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Akne – Ein erster Überblick über die Behandlungsmöglichkeiten
Autor: Gabriel (www.aknewelt.de) Version: 1.8 Wichtig: Bitte den Disclaimer zuerst lesen. Changelog: 03.05.09, Version 1.0 03.05.09, Version 1.1: Punkt 7 hinzugefügt. Kleinere Ergänzungen. Links erweitert & geordnet. Danksagung am Ende eingefügt, hab ich ganz vergessen ![]() 16.05.09, Version 1.2: Kleinere Ergänzungen. 10.06.09, Version 1.3: Punkt 5.2.2.4 der Vollständigkeit halber eingefügt 25.06.09, Version 1.4: Punkt "0. Fettige Haut" hinzugefügt. 20.02.10, Version 1.5: Kleine Verbesserungen/Ergänzungen hier und da. 22.02.10, Version 1.6: Kapitel Fischöl überarbeitet. 24.02.10, Version 1.7: Kapitel Nahrungsumstellung überarbeitet. 26.02.10, Version 1.8: Unterpunkt Workflow Ernährungsumstellung hinzugefügt. _______________________________________________ 0. Inhalt:
_______________________________________________ 1. Einleitung/Disclaimer Warum dieser Thread? Aknewelt ist ein wundervolles Forum, gefüllt mit allerhand nützlichen Informationen und Ratschlägen seiner Nutzer. Durch die erhebliche Individualität der Personen und der Akne selbst, entsteht jedoch eine zunehmende Unübersichtlichkeit. Zusätzlich ist es für Neulinge schwer zu erkennen, welche Behandlung (wissenschaftlich) erwiesenen vielen Leuten hilft. Dazu kommt, dass das Forum mit vielen esoterischen und pseudowissenschaftlichen Methoden gefüllt ist, deren Wirksamkeit nicht belegt und deshalb in Frage zu stellen ist. Dieses Thema versucht dem Abhilfe zu schaffen und soll einen kurzen und prägnanten Überblick über die gängigsten einigermaßen etablierten Methoden liefern. Eine erste Orientierung. Die Verlinkungen sollen helfen, schnell mehr Informationen über die jeweiligen Methoden zu erlangen. Ist die Aufzählung objektiv oder spiegelt sie nur deine eigene Meinung wieder? Ich habe versucht so gut wie möglich objektiv zu bleiben. Orientiert habe ich mich zum einen an aktuellen wissenschaftlichen Leitlinien und Publikationen, zum anderen an vorherrschenden Methoden hier im Forum. Eine gewisse Subjektivität schließe ich aber nicht aus und ist von meiner Seite teils auch gewollt (insb. die Empfehlungen). Ich werde versuchen im weiteren Verlauf Quellen für meine Aussagen mit anzugeben (Stichwort Evidenz). Conflict of interest? Hiermit gebe ich an, dass kein conflict of interest besteht. Ich beziehe kein Gehalt von irgendeiner mit Akne beschäftigten Firma und profitiere von keinen meiner Ratschläge in irgendeiner finanziellen Weise. Ich bin Medizinstudent und möchte mit diesem Thema anderen Akneleidenden helfen, schneller eine effiziente und geeignete Aknetherapie zu finden. Limitationen dieses Themas (WICHTIG!): Alle hier aufgeführten Behandlungsmethoden und Ratschläge ersetzen primär nicht den Besuch beim Hautarzt! Dieser ist in der Lage einigermaßen standardisiert den Schweregrad der Akne zu bestimmen und so die geeignete Therapie einzuleiten. Dennoch: Auch Ärzte können irren. Vielfach wird von schlechten Erfahrungen mit Hautärzten