Aknewelt.de Produktbewertung

Zurück   Akneforum gegen Pickel > Behandlung von Innen > Ernährung

Antwort
 
Themen-Optionen Ansicht
  #6401 (permalink)  
Alt 18.03.2010, 20:43
Benutzerbild von Low-Joe
 
Registriert seit: 24.07.2008
Beiträge: 676
Abgegebene Danke: 0
Erhielt 0 Danke für 0 Beiträge
Standard

Zitat:
Zitat von Ipanema Beitrag anzeigen
Die Ernährungsforen predigen ein mäßiges Kaloriendefizit (Gesamtumsatz minus 500 kcal) bei der üblichen falschen Nährstoffzusammstellung (mit viel Obst, Gemüse, low-fat Lebensmitteln und den anscheinend gesunden mehrfach-gesättigten Fetten).

Ich bin sehr unsicher, was, wie viel und in welcher Zusammensetzung ich überhaupt essen soll!!!!!
Hallo Ipanema,

Deine momentane Ernährung erinnert mich an meine eigene vor 4 Jahren. Es wird höchste Zeit, dass Du diese umstellst! Deine Probleme kommen mir auch bekannt vor.

Das Schlechteste was ich mir vorstellen kann, ist eine unterkalorische Ernährung mit raffinierten Lebensmitteln wie Weißbrot, Kekse und allgemein Süßigkeiten. Kaum Nähwertgehalt der Lebensmittel bei einem Stoffwechsel welcher viele Vitamine und Mineralien benötigt. Vital und leistungsfähig zu sein kann mit energetisch gleichgesetzt werden. Genau das ist das Leben, Energie (und Proteine)! Wie soll man Leistung bringen wenn man dafür keine Energie hat? Glaub mir, Dir kann nichts besseres als eine vollwertige Ernährung passieren. Je aktiver Du bist, desto mehr Energie (und natürlich Nährstoffe) verbrauchst und benötigst Du deshalb wiederum. Grundsätzlich kann man seinen Energiebedarf im Internet nur ganz ganz grob schätzen. Schon alleine deshalb wäre ich mit fiktiven Zahlen vorsichtig, da diese nur eine verallgemeinerte Richtlinie darstellen.

Du solltest auf lange Sicht von dem Gedanken wegkommen alles penibel zu berechnen, da dies eher kontraproduktiv ist. Zu Beginn jedoch absolut OK um überhaupt ein Gefühl für die Lebensmittel zu bekommen. Du hättest es verdammt schwer die 2300kcal mit Kartoffeln, (fermentiertem braunem) Reis und anderen vollwertigen Kohlenhydraten zu erreichen, im Gegensatz zu Deiner jetzigen Ernährung.

Für die wissenschaftliche Erklärung (Hypothalamus, anorexigene und orexigene Botenstoffe, LEPTIN!!!, AMP-aktivierte Proteinkinase und weitere Faktoren die den Appetit regeln bzw. das Hungergefühl) habe ich jetzt leider keine Zeit. Auf die Schnelle sei aber gesagt, dass gerade Fruktose (wissenschaftlich zu mindestens für raffinierte Fruktose signifikant nachgewiesen) auf die meisten der genannten Faktoren (Hormone) sehr ungünstig wirkt. Da es gerade passt, auch die (Zusammensetzung der) Darmflora hat einen großen Einfluss auf das Gewicht.

Grundsätzlich kann ich Dir nicht sagen wie viel Kalorien Du benötigst. Das alleine weiß nur Dein Körper und auf diesen solltest Du hören. Wenn Du Dich permanent unterkalorisch ernährst stellt sich Dein Körper darauf ein und zwar in dem er versucht noch sparsamer zu haushalten. Diät bedeutet für den Körper Stress. Exzessiver Sport = Stress. Schlafstörungen = Stress. Permanenter Licht- und Luft- und Bewegungsmangel = Stress. Gerade Cortisol ist zu diesen Zeiten oftmals erhöht, aber auch andere Hormone wie z.B. Adrenalin. Das zusammen mit den weiter oben aufgeführten Hormonen führt zwangsläufig zu einer Gewichtszunahme.

