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  #5471 (permalink)  
Alt 17.07.2009, 21:15
 
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Standard @ low-joe

für mich lasen sich deine antworten aggressiv und intolerant. vermutlich war es nicht deine absicht oder es war bewusst provokant formuliert. ok, ich habs auf jeden fall kapiert... ;-)

ich hab in den 15 jahren schon dermaßen viel gelesen und recherchiert, daß ich prinzipiell für alles was mir in irgendeiner form logisch erscheint offen bin, aber aufgrund der tiefschläge natürlich auch sehr skeptisch. aber ich muss dir nicht leid tun - verständnis ist in ordnung, aber kein mitleid. und nebenbei bemerkt habe ich einen ausgeprägten lebensdurst, der mich anscheinend vor jeglicher operation bzw. gröberen komplikationen bewahrt hat.

wahrscheinlich ist es nicht ganz so rübergekommen, aber ich stimme dir völlig zu, daß die ernährung ein wesentlicher bestandteil dieser krankheit ist. meines erachtens wurde sie bei mir durch dieses schockerlebnis in gang gebracht, daß kann man nicht auf alle crohn-patienten ummünzen...schon klar! jeder mensch reagiert anders auf konflikte, der eine geht offen damit um und brüllt seinen kummer raus - der andere zieht sich zurück und frißt alles in sich rein. das ist meine subjektive meinung dazu, vielleicht siehst du das anders, ist akzeptiert.

der "dr. med." ist mir im prinzip auch relativ schnurz, ich wollte damit nur sagen, daß der ayurveda-mensche auch eine ahnung von medizin hat. DAS ist mir persönlich wichtig, der titel interessiert mich nüsse. mit der schulmedizin habe ich derartig schlechte erfahrungen gemacht....das ist eine andere geschichte, die hier auch keinen platz hat. ich habe eine zeitlang "humira" gespritzt (mit mehr oder weniger großem erfolg), 2 injektionen, also bei mir eine monatsration, kostet ca. EUR 900,-. ich muss dir als gebildeten menschen nicht erzählen, welches interesse wohl die pharmaindustrie an der heilung von CED hat... soviel zu diesem thema.

"leben ohne brot" von lutz habe ich bereits gelesen, in der langfristigen umsetzung allerdings gescheitert, weil ich wieder auf neues, konträres material gestoßen bin.

wenn du vom primitivsten "geheimnis" überhaupt sprichst, weckst du meine neugier...

in englisch bin ich relativ gut unterwegs, wenns nicht zu sehr ins fachchinesisch geht.

wie soll ich dein mißtrauen deuten? wenn du mir deine story erzählst, wie du es geschafft hast und ich kann das aufgrund meiner inkonsequenz nicht umsetzen, hast DU doch nichts zu verlieren. Du musst mir nichts garantieren - ich sehe das als gutgemeinten rat.

toleranz ist eine meiner stärken und ich werde mich hüten deine erfahrungen und gedanken zu verunglimpfen!

low-joe schieß los, ich bin bereit!

und nebenbei danke für die zeit, die du dir nimmst!
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  #5472 (permalink)  
Alt 17.07.2009, 21:31
 
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Standard @ ladec

danke für deine ausführliche antwort.

ich habe mich ebenfalls etwas in hamers werke vertieft. zum teil kann ich seine theorie nachvollziehen, zum teil kommt mir das ganze etwas merkwürdig vor. es müsste - wie du bereits erwähnt hast - jeder konflikt zu einer krankheit führen und das glaube ich bei gott nicht.

wenn sich eltern trennen ist das oft sehr tragisch für die kinder, aber manche kinder verlieren ein elternteil aufgrund von unfällen, todesfällen, etc. und ich denke nicht, daß die alle CED haben (das war jetzt etwas überspitzt).

bei mir war der zeitliche zusammenhang derartig exakt, daß ich nicht an zufall denken kann. ich hüte mich, meinen eltern die schuld für meine krankheit zu geben und habe zu beiden ein gutes verhältnis.

gott weiß wie mein leben ohne diese krankheit verlaufen wäre.
crohn ist mit sicherheit nichts positives im leben, aber es hat mir viel wissen und erfahrung gebracht. und so sicher wie das amen im gebet bin ich überzeugt davon, diese symptome los zu werden...

