eine perfekte Haut haben, während andere schon bei kleinsten Ernährungssünden mit Pickeln bestraft werden). So unklar die Studienlage, so viele verschiedene "Regimens" bzw. Kuren bestehen zur angeblichen Heilung der Akne. Vieles ist unbewiesen und umstritten, weshalb Ernährungsumstellungen für den Aknepatienten ein sehr frustrane Angelegenheit darstellen können (bei dem einen hilfts, beim anderen nicht, der eine bekommt von Birnen Pickel, der andere von Äpfeln etc.).

Grob gesagt gibt es 3 Hauptströmungen: 1. Weniger bzw. andere Kohlenhydrate, 2. andere Fette und 3. andere/weniger Milchprodukte. Strategie 1. und 3. sollte man eher nacheinander und nicht gleichzeitig durchführen (da Gefahr des Nährstoffmangels und Mangelernährung), Strategie 2 kann man eigentlich immer anfangen. Gut ist es erst einmal seine eigene Ernährung zu analysieren ("Was esse ich eigentlich?") und auf dieser Basis zu entscheiden, welche Nahrungsumstellung für einen am besten passt. Da ein positiver (oder gar negativer) Einfluss durch Ernährung meistens sehr langsam wirkt, sollte ein Ernahrungsplan mindestens 2-6 Monate durchgeführt werden.


Andere Kohlenhydrate

  • Beschreibung: Unter Kohlenhydraten versteht man alle Einfach- (Glucose, Fructose), Zweifach- (Saccharose, Laktose) und Mehrfachzucker (Stärke). Die Ernährungsstrategie besteht daraus entweder andere oder weniger Kohlenhydrate (Low Carb) zu essen. Der genaue Mechanismus warum manche kohlenhydrathaltige Nahrungsmittel die Akne verschlechtern, ist unbekannt. Einige scheinen negativ auf das Gluten in Weizenprodukten zu reagieren. Andere Patienten schütten vielleicht durch ein Übermaß an Kohlenhydraten zuviel IGF-1 aus, was Akne begünstigt. Bei anderen haben gewisse Kohlenhydrate womöglich auch einen Einfluss auf die bakterielle Besiedelung im Darm, und diese könnte über noch wenig verstandene Wege auch die Haut beeinflussen. Vollkornbrot und andere ballaststoffreiche schwerverdauliche Kohlenhydrate können den Darm reizen und auch so die Akne verschlechtern.
  • Varianten
Paläo: Die Paläo-Diät (Steinzeit- bzw. Hunter-Gatherer-Diät) beschränkt sich nur nur auf Kohlenhydrate, sondern verfolgt ein allgemeines Prinzip. Dieses lautet: Ernähre dich so natürlich/ursprünglich wie möglich und halte dich von allen Auswüchsen der modernen westlichen Ernährung fern (prozessierte Nahrungsmittel, industrielle Öle, Fast food etc.). Bezüglich Kohlenhydraten sollten v.a. raffinierter Zucker und Weizenprodukte gemieden werden. Andere Kohlenhydrate, z.B. die aus Wurzelgewächsen sollen weniger problematisch sein (Süßkartoffeln, Knollen, Karotten etc.). Eine weitreichende Diskussion findet ihr am Anfang des Low-Carb Threads (Achtung: Dieses Thema ist sehr detailreich und beschäftigt sich mittlerweile mit Ernährung allgemein). Einige Leute haben sehr gute Erfolge mit dieser Diät. Wissenschaftliche Studien speziell zur Akne gibt es bisher nicht, der Ansatz ist jedoch erfolgsversprechend (Erfahrungsberichte: 1).

Glutenfrei:
Diese Variante hat zum Ziel alle Gluten-haltigen Nahrungsmittel, d.h. alle Weizenprodukte (in Form von Brot, Nudeln, Pizza, Kekse etc.), zu meiden. Seinen Kohlenhydratbedarf kann man weiterhin über Kartoffeln, Reis oder andere glutenfreie Lebensmittel decken (Erfahrungsberichte: 1, 2).