berichtet. Ein Problem ist, dass sich viele Ärzte nicht genügend mit der Krankheit auskennen und ihre Erkenntnis teilweise Jahrzehnte dem aktuellen Wissenstand hinterherhinkt. Dieser Thread soll helfen selbst mehr Wissen und somit Autonomie in der Behandlung der Akne zu erlangen. Es ist ggf. ratsam die hier aufgezählten Methoden mit Absprache eines guten Hautarztes durchzuführen (bei den verschreibungspflichtigen Medikamenten sowieso nötig). Helfen die Methoden immer bzw. gibt es die Aknetherapie? Akne ist eine sehr vielgestaltige Erkrankung mit vielen möglichen, derzeit immer noch nicht klar definierten, Ursachen. So individuell die Krankheit bei jedem ist, so individuell ist die Therapie. So lange in der Wissenschaft noch so viel Unklarheit und Unwissenheit über Entstehung und Behandlung der Akne besteht, bleibt einem oftmals nicht mehr übrig, als selbst Versuchskaninchen zu spielen und verschiedene Methoden auszuprobieren. Während die eine Methode beim einen Wunder wirkt, kann sie beim anderen das absolute Grauen sein. Rechtliches: Ich bin tief davon überzeugt, dass Wissen, auch über Krankheiten wie Akne, generell für jeden Menschen kostenlos und leicht verfügbar sein sollte. In diesem Artikel steckt sehr viel Arbeit und Herzblut, an dem ich nicht einen Cent Geld verdiene. Insbesondere bei der Behandlung von chronischen Leiden gibt es einige traurige Individuen, die meinen Geld für im Netz frei zugängliche Informationen oder zweifelhafte Methoden berechnen zu müssen (irgendwelche dubiose eBooks u.ä.) und so Mitmenschen ausnutzen, die aufgrund ihrer Krankheit häufig sehr gutgläubig und hoffnungsvoll sind. Wer meint auch nur Teile dieses Textes widerrechtlich dazu zu benutzen, um irgendeinen finanziellen Vorteil zu erlangen, kann damit rechnen dafür belangt zu werden. Das gilt auch für auf Profit ausgerichtete Adsense-Payed-Links-Werbe-Blogs/Websites u.ä. Dagegen unterstütze ich aus vollem Herzen das Zitieren oder Verbreiten von Links von diesem Text, solange eine Angabe des Autors bzw. eine Verlinkung auf diesen Text nicht verloren geht. Es tut mir leid, dass ich euch mit diesem Rechtsgerede belästigen muss, sehe mich aber aufgrund der Moralfreiheit und Gier einiger Individuen im Internet dazu gezwungen. Ich hoffe ihr könnt das verstehen. Desweiterern kann ich ebenfalls aus rechtlichen Gründen für alle meine Aussagen keine Gewähr geben. Alle Aussagen habe ich jedoch nach bestem Wissen und Gewissen gemacht. Anwendung immer auf eigene Gefahr und Verantwortung (es hilft der gesunde Menschenverstand). Im Zweifelsfall immer einen Arzt zu Rate ziehen. Geändert von Gabriel (27.02.2010 um 15:43 Uhr) |
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3. Nützliche Links
Informationsportale mit gebündelten Informationen:
Weitere Zusammenfassungen & Wissenswertes:
Für wissenschaftlich Interessierte (gute Medizin- & Englischkenntnisse vonnöten):
Geändert von Gabriel (27.02.2010 um 17:41 Uhr) |
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4. Pathogenese der Akne (bzw. "Wie entsteht ein Pickel"?)