Da Du anscheinend bereits Verdauungsprobleme hast, solltest Du auch vorsichtig damit sein Unmengen an Kartoffeln und Reis in dich hinein zu schlingen.

Geändert von Low-Joe (18.03.2010 um 20:47 Uhr)
Mit Zitat antworten
  #6402 (permalink)  
Alt 19.03.2010, 06:52
ixi ixi ist offline
 
Registriert seit: 03.01.2010
Beiträge: 62
Abgegebene Danke: 0
Erhielt 0 Danke für 0 Beiträge
Standard

Vorschlag zur Zusammensetzung, nicht neu aber interessante Quelle: forever young - Fitnesspapst und Bestseller-Autor Ulrich Strunz

Die Seite von dem Strunz is überhaupt zum Schreien find ich;-)
Das sind offenbar er und seine Frau: forever young - Fitnesspapst und Bestseller-Autor Ulrich Strunz


Sieht nicht so aus als ob man sich unter Low Carb sorgen um seine Gesundheit machen müsste.

Lg
Mit Zitat antworten
  #6403 (permalink)  
Alt 19.03.2010, 14:43
Benutzerbild von Fink
 
Registriert seit: 02.11.2009
Ort: Göttingen
Beiträge: 293
Abgegebene Danke: 0
Erhielt 0 Danke für 0 Beiträge
Standard

Hoffentlich kommen die beiden durch den nächsten Winter...

Joe,
du hast doch glaube ich in letzter Zeit auch mal etwas mit Zucker rumprobiert oder? Ich habe jetzt diese Woche mal vermehrt Zucker konsumiert. Bei jeder Mahlzeit habe ich ca. 50% meiner KHs aus Zucker (Orangen und gute Eiscreme) bezogen. Obwohl ich selber glaube, dass Zucker eigentlich nicht all zu gut sein kann und die Studien auch für sich sprechen, kann ich mir nicht helfen...Ich habe sowohl beim Training als auch im ganzen normalen Alltag viel mehr Energie und fühle mich einfach besser als nur auf Stärke.
Ich habe sonst nichts problematisches bemerkt (Haut, Verdauung, Schlaf).
Meine Freundinn meint sogar ich sähe so frisch aus, wie noch nie

Hast du konkret ein Problem mit mehr Sucrose bekommen oder einfach "aus schlechtem Gewissen" aufgehört?
__________________
Life in all it's fullness is mother nature obeyed
Mit Zitat antworten
  #6404 (permalink)  
Alt 19.03.2010, 16:49
Benutzerbild von Low-Joe
 
Registriert seit: 24.07.2008
Beiträge: 676
Abgegebene Danke: 0
Erhielt 0 Danke für 0 Beiträge
Standard

Zitat:
Zitat von Fink Beitrag anzeigen
Hoffentlich kommen die beiden durch den nächsten Winter...

Joe,
du hast doch glaube ich in letzter Zeit auch mal etwas mit Zucker rumprobiert oder? Ich habe jetzt diese Woche mal vermehrt Zucker konsumiert. Bei jeder Mahlzeit habe ich ca. 50% meiner KHs aus Zucker (Orangen und gute Eiscreme) bezogen. Obwohl ich selber glaube, dass Zucker eigentlich nicht all zu gut sein kann und die Studien auch für sich sprechen, kann ich mir nicht helfen...Ich habe sowohl beim Training als auch im ganzen normalen Alltag viel mehr Energie und fühle mich einfach besser als nur auf Stärke.
Ich habe sonst nichts problematisches bemerkt (Haut, Verdauung, Schlaf).
Meine Freundinn meint sogar ich sähe so frisch aus, wie noch nie