Low Carb: Prinzip der Low Carb-Diät ist es, seinen Kohlenhydratanteil so stark wie möglich zu reduzieren und stattdessen seine Energie aus Fett und Proteinen zu ziehen. Dies beinhaltet u.a. einen Verzicht auf jeglichen Zucker, Getreide-, Mais- und Reisprodukte. Bei langfristiger Anwendung führt die Diät zu einer hormonellen Umstellung mit einer Reduktion der Insulin und IGF-Ausschüttung (IGF ist zum Teil verantwortlich für die Überaktivität der Talgdrüsen und folglich der Akne). Einige Akneerkrankte konnten mit dieser Ernährung gute Erfolge verzeichnen. Ob eine dauerhafte Low Carb Diät gesund für den Körper ist, ist nicht ausreichend wissenschaftlich geklärt. Es gibt jedoch Hinweise, dass eine starke Low-Carb-Diät Stresshormone im Körper aktiviert, was sich langfristig negativ auswirken kann (Schilddrüsenunterfunktion, Müdigkeit etc.). Ich glaube eine ausreichende Kohlenhydratzufuhr ist sehr wichtig für eine optimale Gesundheit. Deswegen empfehle ich mittlerweile eine Low-Carb Diät nur noch, wenn andere Ernährungsstrategien partout nicht geholfen haben (Erfahrungsberichte: 1 -> mittlerweile beschäftigt sich dieses Thema mit Ernährung allgemein).

Low-Glycemic Index: Hier liegt der Fokus darauf Kohlenhydrate mit einem hohen glykämischen Index zu meiden, also diejenigen die zu höheren Glucose-Peaks (und so ggf. zu Insulin und IGF Erhöhungen) im Blut führen. Nahrungsmittel mit einem hohen glykämischen Index sind z.B. industriell verarbeitete Mehlprodukte wie Weißbrot. Der Glycemic-Index-Ansatz wurde in den letzten Jahren zunehmend kritisiert, da in Studien keine Großen unterschiede zwischen einer Low-GI und einer High-GI Diät hinsichtlich Gewichtszunahme und Diabetes gefunden wurden. Auch zur Akne gibt es bei dieser Methode wenige Erfahrungsberichte, so dass ich empfehle lieber eine der oberen Methoden auszuprobieren.
  • Evidenz (u.a.): 1, Übersichtsartikel z.B. hier


Andere Fette

  • Beschreibung: Die Hauptbestandteile von Nahrungsfetten sind Fettsäuren und werden im folgenden vereinfacht "Fette" genannt. Im Allgemeinem gilt bei Fetten "Du bist was du isst" - Soll heißen: Die Fette die man selbst über die Nahrung aufnimmt, sind auch diejenigen welche im Körper für Stoffwechsel und Signalkaskaden verwendet werden. Das heißt, isst man Fette die pro-entzündliche Eigenschaften haben, können diese im Körper möglicherweise auch Entzündungen begünstigen.
Zitat:
Basiswissen Fettsäuren:
1. Gesättige Fettsäuren
  • Laurinsäure (C12)
  • Palmitinsäure (C16)
  • Stearinsäure (C18)
2. MUFAs = mono-unsaturated fatty acids = Einfach ungesättigte Fettsäuren
  • Ölsäure (C18)
3. PUFAs = poly-unsaturated fatty acids = Mehrfach ungesättigte Fettsäuren
  • Omega-6-Fettsäuren
    • Linolsäure (C18:2)
    • Gamma-Linolensäure (C18:3) (GLA)
    • Arachidonsäure (C20:4)
  • Omega-3-Fettsäuren
    • Alpha-Linolensäure (C18:3)
    • Eicosapentaensäure (C20:5) (EPA)
    • Docosahexaensäure (C22:6) (DHA)
4. Transfette = Ungesättigte Fettsäuren, bei denen die Doppelbindung in Trans-Isomerie vorliegt.
  • Natürliches Vorkommen in Milchprodukten: Käse, Milch, Jogurt.
  • Unnatürliches Vorkommen in industrieller Nahrung: Sie entstehen bei der Härtung/Hydrierung von PUFAs (Stichwort "teilweise/ganz gehärtete Fette", Margarine der 70er Jahre).
  • Unnatürliches Vorkommen beim Kochen: Sie entstehen beim starken Erhitzen (Braten) von PUFAs.
Die Frage ist also, welche Fette vorwiegend pro-entzündlich und welche eher anti-enzündlich wirken. Hierzu lautet die bisherige weitverbreitete Erkenntnis: Meide gesättigte Fette und bevorzuge ungesättigte Fette. Diese allgemeine Formel wird von fast allen Mainstream-Ernährungs-Leitlinien vertreten, wie z.B. der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). In der Folge hat sich diese Ansicht in der Bevölkerung mittlerweile so festgebissen, dass Politiker sich teilweise schon zu Schutz-Steuern auf gesättigte Fette haben hinreißen lassen (so passiert in Dänemark).
Tatsächlich jedoch ist die Erkenntnis gesättige Fette seien schlecht und ungesättigte Fette gut auf sehr dünnem wissenschaftlichen Eis gebaut. Darüber hinaus häufen sich sogar Daten, dass die Sache möglicherweise genau anders herum zutrifft: Also gesättigte Fette vom Körper gut vertragen werden, ein Übermaß an mehrfach-ungesättigten Fetten hingegen den Körper potentiell schädigt. Dies zeigt wie komplex das Thema in Wahrheit ist und wie wenig wir auf dem Gebiet der Fett-Ernährungsforschung wissen. Eines zeigt die Kontroverse mit Sicherheit: Dass man mit Verallgemeinerungen "gesättigt=schlecht" und "ungesättigt=gut" nicht sehr weit kommt.