Ganz kurz und schematisch, es gibt 4 Hauptfaktoren die zur Entstehung der Akne führen:
Prinzipiell und in der Theorie sollte eine Anti-Aknebehandlung an so vielen obigen Faktoren wie möglich angreifen (also am besten keratolytisch, antiseborrhoisch, antibakteriell & antiinflammatorisch sein). Wenn man jedoch nur die ersten zwei Punkte mit Erfolg bekämpft, ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass sich 3. & 4. ausprägt. Anders rum gehts natürlich auch ![]() Wichtig zum Verständnis: Bakterien werden nicht als der Auslöser der Acne vulgaris angesehen, ihre Vermehrung in der Haut ist vielmehr eine Folge der vorherigen Veränderungen, die ein günstiges Milieu für die Bakterien schaffen. Dies erklärt auch warum übertriebene Hygieneaktionen (häufige Desinfektion, dauerndes Händewaschen etc.) wenig Sinn machen. Kennzeichnend für die Akne ist der Komedo, weshalb dessen Bildung so gut wie möglich verhindert werden sollte. Dies ist der Ablauf, die Ursache der Akne im eigentlichen Sinne ist bisher jedoch nicht eindeutig geklärt. Als Auslöser wird vieles diskutiert, häufig liegen wahrscheinlich Mischformen vor. Grob unterscheidet man in endogene Akne (z.B. Genetische Prädisposition, Androgensensibilität der Talgdrüsenzellen in der Pubertät, Androgenüberschuss bei Frauen) und exogene Akne (z.B. durch Noxen aus Nahrung, Cremes, Umwelt, Verhalten ...). Man kann das Ganze, wenn man möchte, noch viel weiter aufdröseln (Akne des Kindes, des Jugendlichen = Acne vulgaris, des Erwachsenen, des Dioxin-Arbeiters, leichte Akne (Acne comedonica), sehr schwere Akne (Acne conglobata) etc.). Der obige Pathomechanismus ist aber im Prinzip immer der Gleiche, deshalb unterscheidet sich auch die Behandlung kaum (wenn eine Ursache zu finden ist, ist selbstverständlich diese zu behandeln). Selbstverständlich sollte aber eine Behandlung immer an den Schweregrad der Akne angepasst sein (siehe Punkt 6). Geändert von Gabriel (06.01.2010 um 23:01 Uhr) |
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5.1 Äußere Behandlung (Cremes, Gels, Peelings etc.)
Einleitung: Diese Auflistung ist nach Wirkstoffen/Klassen geordnet. Eine gute äußere Behandlung ist ein zentraler Bestandteil einer jeden Aknetherapie. Neben dem passenden Wirkstoff ist eine gute "Drumherum"-Strategie ebenso wichtig: Generell macht es Sinn max. 1-2x Tag die Haut mit einem Waschgel zu waschen. Reizende Aknewirkstoffe sollten dann danach abends über Nacht aufgetragen werden. Tagsüber dann entweder ebenso das Hauptmittel oder eine Tagescreme. Aufdrücken von Pickeln/Mitessern sollte so gut wie möglich vermieden werden (da immer die Gefahr der Verschlechterung der Akne & Narbenbildung besteht). Zur richtigen Pflege/Waschcreme bitte die Suche benutzen. Persönlich empfehle ich das "Zeniac Waschgel", andere wie z.B. von La Roche Posay oder Avene sind aber ebenfalls nicht schlecht. Manchmal macht es auch Sinn alle äußeren Mittel (reizende Stoffe, ggf. komedogene Cremes etc.) abzusetzen und der Haut ein wenig Ruhe zu lassen. Benzoylperoxid (=BPO)
Viel bessere Erfahrungen machten schon viele Forumnutzer hier und Übersee mit der "vorbeugenden BPO-Methode", die mit Konzentrationen von 2,5% (bzw 3,0%) arbeitet. Initiiert wurde sie von Dan (Gründer von acne.org), dort wird die Methode simpel "The Regimen" genannt. Überaus wichtig bei dieser Methode ist die langsame kontrollierte Steigerung der Menge nach Plan, um Hautreizungen zu vermeiden. Durch solch eine kontrollierte Anwendung, bei der das BPO am besten 24 Std auf der Haut verbleibt, erzielen viele hier im Forum und auf acne.org drastische Verbesserungen. Mehr im Anleitungsthread (siehe Links).
Sanoxit® Gel (2,5%, 5% oder 10% BPO)
Acne Plus Creme (5% BPO + 2% Miconazolnitrat)
Retinoide
1. Generation (kommen in geringen Konzentrationen auch so im Körper vor) 3. Generation (synthetische "Designerretinoide" aus dem Labor)
Orales Isotretinoin (also die systemisch wirkende Tablettenform) wirkt prinzipiell wie die äußerlichen Retinoide (Cremes, Gels). Es hat aber eine weitaus höhere talgdrüsenreduzierende Wirkung [bis 90%] im Vergleich zu den Cremes [40-70%], wahrscheinlich weil es besser das Gewebe penetrieren kann. Das 3. Generationsretinoid Adapalen (Handelsname s.u.) hat laut einer Studie bei vergleichbarer Wirkung ein geringeres Hautreizpotential als Tretinoin. Ob das verschreibungsfreie Retinal (=Retinaldehyd) aus der Diacneal so gut wie das verschreibungspflichtige Tretinoin oder Adapalen wirkt, weiß ich nicht. Da in der Diacneal zusätzlich Fruchtsäure enthalten ist, ist es auch schwer das Produkt mit den alleinigen Retinoiden zu vergleichen. Es gibt jedoch Hinweise, dass die Wirkung vergleichbar ist mit der der anderen Retinoide (1, 2).