danke auch dir für deine zeit, ich sehe es nicht als selbstverständlich, sich um die probleme anderer leute zu kümmern, DANKE VIELMALS!
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  #5473 (permalink)  
Alt 17.07.2009, 23:11
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Zitat:
Zitat von spindoctor Beitrag anzeigen
wie soll ich dein mißtrauen deuten?
Wenn man nicht glaubt, dass die Ernährung einen entscheidenden Einfluss auf die Gesundheit ausübt, wird man der Ernährung auch keine weitere Aufmerksamkeit zukommen lassen. Oftmals ist Leuten aber auch bewusst, dass die Ernährung großen Einfluss auf die Gesundheit hat, aber die Leute sind nicht bereit ihre Ernährung umzustellen, da das für sie ein Verlust von Lebensqualität bedeuten würde. Diese Leute greifen dann lieber auf Medikamente zurück oder/und auf Heilung versprechende "Wundermittel" (z.B. Weihrauch), in der Hoffnung so etwas bewirken zu können. Daher meine Skepsis. Viele User setzen die Empfehlungen hier gar nicht (1:1) um, und regen sich dann auf wenn die Erfolge ausbleiben.

Zitat:
Zitat von spindoctor Beitrag anzeigen
wenn du vom primitivsten "geheimnis" überhaupt sprichst, weckst du meine neugier...
Wie gesagt ist dies kein Geheimnis.

Auch wenn ich mich nun seit geraumer Zeit anders ernähre, möchte ich dir doch zunächst schildern wie ich mich ca. 2,5 Jahre ernährt hatte und der MC während dieser Zeit heilte.

Die zwei Grundpfeiler hatte ich heute schon einmal kurz angesprochen.

1. PUFA-arm! D.h. so wenig mehrfach-ungesättigte Fettsäuren wie nur möglich.
2. müssen diese wenigen PUFAs dann noch in einem möglichst ausgeglichenen Verhältnis zueinander aufgenommen werden. D.h. ein Verhältnis von 1:1 oder 1:2 (Omega3:Omega6) wäre ideal, bzw. brachte mir das den Heilungserfolg.

Bereits dadurch fallen viele Lebensmittel weg, vor allem pflanzliche Öle und Lebensmittel die mit diesen zubereiten/hergestellt werden! Jedoch sind nicht nur ein Großteil der pflanzlichen Öle als kritisch einzustufen, sondern auch viele Nahrungsmittel tierischen Ursprungs.

Während dieser 2 Jahre habe ich mich größtenteils Low-Carb (LC) ernährt. Ich würde dir aber raten, nicht zu tief mit der Kohlenhydratzufuhr (KH) zu gehen (in etwa 100g/Tag wären OK, vielleicht sogar etwas mehr). Dies hat mehrere Gründe. Eine LC-Diät lebt von Cholesterin. Aus eigener Erfahrung kann ich aber sagen, dass bei mir mehrere Eier (typisch für LC) täglich den Crohn wieder neu entfachten. Cholesterin (relativ viel davon ist z.B. in Eiern enthalten) ist aber gerade bei einer LC-Diät äußerst wichtig, da man die KH ja sehr stark reduziert. Normalerweise kann der Körper, z.B. aus KH, selbst Cholesterin bilden und tut dies auch. Isst man nun sehr sehr wenig KH (LC), kann sich dies eventuell auf die Cholesterinsynthese ungünstig auswirken. Vielleicht ist dies auch ein Grund dafür, warum es mir unter LC nicht sonderlich gut ging. Ich aß keine Eier (außer 2mal versuchsweise mehrere Wochen) und relativ wenig KH. Dies ist aber nur reine Spekulation und benötigt keine weitere Beachtung.

Für den Beginn würde ich dir auch raten etwas Fischöl (Lebertran oder Fischölkapseln) einzunehmen. Aber Vorsicht PUFAs! Fischöl besteht zum Großteil aus Omega3-Fettsäuren, also nicht übertreiben. Da ich die Omega6-Fettsäuren so weit wie möglich reduzierte, kam und komme ich mit 1 bis 2 Fischölkapseln (je nach täglicher Ernährung) bestens hin.

Zusammenfassung bis hierher:
1. PUFA-arm
2. Omega3:Omega6-Verhältnis von 1:1 oder 1:2 (deshalb wird etwas Fischöl notwendig sein)
3. um die 100g KH/Tag

Ich bin zwar mittlerweile mehr denn je davon überzeugt, dass KH nicht für MC verantwortlich sind, zu mindestens nicht alle KH, aber eine tatsächliche Empfehlung kann ich dir deshalb nur für LC geben. Aktuell lebe ich zwar nach den selben Richtlinien (1. & 2.), jedoch achte ich nicht mehr auf die KH-Menge (3.) und esse so über 200g KH täglich. Der begrenzende Faktor ist hier die KH-Quelle (ich schaffe einfach gar nicht mehr Kartoffeln).
So ernähre ich mich nun seit ca. einem halben Jahr und von MC oder anderweitigen Entzündungserscheinungen keine Spur.