Für Leute mit Akne und anderen chronischen Erkrankungen, denen die DGE-Empehlungen offensichtlich nicht helfen, lohnt sich deshalb eine alternative Sichtweise von Fetten, welche im Folgenden einmal kurz skizziert wird. Die Ratschläge orientieren sich hierbei weniger an großen "Mainstream-Studien" (die leider warum auch immer noch nicht gemacht wurden) und den DGE-Empfehlungen, sondern an kleineren wissenschaftlichen Arbeiten, anekdotischer Evidenz und (meines Erachtens) dem gesunden Menschenverstand. Detailliertere Informationen findet man u.a. hier im Forum (z.B. von user paba), der sich intensiv mit dem Thema beschäftigt hat (siehe Links). Wer sich für dieses Thema interessiert, dem rate ich also unbedingt sich im großen Low-Carb Ernährungsthema in die Problematik einzulesen (das Lesen von wikipedia u.ä., außer zur Erlangung von chemischem Basiswissen, hilft wenig, da dort hauptsächlich Mainstream-Meinungen vertreten werden!). Wichtig: Auch diese Ratschlage sind in gewisser Weise verallgemeinernd und sollen zum eigenen ausprobieren/recherchieren anregen!
Zitat:
Bevorzuge:
  • Unverarbeitete/Kaltgepresste/Native Fette (Ausnahme Kokosöl, dieses ist auch in raffinierter Form, so lange es ungehärtet ist, unbedenklich)
  • Fette mit geringem Anteil an PUFAs, insbesondere bei hohen Temperaturen (Braten).
    • z.B. Kokosöl, Butter, Butterschmalz, Palmkernfett, Olivenöl.
  • Wenn PUFAs, dann welche mit einem ausgeglichendem Omega-3-Omega-6 Verhältnis.
    • Beispiel: Fischprodukte. Vorsicht: Omega-3 Fettsäuren sind noch instabiler als Omega-6 Fettsäuren und sollten deswegen auf keinen Fall zu hoch erhitzt werden!
  • Schonende Zubereitung von fetthaltiger Nahrung (kochen/dünsten/schnelles braten statt tot-braten und frittieren)
Meide:
  • Jegliches frittiertes Essen (meist mit schlechten und billigen Fetten zubereitet)
  • Stark industriell verarbeitete Fette (z.B. das typische Sonnenblumen-, Soja- und Rapsöl aus dem Supermarkt).
  • Transfette (siehe Zutatenliste der Produkte, Vorsicht bei "Gehärteten und teilgehärteten Pflanzenfetten" -> häufig auch in Keksen u.ä. versteckt!)
  • Imbissbudenessen/Fastfood (meist mit billigen PUFAs gebraten/frittiert und dazu noch zu hoch erhitzt)
  • PUFA-reiche Öle, insbesondere diejenigen mit hohem Omega-6 Anteil und ungünstigem Omega-3-Omega-6-Verhältnis (n3:n6).
    • Hoher PUFA-Anteil (>50%): z.B. Sonnenblumenöl, Sojaöl, Maiskeimöl, Distelöl, Leinsamenöl
    • Mittelhoher PUFA-Anteil (10-50%): z.B. Rapsöl, Erdnussöl, Lebertran
    • Niedriger PUFA-Anteil (<10%): z.B. Kokosöl, Palmkernfett, Olivenöl, Butterschmalz (z.B. Butaris), Ghee, Ringertalg
    • Stark Omega-6-lastig: z.B. Sonnenblumenöl (-:69), Ernussöl (-:32)
    • Eher ausgewogen: z.B. Rapsöl (1:2), Butter (1:2), Kokosöl (-:1), Palmkernöl (-:1)
    • Stark Omega-3-lastig: z.B. Lebertran (20:1), Leinsamenöl (4:1)
Beachte:
  • Ein konsequentes Durchführen dieser Regeln hat einen Verzicht auf fast alle Fertignahrungsmittel und Fastfood zur Folge! Denn in diesen verstecken sich fast immer schlecht-verarbeitete PUFA-reiche Fette (meistens arglos als "Pflanzenfett" oder "pflanzliche Fette" deklariert). Die logische Konsequenz ist, dass man sich PUFA-arm nur gut ernähren kann, wenn man selber kocht!