Airol® 0,05% Lösung/Creme (0,05% Tretinoin)
Aknemycin® Plus (0,025% Tretinoin, 4% Erythromycin)
Peeling ("chemisch")
- Fruchtsäuren = Alpha-Hydroxy-Säuren = AHAsGlycolsäure (z.B. in Diacneal)- Beta-Hydroxy-Säuren = BHAs
Code:
Avène Diacnéal [6%] 6% Glykolsäure 0,1% Retinaldehyd Avène Cleanance K [8%] 6% Glykolsäure 2% Lactat 1% Salicylsäure Zeniac LP [10%] 5% Mandelsäure 5% Ammoniumlactat 0,5% Salicylsäure Zeniac LP Forte [16%] 5% Mandelsäure 6,3% Ammoniumlactat 1% Salicylsäure 4% Weinsäure PC 2% BHA Liquid [2%] 2% Salicylsäure Skinoren 15 Gel [15%] 15% Azelainsäure Skinoren 20 Creme [20%] 20% Azelainsäure
Peeling ("mechanisch")
- Luvos Heilerde 2 äußerlich (Bewertungen; ein Forumthread, für weitere benutze Suche)Punktuelle & zusätzliche Behandlungen
- SudocremAntibiotika
Deshalb werden sie häufig mit anderen Wirkstoffen wie Retinoiden kombiniert und sind so trotz der obigen genannten Probleme dennoch sehr effektiv bei entzündlichen Formen der Akne. Im weiteren Verlauf nach Abklingen des entzündlichen Schubes sollte dann am besten auf einen anderen Wirkstoff umgestellt werden.
Ambulante Behandlungen (Ausreinigung, Microdermabrasion, Laser, Photodynamische Therapie u.a.)Zineryt® (Erythromycin + Zinacetat)
Geändert von Gabriel (10.04.2010 um 18:48 Uhr) |
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5.2 Innere Behandlung
Einleitung: Neben der äußeren Behandlung, die die erste Wahl bei leichten und mittelschweren Formen der Akne darstellt, macht es Sinn zusätzlich auch von innen heraus zu behandeln (von den oralen Medikamenten abgesehen). Zumal diese eigentlich die Eleganteren sind (man möchte ja nicht nur die Symptome sondern eigentlich die Ursache behandeln, was aber noch nicht so wirklich in allen Fällen funktioniert). Eine Zinksupplementation ist nicht sonderlich teuer und zeigt bei einigen schon gute Erfolge. Die B5-Methode ist schon in höheren Preisregionen angesiedelt, kann aber auch die verstärkte Talgbildung gut bekämpfen. Fischölkapseln sind umstritten, haben aber ebenfalls schon vielen geholfen. Eine Ernährungsumstellung erfordert noch höhere Disziplin, hier wurde aber auch von drastischen Verbesserungen berichtet. Auch in der Forschung lässt sich seit einigen Jahren abzeichnen, dass eine Verbindung zwischen Ernährung und Akne besteht. 5.2.1 Innere Behandlung: Medikamente ("Tabletten") Isotretinoin
Isotretinoin ist der "Vorschlaghammer" der Aknebehandlungen. Quasi jede Form der Akne kann (für einige Zeit) völlig zum Verschwinden gebracht werden. Eine dauerhafte Heilung wird bei 38-66% der Patienten beobachtet (abhängig davon was man als "Heilung" versteht). Die äußerst gute Wirkung wird jedoch durch sehr häufige weniger schlimme, aber zum Teil seltene schwerwiegende Nebenwirkungen, die u.u. auch über die Behandlung hinaus bestehen können, erkauft. Darüber hinaus ist Isotretinoin stark fruchtschädigend und führt bei Einnahme während der Schwangschaft zu schweren Missbildungen des Kindes, weshalb eine orale Verhütung und gute Aufklärung bei Frauen Pflicht ist. Während und einige Monate über Therapieschluss hinaus darf deshalb kein Blut gespendet werden. Während der Behandlung muss regelmäßig Blut abgenommen werden, um eine Leberschädigung auszuschließen.