Bei LC, wie bei jeder anderen gesunden Ernährung auch, ist es wichtig möglichst nährstoffreiche Lebensmittel zu essen. D.h. auch Innereien, vor allem Leber. Ich esse 1-2mal die Woche Kalbsleber. Ansonsten esse ich Wildlachs und Schrimps (beide haben relativ wenig PUFAs, gleichzeitig ein ausgeglichenes O3:O6-Verhältnis), mageres Hühnchen- und Schweinefleisch. Bei Rindfleisch brauchst du dir um das Fett weniger Gedanken machen, dort kannst du also auch zu fetteren Stücken greifen.

Meine KH-Quellen sind beinahe nur noch Kartoffeln (über 1kg täglich) und ein wenig Reis. Unter LC hatte ich natürlich weitaus weniger Kartoffeln gegessen. Ich würde dir aber raten
eher zu Kartoffeln zu greifen als zu Obst. Obst esse ich überhaupt nicht mehr und ich trinke auch keinen Saft mehr.

Fehlt noch meine Hauptenergiequelle. Das ist und bleibt Fett. Bei mir sind es Butter (ca. 160g aktuell, unter LC waren es bei moderatem Sport/Bewegung ca. 250g täglich) und etwas Kokosöl.

Ich esse keine verarbeiteten Lebensmittel, bereite mir also alle meine Speisen selbst zu. Du kannst zwar ab und zu auch mal im Restaurant essen, jedoch musst du dir bewusst machen, dass in Restaurants heutzutage leider größtenteils billige Pflanzenöle zum Einsatz kommen.

Meine Ernährung ist also äußerst simple, aber effektiv!

Geändert von Low-Joe (17.07.2009 um 23:28 Uhr)
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  #5474 (permalink)  
Alt 17.07.2009, 23:54
 
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@spindoctor

Ich denke, es ist nicht unwichtig zu erwähnen, dass Low-Joe auf glutenhaltige Getreidesorten völlig verzichtet hat. Gerade bei Autoimmunerkrankungen - und dazu gehört ja auch Morbus Crohn - spielen Glutenunverträglichkeiten oft ne sehr grosse Rolle. Peter vom Hyperlipid-Blog hat darüber sehr viele interessante Beiträge geschrieben:
Hyperlipid

Kürzlich habe ich einen wissenschaftlichen Fallbericht über eine chronische Schizophreniepatientin gelesen, die durch eine kohlenhydratarme, glutenfreie Ernährung ihre schizophrenen Symptome (Stimmenhören etc.) losgeworden ist. Das ist schon ziemlich eindrücklich und es bleibt zu hoffen, dass in dieser Richtung in Zukunft mehr geforscht wird.
Nutrition & Metabolism | Full text | Schizophrenia, gluten, and low-carbohydrate, ketogenic diets: a case report and review of the literature

Was bei der Heilung von Low-Joe ebenfalls ne wichtige Rolle gespielt haben könnte, sind die fettlöslichen Vitamine, insbesondere Vitamin A. Durch den hohen Konsum von tierischen Fetten und durch den einmal wöchtentlichen Leberkonsum dürfte sich seine Versorgung mit fettlöslichen Vitaminen gegenüber seiner Vorgängerdiät massiv verbessert haben.

Die PUFA-Restriktion ist aber sicherlich auch ganz zentral, da es sich ja bei Morbus Crohn um eine entzündliche Erkrankung handelt und diese Entzündungsprozesse direkt durch mehrfach-ungesättigte Fette moduliert werden (durch Eicosanoide, die daraus gebildet werden).

Mein Rat wäre also derselbe wie derjenige von Low-Jow:

1. Viel tierisches Fett, aber nur solches, das wenig PUFA's enthält und gleichzeitig ein günstiges Omega-3/Omega-6 Verhältnis aufweist. Am besten sind Butter, Rinds- und Lammfett. Pflanzliche Fette kannst du praktisch alle vergessen, ausser Kokosfett, Macadamianussöl und Kakaobutter. Ich würde aber primär tierische Fette essen, da nur diese Vitamin A, D und K2 enthalten.

2. Kohlenhydrate vorwiegend aus Stärke und aus glutenfreien Quellen. Am besten sind Kartoffeln und andere Knollen oder Wurzelgemüse. Yams, und Taro wären wahrscheinlich günstige Alternativen, aber leider schwer zu bekommen. Von allen Getreidesorten ist Reis eines der Verträglichsten und es hat den Vorteil, dass es relativ PUFA-arm ist.