Andere/weniger Milchprodukte

  • Beschreibung: Eine weitere Hypothese besagt, dass Milchprodukte zu Akne führen. Aus der Wissenschaft gibt es einige Hinweise von Assoziationsstudien, die diese These stützen. Ein völliger Milchverzicht sollte gut überlegt und geplant sein.
  • Gibt es Milchprodukte, welche besser oder schlechter sind? Bei dieser Frage wird es kompliziert. Folgende Daten sind aus einer größeren prospektiven Studie an Frauen (also mit Vorsicht genießen): Magermilch und 0%-Fett-Milch (in USA populär) scheinen stärker mit Akne assoziiert zu sein als unveränderte Vollmilch. Frauen, die 1 Glas oder mehr Vollmilch pro Tag konsumierten hatten ebenfalls mehr Akne, verglichen mit Frauen welche gar keine Vollmilch tranken. Jogurt und Butter waren nicht mit Akne assoziiert. Gesättigte (Milch)-Fette (z.B. Butter) schienen protektiv zu sein. Beim Käse scheint vor allem Hüttenkäse und Frischkäse mit Akne in Verbindung stehen, für harten bzw. gelben Käse wurde keine Assoziiation gefunden.
  • Warum sind manche Milchprodukte ungünstiger als andere? Die obigen Ergebnisse weisen darauf hin, dass nicht die Milchfette für die Akneförderung verantwortlich sind, sondern im Gegensatz davor schützen könnten. Ein möglicher Verursacher ist hingegen die industrielle Verarbeitung der Milch, die diese durch unbekannte Mechanismen aknefördernd macht (z.b. durch Weglassen der akneschützenden gesättigten Fette). Ein anderer möglicher Auslöser könnte der Proteinanteil in Milchprodukten sein. Milchprotein besteht aus Caseinen und Whey-Proteinen. Casein hat in einer Studie die IGF-1 Produktion in der Leber stimuliert und erhöhte IGF-1 Spiegel scheinen Akne zu begünstigen. Dies erklärt auch warum Bodybuilder, die viel Whey bzw. Milchpulver einnehmen, manchmal über eine Verschlimmerung ihrer Akne klagen. Manche Menschen reagieren allergisch auf Casein, was ebenfalls Entzündungen fördert. Auch gibt es Unterschiede zwischen Milch von Kühen, welche vor allem Soja/Mais zu essen bekommen gegenüber Kühen, die artgerecht nur Heu/Gras essen (letztere hat mehr CLA, Omega-3 Fettsäuren und weniger Omega-6 Fettsäuren).
  • Empfehlung: Jeder der seine Akne durch eine PUFA-Reduktion und eine Veränderung der Kohlenhydrate nicht abmildern konnte, sollte einmal versuchen auf Milchprodukte zu verzichten. Am Anfang kann man ersteinmal versuchen besonders die Milchprodukte zu meiden, die stärker mit Akne in Verbindung gebracht wurden. Dies ist industriell verarbeitete billige Milch (Magermilch, 0%-Fettmilch, Milchdrinks), Hüttenkäse und Frischkäse. Bio-Milch ist konventioneller Milch zu bevorzugen, sofern sichergestellt ist, dass die Kühe nicht übermäßig mit Bio-Mais oder Bio-Soja gefüttert werden (leider teilweise der Fall). Bei einem völligen Milchproduktverzicht ist auf eine ausreichende Calcium und Proteinzufuhr aus anderen Nahrungsmitteln zu achten. Insbesondere bei Calcium kann dies schwierig werden, da Milchprodukte mit Abstand die besten Calciumquellen darstellen.
  • Tipp: Die Verträglichkeit von Milch kann sich mit der Zeit ändern und ist vermutlich auch von Faktoren wie Metabolismus und Darmgesundheit abhängig. Ich habe bemerkt, dass je besser mein Metabolismus und Darm arbeitet, desto weniger Milch bei mir Probleme macht. Mittlerweile vertrage ich sogar 1L Milch/Tag ohne nennswerte Akne zu bekommen, das war früher nicht der Fall.