Hast du konkret ein Problem mit mehr Sucrose bekommen oder einfach "aus schlechtem Gewissen" aufgehört?
Also ich esse täglich noch immer zwischen 100-150g Traubenzucker, nun bereits seit 3 Monaten. Davor hatte ich nur mal kurz, ich glaube eine Woche, ca. 150g KH aus Früchten bezogen. Dies waren jedoch zum Großteil Monosaccharide. Während dieser einen Woche hatte ich nur viel viel schneller als sonst wieder Hunger bekommen. Ich vermute, dass dies am O-Saft lag. Bei Früchten dauert es noch eine Zeit bis die Kohlenhydrate aufgenommen werden können, gerade wenn diese zusammen mit viel Fett gegessen werden. Das war alles was ich feststellen konnte, Hautunreinheiten nicht, nein. Mit reiner Glukose habe ich den ganzen Tag hindurch Energie, keine Leistungstiefs und auch keinen vorschnellen Hunger. Halt so wie es eigentlich mit Stärke sein sollte, wenn man diese adäquat verdauen kann. Haushaltszucker habe ich schon seit einer Ewigkeit nicht mehr gegessen.

Als ich noch ohne Ende Kartoffeln und Reis gegessen habe ging es mir keinesfalls schlecht, im Gegenteil. Ich hatte auch keine Verdauungsprobleme im eigentliche Sinne. Lediglich Überbleibsel (Fisteln) meines Crohns meldeten sich zurück. Lutz hat geschrieben, dass diese (unter seiner Diät) operativ entfernt werden müssten und nur äußerst selten spontan ausheilen würden. Da sie bei mir aber bereits zuvor vollkommen ausgeheilt waren, lag der Schluss, dass etwas nicht optimal läuft recht nah.

Einzig deshalb hatte ich mich entschieden die Ernährung für eine gewisse Zeit umzustellen. Ich hatte bereits vor 2-3 Jahren unter LC meine KH vorzugsweise aus Kartoffeln und gleichzeitig recht viel fermentierte Milchprodukte gegessen. So wie ich mich jetzt ernähre möchte ich mich keinesfalls ein Leben lang ernähren. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass die Kombination von KH aus Stärke (zu mindestens in begrenztem Ausmaß, ca. 80g/Tag) und Probiotika alle meine Verdauungs- und Crohnprobleme bereinigte. In diesem Zusammenhang halte ich auch das von Schandmaul verlinkte Probiotikum nicht generell schlecht, lediglich zu Beginn könnte es passieren, dass man aufgrund der enthaltenen Polysaccharide auch pathogene Keime weiter "mitfüttert". Hat man erst einmal ein gesundes Gleichgewicht hergestellt und achtet weiter auf die Zufuhr bestimmter Bakterien, sind gewisse Anteile an unverdaulichen Bestandteile (z.B. unverdaute Stärke bzw. resistente Stärke) durchaus gesundheitsfördernd, zu mindestens bis zu einem gewissen Grad. Mit Produkten die Polysaccharide enthalten geht dies vermutlich auch, nur dauert es wahrscheilich etwas länger, da die Pathogene weiter gefütter werden und die "guten" Bakterien erst eine entsprechende Population aufbauen müssen.

Ich habe auch festgestellt, dass ich von reiner Glukose viel weniger brauche um aus der Ketonurie zu bleiben als von vergleichbaren Mengen Stärke. Einen Großteil konnte ich anscheinend (noch) nicht adäquat verdauen. Bei der SCD sind zum Beispiel nach ca. 3 Monaten bestimmte Hülsenfrüchte erlaubt. In der Studie zum Reizdarmsyndrom in Verbindung mit verschiedenen KH-Quellen, die ich hier schon mehrfach verlinkt hatte, war ein Ergebnis, das sowohl gesunde wie auch kranke Probanden relativ große Mengen der zugeführten Hülsenfrüchte nicht adäquat verdauen können. Bei der SCD müssen die Bohnen 24h quellen bevor sie gekocht und verzehrt werden dürfen. 3 Monate sind denke ich auch eine relativ gute Zeitspanne um schon etwas hinsichtlich der Darmflorazusammensetzung bewirken zu können, so dass in Verbindung mit der Probiotikazufuhr auch die Bohnen keinen Schaden anrichten, sogar eventuell die "guten" Bakterien teilweise etwas füttern.