3. Nicht zu viel und nicht zu wenig hochwertige (tierische) Proteine. Am besten zu jeder Mahlzeit ein wenig. Fleischbrühen/Gelatine aus Knorpel und Bindegewebe ist sehr gesund und als Starter zu einer Mahlzeit sehr zu empfehlen. Gerade auch bei Darmerkrankungen wird es empfohlen. Siehe z.B. hier:

Zitat:
The public is generally unaware of the large amount of research on the beneficial effects of gelatin taken with food. Gelatin acts first and foremost as an aid to digestion and has been used successfully in the treatment of many intestinal disorders, including hyperacidity, colitis and Crohn's disease.
Stocks from Nourishing Traditions

Geändert von paba (17.07.2009 um 23:57 Uhr)
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  #5475 (permalink)  
Alt 17.07.2009, 23:57
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Hier mal ein paar wenige, aber sehr empfehlenswerte Blogs. Nicht nur die aktuellen Themen der folgenden Blogs beachten, sondern immer auch rechts in den Archiven schauen & stöbern!!! Dort befinden sich eine Menge höchst interessante Artikel mit Studienverweisen.

Gesamter Blog, aber vor allem hinsichtlich PUFAs interessant und einfach geschrieben:
Whole Health Source

Hier wird es wissenschaftlicher, aber höchst interessant:
The Daily Lipid

Auch sehr empfehlenswert:
Hyperlipid


Sehr interessant, jedoch mit etwas Vorsicht zu genießen, da man hier auch vor den kleinsten Mengen Fischöl Angst bekommen kann:
Articles by Ray Peat - Index
Ich persönlich richte mein Blick neben solchen Artikeln parallel immer auch auf die langlebigen Völker, wie beispielsweise die Einwohner von Okinawa oder auch auf die Japaner und bei diesen spielt Fisch traditionell eine recht große Rolle. Peat schließt aus dem erhöhten Auftreten von Krebs unter Fischölzufuhr, dass dieses grundsätzlich schädlich ist. Er beachtet dabei aber kaum, dass dort zum Teil riesige Mengen an Fischöl zum Einsatz kommen und es sich eben größtenteils um Tierstudien handelt. Viele PUFAs und damit auch Fischöl sind sicherlich nicht empfehlenswert, aber mit geringen Mengen habe und mache ich super Erfahrungen. Und noch mit dem Fischöl komme ich auf ca. 2% PUFAs pro Tag (berechnet & gemessen an der Tageskalorienmenge).

Geändert von Low-Joe (18.07.2009 um 00:24 Uhr)
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  #5476 (permalink)  
Alt 18.07.2009, 00:05
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@ spindoctor

Paba hat es sehr gut auf den Punkt gebracht, wie immer. Erst durch seine Empfehlungen konnte ich Morbus Crohn überhaupt besiegen. Erst durch pabas Beiträge inspiriert bzw. überzeugt durch diese, wurde ich tätig und fing an mich genauer mit der Ernährung zu beschäftigen. Ohne paba hätte ich noch immer MC, da bin ich mir relativ sicher.

Ich esse täglich 10-15g Gelatine und das nun schon seit über einem Jahr. Danke dass du mich daran erinnert hast paba. Ein wichtiger Punkt.

Geändert von Low-Joe (18.07.2009 um 00:13 Uhr)
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  #5477 (permalink)  
Alt 18.07.2009, 00:15
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Folge den Empfehlungen von paba und du wirst sehen, dass du MC besiegen kannst und wirst! Ich bin kein Ausnahme sondern die Regel, wenn man sich so ernährt!
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  #5478 (permalink)  
Alt 18.07.2009, 10:36
 
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Was für Gelatine nimmst du bzw wo bekommst du diese her? kann man da einfach die standardgelatine ausm Supermarkt nehmen?
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  #5479 (permalink)  
Alt 18.07.2009, 11:24
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@ spindoctor

Während der letzten 3 Jahre habe ich viel mit meiner Ernährung experimentiert. Die einzige Konstante über die 3 Jahre war ein möglichst ausgeglichenes Omega3:Omega6-Verhältnis. Zu Beginn hatte ich noch deutlich mehr Fisch und vor allem fettere Sorten gegessen, dies mache ich heute nicht mehr, da ich auch größere Mengen Omega3 für problematisch erachte. Wenn du wirklich eine komplette Heilung anvisieren möchtest, würde ich dir daher empfehlen übliche LC-Lebensmittel wie Eier, Schweineschmalz, Leberwurst (allgemein jegliche Wurstwaren), d.h. Lebensmittel mit recht hohen Mengen an Arachidonsäure und im Vergleich dazu mit sehr wenig Omega3-Fettsäuren (wenn überhaupt) soweit wie möglich zu meiden.