Weitere Strategien

  • Selbstverständlich gibt es noch viele andere Ernährungskuren, manche User führen die Akne gezielt auf einzelne Nahrungsmittel zurück. Dies mag bei Einzelnen so sein (z.B. bei Nahrungsmittelallergien), aber trifft auf die grobe Masse sicher nicht zu. Der Übersichtlichkeit halber und ermangels fundierter Beweise sind diese hier nicht aufgeführt. Wer mal in die Forumsektion "Ernährung" schaut, dem wird einem klar wie groß das Chaos in diesem Feld noch ist. Einen sehr guten ersten Überblick über weitere Ernährungstrigger findet ihr in pm2's Beiträgen (z.B. hier im zweiten Post).



Workflow Nahrungsumstellung (Mögliches Vorgehen, um die für seinen Körper passende Ernährung zu finden)


Dies dient als Einführung für Neulinge. Das Vorgehen soll noch einmal unterstreichen wie verschiedenartig die Akne ist - deshalb gibt es beim Thema Ernährung möglicherweise mehrere Lösungen. Aber Achtung: Bei manchen Menschen wird die Akne vielleicht auch gar nicht durch die Ernährung verursacht (Thema z.B. weibliche Zyklusschwankungen + viele weitere noch mögliche Ursachen)! Wenn man hier also keinen Erfolg hat: Weiter Ursachenforschung betreiben oder eine der oben genannten Methoden ausprobieren (die die Akne auf anderem Wege erfolgreich unterdrücken).

1. Allgemeine Empfehlungen, unabhängig von den einzelnen Nahrungsmitteln (halte ich für den wichtigsten Punkt, auch wenn leider schwer in unserer heutigen Gesellschaft durchführbar, da mit vielen sozialen Einschränkungen verbunden):
  1. Meide prozessierte, industriell verarbeitete Nahrungsmittel (Beispiele: Pommes, Wurst, billiges Bäckerbrot -> Alternativen: Kartoffeln, Fleisch, Selbst gebackenes fermentiertes Sauerteigbrot).
  2. Meide Fertigessen mit vielen Zusatzstoffen (z.B. Mikrowellen-, Dosen-Essen).
  3. Meide "Außer-Haus-Essen" (Imbissbuden, Fastfoodketten, leider auch die meisten Restaurants)
  4. Stattdessen anfangen auf Basis von möglichst unverarbeiteten und natürlich belassenen Lebensmitteln schonend selbst zu kochen.
2. Die Empfehlungen im Detail
  1. Industriell verarbeitete Genuß-Lebensmittel vermeiden, insbesondere welche, die viel ungünstiges und beschädigtes Fett beinhalten (d.h. fast alle "fettigen" Süßigkeiten wie Kekse, süße Backwaren, Schokoriegel, Nutella etc).
  2. Wenn das nicht hilft: PUFA-Einnahme auf ein Minimum reduzieren. Falls PUFA, dann auf eine gute Omega-3/6 Balance in den Nahrungsmitteln achten.
  3. Wenn das nicht hilft: Auf eine ausgewogene Aufnahme wichtiger Mikronährstoffe (aus der Ernährung - nicht aus Tabletten!) achten: Vitamin A, Vitamin E, Vitamin D, Vitamin K2, Calcium, Zink, Kupfer, Magnesium etc. (Gute Quellen sind z.B.: Leber, Austern, Orangen, gut gekochter Grünkohl, Milch <- sofern letztere vertragen wird)
  4. Wenn das nicht hilft: Milchprodukte reduzieren bzw. einzeln weglassen (,Milch + Milchdrinks, Käse,Jogurt, Butter etc. - einzeln probieren).
  5. Wenn das nicht hilft: alle Weizen- bzw. Gluten beinhaltende Produkte, sowie stark blähende Nahrungsmittel (Bohnen etc) eliminieren (Kohlenhydrate aber weiterhin über Reis, Kartoffeln u.ä. decken!).
  6. Wenn das nicht hilft: die "Low-Carb"-Methode anwenden (d.h. KH reduzieren, mit wenig Reis, Kartoffeln u.ä.).
  7. Wenn das nicht hilft: Histaminreiche Kost meiden (siehe hier und pm2s Beiträge).
  8. Wenn das nicht hilft: Fruktose (Obst, Säfte u.ä.) eliminieren.
  9. Wenn das nicht hilft: Schauen, ob eventuell eine Allergie gegen einzelne Lebensmittel besteht. Zusatzstoffe meiden.
  10. Wenn das alles nicht geholfen hat: Einzelne - evtl. im Übermaß gegessene - Bestandteile der Ernährung weglassen oder das Feld "Nahrungsumstellung" verlassen und andere Methoden anwenden.