Für noch nicht Isotherapierte:
Sehr häufig (>10%): (Quelle: Rote Liste)
Für Frauen: "Die Pille" (Orale Antikontrazeptiva und Antiandrogene)
Antibiotika
Skid® (Minocyclin) (Forumthreads u.a.: 1, 2, 3, 4) Geändert von Gabriel (07.04.2010 um 01:46 Uhr) |
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5.2.2 Innere Behandlung: Nahrungsergänzung
Zink
Bei akuter Überdosierung (weit über 100mg) zeigen sich Vergiftungserscheinen wie metallischer Geschmack, Kopfschmerzen, Übelkeit etc. Diese klingen nach dem Absetzen i.d.R folgenlos ab.
Beispiele: Zinkorot® (Zink-Orotat) Vitamin B5 (Pantothensäure)
Omega-3-Fettsäuren / Fischölkapseln
Dagegen gibt es in der Wissenschaft aber auch hier auf aknewelt.de einige Gegenstimmen (z.B. von user paba), die besagen mehrfach ungesättigte Fettsäuren (=poly unsaturated fatty acids = PUFAs) - vor allem die pflanzlichen Ursprungs - seien schlecht für den Körper und deren Einnahme sollte so gut wie möglich vermieden werden. Darüber hinaus sollten mehr gesättigte Fettsäuren z.B. aus Kokosnussöl oder Fleisch aufgenommen werden.
Bezüglich der Fettsäuren ingesamt: Es gibt eine zunehmende Erkenntnis, dass gesättigte Fettsäuren aus tierischer Nahrung (also Fleisch) wahrscheinlich gar nicht schlecht sind. Vielmehr wird als eigentlicher Übeltäter, der verantwortlich ist für die epidemische Ausbreitung chronischer Erkrankungen in den Industrienationen (Adipositas, Diabetes, Koronare Herzerkrankung), der exzessive Konsum von Kohlenhydraten in Form von Zucker und Weizenprodukten (Müsli, Brot, Nudeln, Kuchen etc.) identifiziert. Hier setzten auch die Argumente der Low-Carb-Ernährung an (bei welcher man Brot, Nudeln u.ä. versucht zu vermeiden; Reis und Kartoffeln sind evtl. ein Mittelding). Omega-3-Fettsäuren hingegen, um auf das Thema zurückzukommen, sind - obwohl ungesättigt - aufgrund ihres tierischen Ursprungs (Fische) wahrscheinlich gesundheitlich vorteilhaft. Eine weitere Erörterung dieses Themas sprengt aber diese Übersicht, so dass ich auf die vielen sehr guten Beiträge anderer - in diesem Thema deutlich erfahrener - Aknewelt-User verweise (viel steht in diesem Thema, was sich mittlerweile nicht nur noch mit Low-Carb sondern der "richtigen" Ernährung insgesamt beschäftigt). Bezüglich Omega-3 und Akne: Da es noch keine eindeutigen Beweise für positiven Einfluss von DHA und EPA bei Akne gibt, erfolgt eine Einahme auf eigene Gefahr. Es sind jedoch prinzipiell keine schwerwiegenden Nebenwirkungen zu erwarten, zumal wir in Deutschland oftmals zu wenig Fisch konsumieren (z.B. im Vergleich zu Japan oder Island). Wie so oft heisst es "probieren geht über studieren". Ergo: Bei negativen Effekten auf die Haut/Körper wieder absetzen, bei positiven Effekten weiternehmen. Im übrigen: Wer viel Fisch konsumiert braucht ggf. gar keine Fischölkapseln (100g atlantischer Zuchtlachs enthält ca. 3g Omega-3-Fettsäuren; 100g Thunfisch aus der Dose jedoch lediglich 0,3g).