Was Du festgestellt hast, also dass Du Dich mit schnell resorbierbaren KH etwas besser fühlst, bemerken aber recht viele Leute. Lass aber trotzdem die Finger von Haushaltszucker und iss stattdessen lieber Früchte (und Gemüse). Im Vergleich zu reiner Sucrose wird Dir das auf jeden Fall nicht (mehr) schaden. Es kommt auch darauf an, in was für einer Ernährung man Fruktose aufnimmt. Gesättigte Fette relativieren etwas die schlechten Eigenschaften von Fruktose (z.B. nicht alkoholbedingte Leberzirrhose), wohingegen PUFAs und Fruktose der absolute Supergau sind!
Mit Zitat antworten
  #6405 (permalink)  
Alt 19.03.2010, 18:34
 
Registriert seit: 11.03.2010
Beiträge: 5
Abgegebene Danke: 0
Erhielt 0 Danke für 0 Beiträge
Standard

Zitat:
Zitat von Low-Joe Beitrag anzeigen
Ganz grob als Richtlinien gesunder Ernährung, die auch in diesem Thread schon lange Bestand haben wären folgende.

1. So wenig mehrfach-gesättigte Fettsäuren (Pflanzenöle, AUSGENOMMEN Kokosöl, Macadamianussöl und eventuelle noch kleinere Mengen Olivenöl) wie möglich!

2. So wenig Fruktose wie möglich.

3. So viel gesättigtes Fett wie möglich. D.h., dass vor allem tierische Fett wie Butter und Rindertalg, Knochenmark zu empfehlen wären, da diese recht große Mengen gesättigter Fettsäuren enthalten. Darüber hinaus kannst Du auch die unter 1. ausgenommenen Fette in Deine Ernährung aufnehmen, gerade Kokosöl.

4. Stärkequellen wie (fermentierter) Reis, Kartoffeln, Süsskartoffeln usw. und wenn Getreide, dann würde ich Sauerteig geführte Lebensmittel vorziehen.

5. Eiweiß: Innereien wie Leber und Herz sowie Hirn, Eier, Milchprodukte, Rind, Kalb, Schwein, Meeresfrüchte, magerer Fisch und ganz wichtig kollagenes Eiweiß (Gelatine) und zwar möglichst in natürlicher Form (Brühe, Sülze, Schweinskopf usw.).
Danke für deine Antwort und sorry für meine späte Reaktion, hatte für einige Zeit keinen Internetanschluss.

Ich fänds toll, wenn mir jemand noch die gröbsten Zusammenhänge zu den obigen fünf Punkten skizzieren könnte. Die Details würde ich mir dann per Literatur anlesen, aber so hätte ich schon mal eine Struktur.

1. Hierzu wäre meine Frage wieso prinzipiell ungesättigte Fettsäuren gegenüber mehrfach-gesättigten vorzuziehen sind. Habe dazu sich teils widersprechendes gelesen. Was zeichnet Kokosöl aus?

2. Warum so wenig Fructose wie möglich?

4. Nach welchen Kriterien unterscheidet man Kohlenhydrate in Hinblick auf Verträglichkeit am besten? Was zeichnet Reis und Kartoffeln gegenüber anderen aus?