Geändert von Gabriel (09.11.2013 um 01:58 Uhr)
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Alt 01.05.2009, 16:21
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7. Welche Mittel sind für mich geeignet?



Beachte: Diese Vorschläge sollen nur als grobe Richtlinie dienen und haben keinen absoluten Charakter.
  1. Rot-fettgedruckt: Meine persönlichen Methoden der ersten Wahl, d.h. diese sollte man zuerst ausprobieren.
  2. Schwarz-fettgedruckt: Gleichwertige Alternativen zu den Methoden der ersten Wahl.
  3. Nicht-fettgedruckt: Weitere erfolgsversprechende Hauptmethoden, sowie Behandlungen, welche zusätzlich zu den Hauptmethoden angewendet werden können.
  4. Bei fettiger Haut und therapieresistenter Akne habe ich nichts markiert, da es m.E. keine einheitliche Empfehlung gibt (jeder sollte individuell entscheiden).
Nicht vergessen: Da Erfolge meist erst nach einiger Zeit auftreten, Anwendung jeder Methode min. 2-3 Monate und in korrekter Dosierung/Anwendung.

Kombinationen verschiedener äußerlich aufgetragener Wirkstoffe können bei stärkerer Akne sehr hilfreich sein, jedoch verstärken sich u.u. auch die Nebenwirkungen wie z.B. Hautreizung und Rötung. Bei sensibler Haut macht es Sinn ersteinmal bei einem einzigen Wirkstoff zu bleiben.

Quellen: Hauptsächlich Guidelines aus aktuellen wissenschaftlichen Publikationen (d.h.: so würde euer Hautarzt euch wahrscheinlich auch therapieren), teilweise weitere Behandlungen die hier im Forum populär sind.

PS: Selbstverständlich können auch andere nicht aufgeführte Methoden hilfreich sein. Was im Endeffekt besser/geeigneter ist, ist allgemein schwer zu sagen. Im Einzelfall entscheidet der behandelnde Hautarzt (!) bzw. der gesunde Menschenverstand.



0. Fettige Haut (=Seborrhoe)
  • Fettige Haut ist ersteinmal nur ein kosmetisches Problem, was oftmals durch Unsicherheiten/eigene Schönheitsideale etc. zu einem psychischen Problem aufgebauscht wird. Viele Aknepatienten "leiden" nach erfolgreicher Therapie der Akneläsionen (Papeln, Pusteln) noch darunter. Man sollte versuchen sich damit abzufinden, denn es ist schwer zu therapieren. Helfen kann u.u.:
  • Älter werden
  • Talgabsorbierende Cremes, Peelings & Wattepads
  • Manchmal aber auch: Tagescremes weglassen
  • Puder
  • Ernährungsumstellung (insbesondere Low Carb)
  • Vitamin B5 Methode (viele berichten von geringerer Talgproduktion)
  • Isotretinoin ist bei rein fettiger Haut überhaupt NICHT geeignet, da die Risiken (Langzeitnebenwirkungen) den Nutzen bei weitem überwiegen und v.a. nach Absetzen des Isotretinoins nach einigen Monaten die Hautfettproduktion auf das ursprüngliche Niveau zurückkommt!

1. Leichte Akne (Viele Komedonen & vereinzelt kleine Entzündungen in Form von Papeln oder Pusteln; Narbenbildung unwahrscheinlich)
  • Chemisches Peeling (Fruchtsäuren, Salicylsäure oder Azelainsäure)
  • Retinoid-Creme bzw. Gel
  • BPO-Methode
  • Ernährungsumstellung zusätzlich/allein
  • Zink zusätzlich/allein
  • B5-Methode zusätzlich/allein

2. Mittelschwere Akne (Komedonen, mehrere Papeln und Pusteln, hauptsächlich im Gesicht; geringe bis mäßige Narbenbildung)
  • BPO-Methode
  • BPO + Retinoid (z.B. Epiduo)
  • BPO + topisches Antibiotikum (z.b. Duac Akne)
  • BPO + Azelainsäure
  • Ernährungsumstellung zusätzlich
  • Retinoid + topisches Antibiotikum (z.B. Aknemycin)
  • Orales Antibiotikum zusätzlich (in den ersten Wochen)
  • Zink zusätzlich
  • B5-Methode zusätzlich
  • Bei Frauen: ggf. "Die Pille" zusätzlich/allein
  • Laser-Behandlung
  • Chemisches Peeling (in höherer Dosierung)

