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Low-Joe,
vielen Dank, dass du deine Erkenntnisse und deine Ernährung mit uns teilst! Welche Werte sollte man deiner Meinung nach checken lassen bzw. welche Tests durchführen, um herauszufinden, ob der Magen-Darmtrakt bzw. Darmflora gesund ist? Ich denke, dass meine noch nicht vollständig abgeklungenen Hautprobleme hier ihren Ursprung haben, wobei ich keinerlei offensichtliche Verdauungsprobleme (Blähungen, Durchfall, Verstopfung, etc. ) oder Immunschwäche (bin nie krank) habe. Zitat:
Welche anderen fermentierten Lebensmittel meinst du konkret? |
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Von Lactobacillus rhamnosus GG habe ich bislang nur positives gelesen, es ist wohl auch das am Besten erforschte Probiotikum überhaupt. Wie viel nimmst du denn täglich von den Beiden ein? |
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Vielen Dank Low-Joe für deine Mühen solch ausführliche und informative Texte hier zu verfassen.
Dem Thema Stärke stehe ich auch immer skeptischer gegenüber, da in punkto Verdaulichkeit doch größere Probleme auftauchen als man bisher dachte. Auch wenn es Hinweise gibt, wie z.B. das stärkespaltende Enzym im Speichel, welche zeigen, dass Stärke eine berechtigte Existenz in der Ernährung des Menschen hat, so stellt sich der Überkonsum an Stärke v.a. in der westlichen Welt (die Japaner scheinen es ja gewohnt zu sein), auch wenn weitere schädliche Faktoren wie PUFAs, Fruktose und fehlende Fermentierung von Getreide hinzukommen, als problematisch heraus. Andererseits ist es schwer stärkehaltige Grundnahrungsmittel wegzulassen, da Alternativen oft auch nicht besser sind, hier stellt sich die Frage nach dem kleineren Übel. Möhren und Gurken wären für mich keine Alternative, insgesamt komme ich mit Gemüse (außer ab und zu Möhre oder Kohlrabi) kaum klar, da sie weder schmecken noch nahrhaft sind - darüber hinaus teilweise pestizidverseucht sind (v.a. Paprika aus Spanien). Bei Obst kämpft man immer mit hohen Fructosewerten, worüber die Leber sich nicht freuen wird. Demnach werde ich in Zukunft eine Stärkerestriktion vornehmen, v.a. Reduzierung von Reis und Buchweizen. Mit einer moderaten Menge an Kartoffeln fahre ich wohl am besten. Ich überlege inzwischen auch wieder einen Versuch mit Brot zu starten (Sauerteig), da hier die Stärke ja sehr gut verfügbar sein soll und Brot als guter Träger für Fett wie Butter oder Käse dienen kann. Grüße |
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@ Pazzle
Mach Dir wirklich einmal selbst ein Bild von den verschiedensten Bakterienstämmen. Ich habe auf meinem Rechner zur Zeit weit über 50 Studien nur zu diesem Thema, wobei bei dem Großteil leider nur das Abstrakt frei verfügbar ist. Bifidobakterien hat so oder so jeder von uns in sich und das sogar zu einem sehr großen Teil. Beinahe in allen Studien sind Milchsäurebakterien und Bifidobakterien, besonders bei den Probanden mit gesundheitlichen Problemen im Vergleich zu gesunden Kontrollgruppen, zu Beginn der Studien in verringer Anzahl im Stuhl vorhanden. Am Ende der Versuchsdauern, wenn sich die Blutbilder normalisieren und vor allem bestimmte Entzündungsmarker, werden genau die angesprochenen, darunter zu meist auch immer Bifidostämme, wieder vermehrt im Stuhl nachgewiesen. Ganz kurz zusammengefasst ist dies fast immer ein Ergebnis jeglicher Studie zu diesem Thema, egal welche Studie man sich zunächst ansieht. Unabhängig davon, kommt beta-Glucoronidase im menschlichen Körper selbst vor und erfüllt auch durchaus wichtige Aufgaben. Bei Einsatz von Präbiotika alleine sind es vor allem die Bifidobakterien die anzahlmäßig am meisten zunehmen. Präbiotika alleine halte ich jedoch für nicht ratsam, da immer die Gefahr besteht, dass man auch die pathogenen Keimen weiter in der