5. Was ist das zentrale Argument für eine eiweißreiche Ernährung?

Na gut, jetzt wo ich die Fragen hier vor mir sehe: ich müsste mich wohl eher systematisch in das Thema einlesen... Ist "Leben ohne Brot" ein empfehlenswerter deutschsprachiger Einstieg, ohne sich nun unbedingt auf Low Carb versteifen zu wollen? Am besten wäre womöglich ein allgemein einführendes Buch zur Ernährung, wobei hier das Problem ist, dass die grundlegensten Zusammenhänge streitbar zu sein scheinen.

Edit: Kennt hier jemand den DTV-Atlas der Ernährung?

Geändert von Wittgenstein (19.03.2010 um 19:06 Uhr)
Mit Zitat antworten
  #6406 (permalink)  
Alt 19.03.2010, 19:48
 
Registriert seit: 18.03.2010
Beiträge: 4
Abgegebene Danke: 0
Erhielt 0 Danke für 0 Beiträge
Standard

Lieber Low-Joe,

herzlichen Dank für deine Antwort.... sie hat mich sehr zum Nachdenken über meine Lebensweise angeregt. Mir scheint ich muss nicht nur die Zusammenstellung meiner Nahrung, sondern auch das Verhältnis zu ihr grundlegend ändern.

Essen hat für mich in den letzten Jahren oft eine "Ersatz"- Position eingenommen. Ich esse aus Frust, Einsamkeit, Langeweile und weil ich mich einfach daran gewöhnt habe. Je verzweifelter ich in Vergangenheit versucht habe, dies zu ändern, desto schlechter habe ich gegessen. Man gerät immer tiefer in die Spirale aus guten Vorsätzen, Scheitern, sich selbst bemitleiden und trösten und dies wiederum mit haufenweise Schokoriegeln.
Wie sehr dies an mein Ego frisst, kann ich hier gar nicht beschreiben.

Dennoch .... meine Motivation ist mit deinen Worten gewachsen. Ich weiß, dass mich meine jetztige Ernährung krank macht und ich muss endlich mal die Zähne zusammenbeißen.

Ich habe bereits die ersten Küchenschränke ausgeräumt und die ganz schlimmen Sachen gleich entsorgt. Erstes Ziel soll sein, raffinierte Lebensmittel möglichst komplett zu meiden. Die Kohlehydratzufuhr will ich stark einschränken (schön wäre nur 80g/Tag zu schaffen, um auch die Wirkung auf meine Haut zu beobachten). Das wird sicher hart werden!!!!
Gerne werde ich hier (falls Interesse besteht) meine Erfahrungen mit der Umstellung mitteilen.

Danke nochmals,
Ipanema
Mit Zitat antworten
  #6407 (permalink)  
Alt 19.03.2010, 21:02
Benutzerbild von Low-Joe
 
Registriert seit: 24.07.2008
Beiträge: 676
Abgegebene Danke: 0
Erhielt 0 Danke für 0 Beiträge
Standard

Zitat:
Zitat von Ipanema Beitrag anzeigen
Dennoch .... meine Motivation ist mit deinen Worten gewachsen. Ich weiß, dass mich meine jetztige Ernährung krank macht und ich muss endlich mal die Zähne zusammenbeißen.
Hallo Ipanema,

ich hoffe, dass ich Deine Motivation mit den kommenden Zeilen nun nicht schon zum Zerbrechen bringe. Ein paar Dinge habe ich gestern nicht angesprochen, bewusst und aus gutem Grund. Auf dem Weg zu einem gesunden Körper und damit Stoffwechsel wirst Du mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit zunächst zunehmen, zu mindestens wenn Du isst wenn Du hungrig bist bzw. Appetit hast. Dies wird auch mit den den hier empfohlenen Lebensmitteln passieren und das ist auch gut so.