3. Schwere Akne (Viele Pusteln und Papeln, Knoten, auch am Oberkörper, starke Vernarbung)
  • Isotretinoin (oral)
  • Ernährungsumstellung zusätzlich
  • BPO + Retinoid + Orales Antibiotikum
  • Bei Frauen: ggf. "Die Pille" zusätzlich/allein

4. Therapieresistente Akne (mehrmals erfolglose (korrekte und lang genug durchgeführte) Standard-Behandlungsversuche z.B. mit BPO, Retinoiden, Fruchtsäuren u.a.)
  • Ernährungsumstellung
  • Bei Frauen: Eine antiandrogen wirkende Pille (mehr Infos beim Hautarzt/Gynäkologen)
  • Änderung der allgemeinen Lebensweise: Übermäßigen psychischen Stress meiden, ausgeglichen Leben, ausreichend Schlafen und auf regelmäßigen Tag-Nacht-Rhythmus achten, Haut nicht mit der Hand kaputt drücken und in Ruhe lassen, Haut weniger Waschen und mit Cremes zubomben, mit dem Rauchen aufhören (!), weniger Alkohol trinken, regelmäßig Sport und Bewegen, viel an die freie Luft gehen v.a. bei Sonnenschein (nicht zuviel und kein Solarium!).
  • Isotretinoin (oral), falls Ernährungsumstellung, antiandrogene Pille (bei Frauen) und Änderung der allgemeinen Lebensweise nicht geholfen hat.
  • B5-Methode
  • Evtl. anderer Wirkstoff aus gleicher Gruppe ausprobieren (z.B. Salicylsäure statt Glykolsäure; Adapalen anstatt Tretinoin-Creme etc.)
  • Liegt evtl. eine Dermatillomanie vor ("Acne excoriée des jeunes femmes")? D.h. eine Akne, die nur darauf beruht, weil ihr dauernd am Gesicht herumnippelt und herumdrückt? Ein gutes Thema dazu findet ihr hier. Solltet ihr das Problem selbst nicht in den Griff bekommen, kontaktiert einen Psychologen, der sich mit Zwangsstörungen gut auskennt, hier gibt es gute Therapiemöglichkeiten! Nicht herunterreden!
  • etc.


8. Beispielhafter Behandlungsplan


Beachte: Dies ist nur ein Beispiel wie eine Behandlungplan bei leichter Mitesser-Akne im Gesicht aussehen könnte. Wie oben ersichtlich sind hunderte Kombinationen, andere Produkte & weitere Ergänzungen möglich. Diese Aufzählung soll nur den Einstieg erleichtern.


  • Morgens: Gesicht waschen mit Zeniac Waschgel, kurz einwirken lassen. Bei trockener Haut Tagespflege auftragen (z.B. Avene Cleanance mattierende Emulsion oder Zeniac LP).
  • Abends: Gesicht waschen mit Zeniac Waschgel, kurz einwirken lassen (optional, d.h. besser weniger als zuviel waschen!). Über die Nacht großflächiges Auftragen von Avene Diacneal/Triacneal oder Zeniac LP (pausieren/weniger nehmen wenn Haut zu sehr gereizt). Bewusst sein, dass eine Anfangsverschlechterung in den ersten Wochen auftreten kann. 25mg Zink einnehmen in Phasen vermehrter Pickel bzw. als Dauertherapie.
  • Alle paar Tage/Gezielt (optional, nicht zwingend notwendig): Kamilledampfbad und anschließend Luvos Heilerde-Peeling (mit dem Kamillentee anrühren). Nur sanft abwaschen, da durch die Fruchtsäuren die Haut gereizt sein kann. Auf einzelne Pickel Weleda Calendula Essenz, Sudocreme oder zusätzlich Fruchtsäure auftragen und in Ruhe lassen. Pickel nur im Notfall ausdrücken, wenn eindeutig reif, gespannte Haut und gut ausdrückbar (d.h. ihr erkennt einen Mitesser inmitten des Pickels). Auch dann nur nach Gesichtsdampfbad. Haut ersteinmal um den Pickel straff ziehen (also statt drücken erstmal Haut straffen). Manche Pickel kommen so schon raus. Dann Komedonenquestscher bzw. sauberen Fingern gezielt Druck ausüben (Erfahrungssache). Vorher eventuell die Haut mit steriler Nadel leicht anstechen. Sollte erster Versuch nicht klappen unbedingt in Ruhe lassen und nicht weiter drücken!
  • Alle paar Wochen (optional, nicht zwingend notwendig): Zu einer guten (!) Kosmetikerin gehen und eine Ausreinigung durchführen.
  • Daneben: Ausgewogener Ernähren wie oben beschrieben (viel Früchte & Gemüse und verträgliche Kohlenhydrate (Kartoffeln, Reis), Fisch, weniger Zucker/unbekömmliche Kohlenhydrate wie z.B. Weizen/Fastfood, andere Fette, Milchkonsum einschränken). Sport. Mit dem Rauchen aufhören. Alkoholkonsum so weit wie möglich reduzieren. Ausreichend Schlaf und regelmäßig ins freie/in die Sonne. Psychisch ausgeglichen leben und Stress reduzieren! Hautcremes/Makeup auf komedogene Substanzen überprüfen - Im Zweifel ist ein weniger an Cremes etc. besser! Finger/Haare aus dem Gesicht lassen, nicht an der Haut rumnippeln.