Vermehrung vorantreibt. Die größten Erfolge werden oftmals aus einer Kombination von Pro- und Präbiotika erzielt, da man so gleichzeitig den zugeführten Bakterien etwas Nahrungssubstrat für deren weitere Vermehrung zuführt. Bei dem hohen Obst- und Gemüsekonsum unter der SCD kann man sich sicher sein, dass gerade die Bifidobakterien zunehmen, denn die angesprochenen Präbiotika sind natürliche Bestandteile von Obst und Gemüse. Also auch wenn Gottschall diese nicht direkt zuführt, vermehren tun diese sich trotzdem („Bifido-Faktor“!), ohne Zweifel meinerseits. Mir geht es auch nicht darum so viele Bifidostämme in meinem Körper heranzuziehen wie nur möglich, sondern darum ein Gleichgewicht herzustellen. Am besten ist es jedoch wirklich, wenn man sich selbst ein Bild des Ganzen macht bevor man etwas einnimmt. Ich nehme zum Einen Lactobacillus Bulgaricus (Pulver) und zu Anderen L. Acidophilus (40 Mio.). Zu diesen Stämmen habe ich auf pubmed die beeindrucktesten Studienergebnisse gefunden, gerade zu den erstgenannten Milchsäurebakterien. Ich muss aber dazusagen, dass dieser Bakterienstamm auch D-Milchsäure produziert. Dieser Bakterienstamm wird u.a. auch von Gottschall empfohlen. Wie man sieht, gibt es NICHTS was nur Vorteile aufweist und so ist es sicherlich auch mit Bifidobakterien! Hier der Link (http://www.stamengrigorov.org/docume...r%20milk_2.doc) zu einem recht interessanten Dokument, welches auf die Arbeit von Dr. Metchnikoff (Nobelpreisträger der Medizin) eingeht. Die Arbeiten und Ergebnisse dieses Biologen werden u.a. auch von Gottschall aufgegriffen. Ich bin kein Anhänger der SCD (viel zu viel Fruktose), nur die Prinzipien sind die gleichen, deshalb erwähne ich diese Diät häufiger. Nach der SCD ist z.B. auch Glukose nicht erlaubt (auf Grund von Verunreinigungen, d.h. das die 100% Einfachzucker vorliegen, das tut es aber auch nicht in Obst). @ Cartman Ich glaube, was ich eigentlich sagen wollte wurde nicht ganz deutlich. Ich halte nicht per se Stärke für gefährlich. Das eigentliche Problem ist unsere westliche „Esskultur“. Wenn man von Kindheit an optimal zubereitete stärkehaltige Lebensmittel, darüber hinaus im Verbund mit fermentierten Lebensmittel wie in vielen Kulturen Gang und Gebe, isst, dann ist dies in etwa so, als wenn man Pro- und Präbiotika gleichzeitig aufnimmt. Die unverdaute (resistente) Stärke (welche immer gegeben ist) dient dann in erster Linie den ebenfalls zugeführten Bakterien (in der Mehrheit Milchsäurebakterien aus den sämtlichsten Fermentationsprozessen) als Substrat und eine Ausbreitung pathogener Keime wird so bereits von Anfang an auf ein Minimum reduziert. Wir essen jedoch viel Stärke und darüber hinaus eine Menge Zucker und (pasteurisierte) Milch. Weißbrot, ohne herkömmliche Sauerteigführung, Zucker (Fruktose!) und Milch (Laktose!) und dies oftmals alles zusammen. Darüber hinaus essen viele Leute Vollkornprodukte. Jegliche Kulturen versuchen gerade Kleie (Ballaststoffe) und ähnliches loszuwerden. Was da alles an Antinährstoffen und nicht Verdaubarem und letztlich an „Bakterienfutter“ zusammenkommt ist absoluter Wahnsinn. Das kann auf lange Sicht überhaupt nicht gut gehen. Am Schlechsten ist es dann noch Rohkostsalate zu essen. Viele der pathogenen Keime hängen gerade an pflanzlichen Lebensmitteln (z.B. Klebsiellen aus dem Boden) und werden auch nicht durch INSEKTIZIDE vernichtet. Die japanische Kost ist relativ ballaststoffarm und zeitgleich essen sie relativ viele fermentierte Lebensmittel. Ich wette, dass selbst die Kitava fermentierte Lebensmittel essen, bzw. ihre Knollen fermentativ zubereiten, zu mindestens ein Teil. Bei vielen afrikanischen Völkern zählt Sauerteigbrot zur Nahrungsgrundlage. Ich kenne kaum eine Kultur die nicht irgendein fermentiertes Lebensmittel auf dem Speiseplan hat. Viele