Andere
5.2.3 Innere Behandlung: Nahrungsumstellung Einleitung: Manche sehen eine richtige, an den eigenen Körper angepasste Ernährung als den eigentlichen Schlüssel zur Therapie der Akne. Deshalb lohnt es sich für jeden, der mit obigen Methoden keinen langanhaltenden Erfolg hat, über eine Ernährungsumstellung nachzudenken. Es gilt jedoch zu beachten, dass in diesem Feld keine für alle gültigen Entscheidungen, sonden nur vage Empfehlung gemacht werden können, bedingt durch die große Verschiedenheit der Menschen und auch der Akne untereinander. Die noch allgemein vorherrschende Meinung ist: "Ernährung hat keinen Einfluss auf Akne". Doch wie viele Aknepatienten und zunehmend klinische Studien bestätigen: Es gibt einen Einfluss der Ernährung auf den Hautzustand (Hautärzte die immer noch stur behaupten die Ernährung spiele keine Rolle, stehen auf einem Wissenstand der 60er Jahre - leider wird in der Dermatologie-Fachliteratur das Thema ignoranterweise totgeschwiegen). Ob die Ernährung aber letzlich der Auslöser von Akne ist, ist äußerst unklar. Eher geht man davon aus, dass sich bei gewisser genetischer Prädispostion gewisse Ernährungsweisen negativ auf die Akne auswirken können (was erklären würde warum manche Leute bei ungesündester Ernährung eine perfekte Haut haben, während andere schon bei kleinsten Ernährungssünden mit Pickeln bestraft werden). So unklar die Studienlage, so viele verschiedene "Regimens" bzw. Kuren bestehen zur angeblichen Heilung der Akne. Vieles ist unbewiesen und umstritten, weshalb Ernährungsumstellungen für den Aknepatienten ein sehr frustrane Angelegenheit darstellen können (bei dem einen hilfts, beim anderen nicht, der eine bekommt von Birnen Pickel, der andere von Äpfeln etc.). Grob gesagt gibt es 2 Hauptströmungen: Weniger Kohlenhydrate und weniger Milchprodukte (die sich in Teilen ein wenig wiedersprechen, beides gleichzeitig durchzuziehen ist zwar möglich aber erfordert großen Verzicht). Da ein positiver (oder gar negativer) Einfluss durch Ernährung meistens sehr langsam wirkt, sollte ein Ernahrungsplan mindestens 2-6 Monate durchgeführt werden. Low Carb
Der Low-Carb-Ernährung ähnlich ist die "Paleo-Diet" bzw. Steinzeitdiät (Erfahrungsbericht im Forum).
No Milk
Andere
Workflow Nahrungsumstellung (Mögliches Vorgehen um die für seinen Körper passende Ernährung zu finden) Dies dient als Einführung für Neulinge. Das Vorgehen soll noch einmal unterstreichen wie verschiedenartig die Akne ist - deshalb gibt es beim Thema ernährung möglicherweise mehrere Lösungen. Aber Achtung: Bei manchen wird die Akne vielleicht auch gar nicht durch die Ernährung verursacht (Thema z.B. weibliche Zyklusschwankungen + viele weitere noch mögliche Ursachen)! Wenn man hier also keinen Erfolg hat: Weiter Ursachenforschung betreiben oder eine der oben genannten Methoden ausprobieren (die die Akne auf anderem Wege erfolgreich unterdrücken).
Geändert von Gabriel (17.05.2010 um 20:54 Uhr) |
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6. Allgemeine Behandlungsstrategien (aka "Wann was?")