_______________________________________________


Abschließend einen ganz großen Dank an aknewelt.de und all die User, die durch stetige Beiträge und neue Ideen das Forum so bereichern! Viele der obigen Informationen habe ich aus deren Hilfestellungen gezogen und haben dieses Thema erst ermöglicht. Besonders hilfreich und inspirierend empfand ich viele Beiträge von paba, MeisterPropper, pm2, Fred2k1, Steve1909, Sven, marteen, Unimatrix und vielen weiteren. Besonders zu erwähnen ist Dido, die durch stetige und aufopferungsvolle Beiträge schon vielen Akneleidenden hier im Forum helfen konnte. Danke! Und selbstverständlich auch dem Webmaster von Aknewelt.de, der dieses Forum kostenlos für uns alle bereitstellt.

_______________________________________________
ENDE
__________________
Alle meine Angaben sind ohne Gewähr. Es hilft der gesunde Menschenverstand.
Meine Artikel:
Liste von Aknetherapien, Die Rolle von PUFAs, Leber und Austern gegen Akne, Ursachen von Vitamin A Mangel, Niacinamid (B3), Prämenstruelle Akne, Rauchen und Akne

Geändert von Gabriel (09.08.2013 um 00:07 Uhr)
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Folgende 6 Benutzer sagen Danke zu Gabriel für den nützlichen Beitrag:
avarto (18.07.2012), goodfairy (13.01.2014), Gstar (05.08.2013), t1ffy (30.11.2013), vollmilch (02.10.2013), zuio (28.02.2015)
  #9 (permalink)  
Alt 02.05.2009, 04:25
Benutzerbild von Gabriel
Super-Moderator
 
Registriert seit: 31.12.2008
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Der Übersichtlichkeit halber: Bitte in diesem Thema nur direkte Kommentare, Vorschläge und Kritik zum Artikel posten.

Für persönliche Empfehlungen und Hilfestellungen:
  1. Bitte erst die Forumssuche benutzen, ob nicht schon ein passendes Thema besteht und auf dieses antworten.
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Geändert von Gabriel (09.01.2011 um 14:28 Uhr)
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Folgender Benutzer sagt Danke zu Gabriel für den nützlichen Beitrag:
bamboozle (22.12.2013)
  #10 (permalink)  
Alt 02.05.2009, 11:43
 
Registriert seit: 01.10.2008
Beiträge: 293
Abgegebene Danke: 0
Erhielt 0 Danke für 0 Beiträge
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Hi Gabriel,

nur eine Kleinigkeit von mir - Skinoren ist auch in 20% als Creme (bin mir nicht sicher, ob auch als Gel) erhältlich, vermutlich etwas potenter.

Ansonsten vielen Dank für Deine Mühe, ist eine wirklich gelungene Sammlung geworden. Evtl. könnte man das sogar als Wegweiser (Sticky?) im Forum verwenden, wenn du und der Webmaster damit einverstanden sind.

Grüße
__________________
männlich, 87 kg

seit 20.07.2009 20mg isoderm ("low dose" therapie)

seit 12.11.2009 reduzierung auf 10mg

seit 05.01.2010 reduzierung auf 5mg aufgrund längerer abstinenz der akne

ende januar abgesetzt: 30 mg/kg // seitdem: komplett akne-/pickelfrei.
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Stichworte
akne, behandlung, empfehlung, therapie, überblick

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