Ich weiß, dass dies gerade als Frau sehr schwer zu akzeptieren sein wird. Dein Gewicht grenzt bereits an Untergewicht (hartnäckiges Bauchfett hin oder her), jetzt noch mehr abzunehmen wäre nicht gut. Das Gewicht was man bzw. Du zulegst wird aber nicht nur Körperfett sein, sondern auch Skelettmuskulatur sowie einige Organe werden an Gewicht zulegen. Das ist positiv, also keine Angst. Je nach dem wie ruiniert Dein Stoffwechsel bereits ist, wirst Du auch gerade in der Anfangszeit vermehrt Körperfett zulegen, das ist leider so. Je gesünder Du wirst und je besser Dein Stoffwechsel arbeiten, desto eher wird sich dies wieder relativieren. Dies alles gilt für eine Ernährung (mit den angesprochenen Lebensmitteln) bei der Du Dir keinerlei Kalorienrestriktionen auferlegst. Was Du bewusst machst (Diät halten), regelt ein normal funktionierender Stoffwechsel ganz alleine über Appetit und Hunger. Wie gestern bereits kurz angesprochen, kann man diese Mechanismen bzw. den Metabolismus gehörig durcheinanderbringen. Zucker und mehrfach-ungesättigte Fettsäuren sind dabei die schlimmsten Einflussfaktoren, aber nicht die einzigen.

Mir ist durchaus bewusst, dass das heutige Schönheitsideal Frauen dazu bringt ständig Diät zu halten. Dann kommt der Heißhunger, also stopft man alles in sich hinein. Das schlechte Gewisse treibt einen dazu auch bei Hunger manchmal nicht bis zur Sättigung zu essen oder gar überhaupt nichts zu essen, also folgt dann irgendwann wieder Heißhunger. Und immer so weiter. Dann der Anblick vieler schlanker Menschen, das frustet einen noch mehr.


Zitat:
Zitat von Ipanema Beitrag anzeigen
Ich habe bereits die ersten Küchenschränke ausgeräumt und die ganz schlimmen Sachen gleich entsorgt. Erstes Ziel soll sein, raffinierte Lebensmittel möglichst komplett zu meiden. Die Kohlehydratzufuhr will ich stark einschränken (schön wäre nur 80g/Tag zu schaffen, um auch die Wirkung auf meine Haut zu beobachten). Das wird sicher hart werden!!!!
Gerne werde ich hier (falls Interesse besteht) meine Erfahrungen mit der Umstellung mitteilen.
Gerade in der Anfangszeit vom Übergang zu LC können viele Komplikationen auftreten, schon alleine deshalb würde ich es mit der KH-Reduzierung nicht zu sehr übertreiben.

Ein ganz großes Problem wird die anerzogene Fettphobie sein, gerade vor tierischem Fett. Bei LC besteht daher die Gefahr, dass man viel zu wenig Kalorien aufnimmt. Versuche möglichst tierisches Fett mit einem hohem Gehalt an Palmitinsäure zu essen, wie z.B. Butter. Das ist eine Fettsäure, welche der Körper aus KH selbst herstellt. Diese Fettsäure (u.a.) sorgt für einen gleichmäßigen Blutzuckerspiegel, gerade wenn KH reduziert werden (physiologische Insulinresistenz). Ein konstanter Blutzuckerspiegel, d.h. keine starken Schwankungen und vor allem Abfälle des Blutzuckergehalts, lässt keine Heißhungerattacken zu.

Ein weiteres Problem ist oftmals, die meisten empfinden dies jedoch als angenehm, dass man kaum mehr ein richtiges Hungergefühl empfindet. Folglich lässt man ganze Mahlzeiten aus oder isst deutlich weniger. Dann ist man wieder dabei seinem Stoffwechsel nichts gutes zu tun, denn gerade wenn man aktiv und leistungsfähig sein möchte braucht man Energie und Nährstoffe.