Beachte: Diese Vorschläge sollen nur als grobe Richtlinie dienen und haben keinen absoluten Charakter. Die fettgedruckten Methoden können als Mittel der ersten Wahl angesehen werden (nicht vergessen: min. 2-3 Monate und in korrekter Dosierung/Anwendung, soweit möglich). Wenn mehrere fettgedruckt sind, sind diese in etwa als gleichwertig anzusehen und man sollte sich für eine entscheiden. Die nicht fettgedruckten sind mögliche Alternativen. Kombinationen verschiedener äußerlich aufgetragener Wirkstoffe können bei stärkerer Akne sehr hilfreich sein, jedoch verstärken sich u.u. auch die Nebenwirkungen wie z.B. Hautreizung und Rötung. Bei sensibler Haut macht es Sinn ersteinmal bei einem einzigen Wirkstoff zu bleiben. Quellen: Hauptsächlich Guidelines aus aktuellen wissenschaftlichen Publikationen (d.h.: so würde euer Hautarzt euch wahrscheinlich auch therapieren), teilweise weitere Behandlungen die hier im Forum populär sind. PS: Selbstverständlich sind auch andere nicht aufgeführte Methoden hilfreich. Was im Endeffekt besser/geeigneter ist, ist allgemein schwer zu sagen. Im Einzelfall entscheidet der behandelnde Hautarzt (!) bzw. der gesunde Menschenverstand. 0. Fettige Haut (=Seborrhoe)
1. Leichte Akne (Viele Komedonen & vereinzelt kleine Entzündungen in Form von Papeln oder Pusteln; Narbenbildung unwahrscheinlich)
2. Mittelschwere Akne (Komedonen, mehrere Papeln und Pusteln, hauptsächlich im Gesicht; geringe bis mäßige Narbenbildung)
3. Schwere Akne (Viele Pusteln und Papeln, Knoten, auch am Oberkörper, starke Vernarbung)
4. Therapieresistente Akne (mehrmals erfolglose (korrekte und lang genug durchgeführte) Standard-Behandlungsversuche z.B. mit BPO, Retinoiden, Fruchtsäuren u.a.)
7. Beispielhafter Behandlungsplan Beachte: Dies ist nur ein Beispiel wie eine Behandlungplan bei leichter Mitesser-Akne im Gesicht aussehen könnte. Wie oben ersichtlich sind hunderte Kombinationen, andere Produkte & weitere Ergänzungen möglich. Diese Aufzählung soll nur den Einstieg erleichtern.
_______________________________________________ Abschließend einen ganz großen Dank an aknewelt.de und all die User, die durch stetige Beiträge und neue Ideen das Forum so bereichern! Viele der obigen Informationen habe ich aus deren Hilfestellungen gezogen und haben dieses Thema erst ermöglicht. Besonders hilfreich und inspirierend empfand ich viele Beiträge von paba, MeisterPropper, pm2, Fred2k1, Steve1909, Sven, marteen, Unimatrix und vielen weiteren. Besonders zu erwähnen ist Dido, die durch stetige und aufopferungsvolle Beiträge schon vielen Akneleidenden hier im Forum helfen konnte. Danke! Und selbstverständlich auch dem Webmaster von Aknewelt.de, der dieses Forum kostenlos für uns alle bereitstellt. _______________________________________________ ENDE Geändert von Gabriel (27.02.2010 um 18:29 Uhr) |
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Der Übersichtlichkeit halber: Bitte in diesem Thema nur direkte Kommentare, Vorschläge und Kritik zum Artikel posten.
Für persönliche Empfehlungen und Hilfestellungen:
Geändert von Gabriel (20.02.2010 um 15:03 Uhr) |
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Hi Gabriel,
nur eine Kleinigkeit von mir - Skinoren ist auch in 20% als Creme (bin mir nicht sicher, ob auch als Gel) erhältlich, vermutlich etwas potenter. Ansonsten vielen Dank für Deine Mühe, ist eine wirklich gelungene Sammlung geworden. Evtl. könnte man das sogar als Wegweiser (Sticky?) im Forum verwenden, wenn du und der Webmaster damit einverstanden sind. Grüße
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männlich, 87 kg seit 20.07.2009 20mg isoderm ("low dose" therapie) seit 12.11.2009 reduzierung auf 10mg seit 05.01.2010 reduzierung auf 5mg aufgrund längerer abstinenz der akne ![]() ende januar abgesetzt: 30 mg/kg // seitdem: komplett akne-/pickelfrei. |
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