Nomadenvölker bereiten Joghurt her und/oder trinken Rohmilch (förderlich für Milchsäurebakterien). Also zum Abschluss. Stärke halte ich für sehr gut, jedoch kann gerade diese nach Jahren der Fehlernährung problematisch werden, nichts anderes wollte ich eigentlich sagen. Aber man kann das alles wieder in den Griff bekommen, und das ist doch gut zu wissen! Ich weiß, dass dies eine sehr künstliche Ernährung ist, aber die Ergebnisse (und vor allem in dieser Schnelle) finde ich wirklich beeindruckend. Auch wenn einem jeder Arzt sagt, dass z.B. Morbus Crohn (repräsentativ für viele andere Krankheiten) nichts mit der Ernährung zu tun hat, in den schwersten Fällen, wenn Medikamente nicht mehr helfen, wird eine Elementardiät eingesetzt und ab da an geht es gesundheitlich, zu mindestens für den Zeitraum der Elemnetardiät, stetig beachtlich vorwärts. |
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@Low-Joe
Super, danke für deine Ausführungen! Ich würde noch gerne wissen, wie du das mit dem Zucker siehst: Verstehe ich das richtig, dass der üblich Haushaltzucker aus Glukose und Fruktose besteht? Du hast ja recht oft beschrieben, wie viel Ärger dir der Zweifachzucker bereitet hat. Bist du der Ansicht, dass alle Probleme durch die Fruktose verursacht wurden und Glukose dabei harmlos war? 100 - 160 g Glukose pro Tag ist ja schon recht beachtlich. Ich hab mich zwar nicht immer 100%ig an die Regeln gehalten (manchmal Getreide, selten Pufas), aber ich konnte immer sagen "wenigstens kein Zucker". Ich suche natürlich auch eine gute KH-Quelle. Und wenn das Glukose ist, gerne. Nur weiß ich nicht, ob das nicht auch Probleme wie der normale Zucker verursacht .
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Mir gefällt der Ansatz. Ich schätze viele Völker haben fermentierte Lebensmittel unterewusst aus Gesundheitsgründen eingeführt:
Zur Zeit der Steinzeitmenschen und danach war das Magen-Darm-Milieu wahrscheinlich sehr robust, auch weil man ja ständig mit Schmutz und Bakterien in Berührung kam und so das Immunsystem trainierte. In den letzten Jahrhunderten wurden die Menschen hingegen immer reinlicher, das Immunsystem schwächer und so kamen die ersten Probleme auf. Hinzu kommt natürlich der Konsum an gräuslichen "Lebensmitteln", falls man die so nennen kann. Dennoch glaube ich, dass Matt's Ansatz auch indirekt etwas damit zu tun hat. Er bringt mit seiner Ernährung eben alles auf Hochtouren, egal ob Perestaltik oder Hormonsystem.. Deshalb schätze ich Ihne auch sehr, nicht nur wegen seines abgefahrenen Humors.
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@ Low-Joe:
Aus welchem Grund bist du der Ansicht, dass Fruktose und Laktose von allen KH am schlechtesten sind? Bei Fruktose kann ich das noch verstehen, allerdings erschließt sich mir nicht die Verteufelung von Laktose. Laktose wird z.B. bei Candida-Befall empfohlen, daher dürfte es besonders darmfreundlich sein. Gehe ich auch in der Annahme richtig, dass du mit Glukose handelsüblichen Traubenzucker meinst? Das ist ohnehin mein Lieblingszucker, mit welchem ich seit über einem Jahr süße, falls ich etwas backe oder zubereite, wo Zucker notwendig wäre. Irgendwo hast auch noch geschrieben, dass ein hoher Kalorienkonsum wichtig sei oder habe ich da was falsch verstanden? Das würde nämlich genau dem widersprechen, was hier schon lange gepredigt wurde (Japaner haben eine geringere Kalorienzufuhr und zur Beseitigung eines schnellen Stoffwechsels wäre LowCarb angebracht mit geringerer Kalorienzufuhr). Ich fange derzeit wieder an zu trainieren aufgrund meines Untergewichts. Ich stehe derzeit wieder bei 52kg, obwohl ich nach meiner ersten Zunahme 2009 von 47kg auf 62kg steigern konnte dank einer hochkalorischen und stark kohlenhydratreichen Ernährung (meist über 500g KH täglich). Ich sehe nun ein, dass