Es gibt ein LC-Buch was ich sehr empfehlen kann, und zwar "Optimal Essen" von Dr. Jan Kwasniewski, einem polnischen Arzt. Ich habe bei meinem Lebensstil bzw. Aktivitätsniveau körperlich und psychisch eine sehr ungünstige Zeit unter seinem Ernährungsregime verlebt, wenn auch ich seine grundsätzlichen Ernährungsempfehlungen für sehr klug und richtig erachte. Vieles davon ist heutzutage wissenschaftlich recht gut belegt, anderes bleibt leider vorerst etwas offen. Man sollte es mit der KH-Reduzierung gerade auf längere Sicht nicht übertreiben bzw. in diesem Fall untertreiben, vor allem dann nicht wenn man körperlich (anaerob!) aktiv ist bzw. sein möchte.
Mit Zitat antworten
  #6408 (permalink)  
Alt 19.03.2010, 23:01
Benutzerbild von Low-Joe
 
Registriert seit: 24.07.2008
Beiträge: 676
Abgegebene Danke: 0
Erhielt 0 Danke für 0 Beiträge
Standard

Zitat:
Zitat von Wittgenstein Beitrag anzeigen
1. Hierzu wäre meine Frage wieso prinzipiell ungesättigte Fettsäuren gegenüber mehrfach-gesättigten vorzuziehen sind. Habe dazu sich teils widersprechendes gelesen. Was zeichnet Kokosöl aus?

2. Warum so wenig Fructose wie möglich?

4. Nach welchen Kriterien unterscheidet man Kohlenhydrate in Hinblick auf Verträglichkeit am besten? Was zeichnet Reis und Kartoffeln gegenüber anderen aus?

5. Was ist das zentrale Argument für eine eiweißreiche Ernährung?

Na gut, jetzt wo ich die Fragen hier vor mir sehe: ich müsste mich wohl eher systematisch in das Thema einlesen... Ist "Leben ohne Brot" ein empfehlenswerter deutschsprachiger Einstieg, ohne sich nun unbedingt auf Low Carb versteifen zu wollen? Am besten wäre womöglich ein allgemein einführendes Buch zur Ernährung, wobei hier das Problem ist, dass die grundlegensten Zusammenhänge streitbar zu sein scheinen.
Wie du selbst schon mitbekommen hast, wird hier keiner auf die Schnelle alles erdenkliche zu den einzelnen Punkten zusammentragen können.

zu 1.) Gesättigte Fette unterliegen weitaus weniger "ungewollten" oxidativen Reaktionen, oxidiert werden sie aber letztlich natürlich doch und zwar in Mitochondrien, d.h. genau dort wo es beabsichtigt ist. Bestimmte Fettsäuren können ohne weitere Aufbereitung durch die Leber unmittelbar als Ernergiequelle genutzt werden, gerade Fettsäuren aus Kokosöl. Bestimmte Fettsäuren besitzen darüber hinaus bakterizide und antivirale Eigenschaften, auch in Kokosöl, Butter, Muttermilch usw. enthalten. ...

zu 2.) Fructose wird in der Leber zu Glukose umgewandelt. Warum der Leber, welche heutzutage genug mit Chemikalien etc. zu tun hat nicht entlasten und gleich Glukose, d.h. Stärke konsumieren? Umwandlungsprozesse benötigen Vitamine und Mineralien sowie Energie. Man könnte sogar soweit gehen und sagen, dass Fruktose ähnlich wie Alkohol verstoffwechselt wird. Fruktose führt in großen Mengen auch zu ähnlichen Krankheitsbildern wie Alkohol, zu mindestens für raffinierte Fruktose wissenschaftlich gut abgesichert. ...

zu 3.) Geht schnell, da gab's ja keine Fragen.

zu 4.) Ich kann Dir nicht sagen welche KH Du verträgst, dass mußt Du sagen. Bei den aufgezählten KH handelt es sich um relativ antinährstofffreie Lebensmittel, bei Reis natürlich nur wenn dieser entsprechend vorbehandelt (fermentiert) worde, die darüber hinaus relativ viele Nährstoffe enthalten.

zu 5.) Gibt es meines Erachtens keines. Ich habe auch nicht von Eiweißmast gesprochen, sondern lediglich von den besten Eiweißquellen. Auch Kartoffeln enthalten sehr wertvolles Protein, d.h. aus Sicht der biologischen Wertigkeit. Je aktiver man ist, desto mehr Eiweiß und Fett und KH benötigt man. Ich denke, 1g/kg optimalen Körpergewicht ist in Ordnung. Je niedriger die Qualität desto mehr davon ist vonnöten. Außerdem enthalten die aufgezählten Eiweißquelle viele weitere Nährstoffe. ...

Zu allen Punkten gibt es noch zig weitere relevante Dinge. In meinem vorigen Post habe ich bereits ein empfehlenswertes LC-Buch genannt.

Jetzt meine Frage.
1.) Was hast Du denn Widersprüchliches zu gesättigten und mehrfach-ungesättigten Fettsäuren gesehen? Auf wissenschaftlicher Basis kann das nur eine Omega-3-Supplementaion bei gleichzeitig hoher Omega-6-Aufnahme gewesen sein. Aber selbst dann kommen keine unglaublichen und alles in den Schatten stellende Ergebnisse zum Tragen. Weniger Omega-6 bedeutet weniger Omega-3. Etwas Omega-3 ist OK und empfehlenswert, aber wie gesagt nur etwas!

Geändert von Low-Joe (19.03.2010 um 23:11 Uhr)
Mit Zitat antworten
  #6409 (permalink)  
Alt 20.03.2010, 14:07
 
Registriert seit: 02.02.2005
Beiträge: 805
Abgegebene Danke: 0
Erhielt 0 Danke für 0 Beiträge
Standard

Hallo Leute,

ich habe ein wenig geforscht, aber nichts genaues gefunden. Sind Mais-Produkte (speziell Meismehl) irgendwie bedenklich? Gibt es irgendwas besonderes zu beachten?

Grüße,

loler
Mit Zitat antworten
  #6410 (permalink)  
Alt 21.03.2010, 14:17
 
Registriert seit: 03.09.2008
Beiträge: 387
Abgegebene Danke: 0
Erhielt 0 Danke für 0 Beiträge
Standard

Als Anfangsliteratur würde ich neben den Büchern von Kwasniewski, Anthony Colpo's Der Cholesterin-Schwindel empfehlen. Er geht nicht zu radikal vor, hat eine weitsichtige Sichtweise (beachtet auch Stress usw.) und v.a. stützt er sich immer auf Studien und greift nicht immer etwas aus dem Raum. Auch wenn er inzwischen selbst nicht mehr LC lebt, sind seine Empfehlungen alle vertretbar.
Mit Zitat antworten
Antwort

Themen-Optionen
Ansicht

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist an.
Smileys sind an.
[IMG] Code ist an.
HTML-Code ist aus.
Trackbacks are an
Pingbacks are an
Refbacks are aus


Ähnliche Themen
Thema Autor Forum Antworten Letzter Beitrag
Reine Haut durch (Elektro)-Akupunktur! Eine-Welt-ohne-Akne Fragen, Tipps und Tricks 36 07.08.2011 19:45
Reine Haut durch Schweinefleisch-Verbot Eine-Welt-ohne-Akne Fragen, Tipps und Tricks 10 11.07.2009 23:00
Reine Haut durch niedrigen Blutzuckerspiegel Eine-Welt-ohne-Akne Fragen, Tipps und Tricks 13 10.07.2009 21:49
Reine Haut durch veränderte Ernährungsgewohnheiten Zelltrinker Fragen, Tipps und Tricks 44 23.06.2009 12:18
Kohlenhydratarme ernährung und süßes?? hans0r Ernährung 1 06.09.2007 07:30


Alle Zeitangaben in WEZ +1. Es ist jetzt 19:52 Uhr.


Powered by vBulletin® Version 3.8.7 (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2012, vBulletin Solutions, Inc.
Search Engine Friendly URLs by vBSEO 3.6.0