ein Übermaß von KH bezüglich effizienter Gewichtszunahme nichts bringt, da man auf Dauer so essen müsste um das neue Gewicht zu halten. Daher bliebe wohl nur Muskelaufbau, damit das Gewicht nicht wieder stetig runtergeht. Ich würde zwar nun doch mal testen ob konsequentes LowCarb wirklich etwas gegen den schnellen Stoffwechsel ausrichten kann und man so zunehmen kann (meine erste Erfahrung zeigte mir nämlich, dass die Gewichtsabnahme bei LC ziemlich rasch von statten geht), allerdings wären fürs Training KH unerlässlich. Welche Menge an KH würdest du empfehlen? Meine Quellen wären hierfür in erster Linie Kartoffeln, Reis, Nudeln und Brot (Toast) und mein geliebter Schokodrink (sprich Laktose). Und wo wir wieder bei Laktose sind: Würdest du auf alle Fälle sagen, dass Laktose bei Darmkrankheiten konsequent weggelassen werden sollte? Ich habe seit Jahren immer wieder ab und zu Darmschmerzen (keine Bauchschmerzen, sondern genau an der Stelle, wo der Darm ist). |
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Zitat:
Nicht alle Verdauungsprobleme werden durch Fruktose verursacht. In Früchten und Gemüse liegen Fruktose und Glukose zumeist als Einfachzucker vor und benötigen daher keine Aufspaltung (Disaccharidasen). Unabhängig davon führen große Mengen Fruktose jedoch zu ganz anderen gesundheitlichen Problemen (Fettleber, mit allen weiteren Konsequenzen, erhöhte Triglyzeride usw.). In diesem Zusammenhang könnte man vielleicht fragen was weniger schlimm ist. Wird die zugeführte Fruktose komplett resorbiert hat die Leber ihre Mühe, wird sie es nicht, beschäftigen sich Bakterien mit dieser. Jegliche Stärke wird letztlich zu Glukose gespalten. Genau dies passiert auch bei der "Herstellung" von Traubenzucker. Dieser ist so etwas wie vorverdaute Stärke und wird auch zu meist durch enzymatische Spaltung von Stärke produziert. Ich gebe hier keine Tipps seine Kalorien aus möglichst großen Mengen Traubenzucker zu beziehen. Vielmehr ist dies ein zeitweiliger Weg um wieder normal essen zu können. Wer schwerwiegende gesundheitliche Probleme hat (Epilepsie würde ich dabei jedoch außen vornehmen), dem bietet sich mit einer Elementardiät (im Rahmen einer LC-Ernährung) eine sehr gute Möglichkeit der Probleme begegnen zu können. Hier mal ein Abstrakt bezüglich Elementardiäten: Use of a Concentrated, Balanced, Liquid Elemental Diet for N... : Annals of Surgery Bei Blutuntersuchungen konnten im Rahmen von glukosebasierten Elementardiäten keinerlei Auffälligkeiten festgestellt werden, mit Ausnahme niedriger Cholesterinspiegel und diese konnten durch Zufuhr von Haushaltszucker behoben werden. Das ist nichts natürlich Neues für die meisten hier, dass Fruktose einen erheblichen Einfluss auf die Blutfettwerte hat, im Gegensatz zu Glukose. Geändert von Low-Joe (02.03.2010 um 19:18 Uhr) |
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Zitat:
Zitat:
Ich habe zur Zeit 2 Studien zur japanischen Ernährung irgendwo auf meinem Rechner. Bei der Einen habe ich nach der durchschnittlichen Kaliumzufuhr der japanischen Ernährung gesucht (welche bei ca. 1700mg/Tag liegt). Bei der Anderen ging es u.a. um die Kalorienmenge, welche glaube ich bei 2800 pro Tag lag (die Studie ist auch schon relativ alt, heutzutage sieht es sicherlich ganz anders aus). Wenn Dir das etwas bringt, suche ich diese gerne bei Gelegenheit heraus. Momentan bin ich an der Uni, hier habe ich diese Studie leider nicht. Das ist im Prinzip aber auch vollkommen egal. Wer sagt, dass die Japaner einen schnellen Stoffwechsel habe? Ich würde eher sagen, dass die Japaner einen normalen Stoffwechsel aufgrund ihrer fruktose- und pufaarmen Ernährung hatten. Wie gesagt, heutzutage sieht das in manchen Regionen (Ballungszentren) gar nicht mehr so toll aus. |
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