Hin und wieder sind Eier natürlich mal in Ordnung. Ich würde sie aber keinesfalls (mehr) täglich essen, zu mindestens nicht wenn man an Morbus Crohn leidet. Ich esse gar keine und mir geht es bestens. D.h. es geht also auch ohne.

Mir ist sehr wohl bewusst, dass Eier äußerst wertvolle Nährstoffe beinhalten. Doch was bringt einem das, wenn man andere Inhaltstoffe nicht verträgt. Auf dem Wege der Prostaglandinensynthese spielen neben den Omega3- & Omega6-Fettsäuren auch bestimmte Enzyme (z.B. Delta-6-Desaturase) eine entscheidende Rolle. Es gibt also mehrere Ansatzpunkte entzündlichen Krankheiten zu begegnen. Die natürlichste Form ist die Reduzierung der PUFAs und zwar so, dass weder Omega3- noch Omega6-Fettsäuren deutlich überwiegen. D.h., dass Verhältnis dieser Fettsäuren muss möglichst ausgeglichen sein.

Zu Beginn von LC sowie auch zwischenzeitlich hatte ich recht viel Früchte und Fruchtsaft konsumiert. Das tue ich heute auch nicht mehr. Die Hauptgründe findest du auf den letzten Seiten dieses Threads. Für mich sind Kartoffeln eine gerade zu ideale KH-Quelle. Auf der einen Seite besitzen Kartoffeln zwar auch problematische Inhaltstoffe (diese kann man aber durch entsprechende Auswahl der Kartoffeln & Zubereitung weitestgehend minimieren), aber auf der anderen Seite auch sehr wertvolles und hochwertiges Eiweiß, sowie VitaminC, Kalium, Magnesium, etwas Vitamin B6 und Molybdän. Da ich die letzten Wochen wieder mit Krafttraining begonnen habe, esse ich an manchem Tag sogar bis zu 2kg Kartoffeln. Über 1kg jedoch immer und das nun schon seit über einem viertel Jahr und ohne irgendwelche Probleme, im Gegenteil. Perfekte Verdauung, sehr guter Schlaf, optimale Leistungsfähigkeit während des gesamten Tages, konstanter Blutzuckerspiegel, keine Müdigkeit im Tagesverlaufs, Muskelmasse bleibt da wo sie ist (war bei LC leider nicht so), und und und.

Auch wenn ich davon überzeugt bin, dass das Fettsäureverhältnis der absolut entscheidende Faktor ist, muss ich nochmals wiederholen, dass ich MC während LC geheilt hatte. Zugleich brachen bei mir aber alte Symptome (Fisteln) wieder aus als ich begann täglich Eier zu essen. Das war aber ebenfalls noch unter LC! Von daher denke ich, dass bei MC die aufgenommenen Fettsäuren das Maß der Dinge sind und nicht die KH-Menge. Wohl aber die KH-Quelle. Das hat paba ja bereits schon angesprochen. Finger weg von glutenhaltigen Lebensmitteln!

Da ich dir Eier leider nicht empfehlen kann, ist es umso wichtiger wenigstens 1mal pro Woche etwas Leber (vorzugsweise Kalbsleber) zu essen. Auch andere Innereien, wie z.B. Herz (Q10) sind empfehlenswert.

Entsprechen diese Ernährungsempfehlungen bereits schon deinem täglichen Speiseplan, bzw. essen du und dein Bruder seit jeher genau so?

Geändert von Low-Joe (18.07.2009 um 11:43 Uhr)
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  #5480 (permalink)  
Alt 18.07.2009, 11:32
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Zitat:
Zitat von jumjum Beitrag anzeigen
Was für Gelatine nimmst du bzw wo bekommst du diese her? kann man da einfach die standardgelatine ausm Supermarkt nehmen?
Ich kaufe mir entweder Rindergelatine aus der Apotheke (dort frage ich zu erst nach Rindergelatine und erst dann nach dem Preis). oder bestelle mir diese bei Internetapotheken. Eine zeitlang habe ich auch hydrolisierte Gelatine eingenommen. Unterschiede zwischen dieser und Gelatine mit höherem Bloomgrad konnte ich jedoch nicht feststellen (außer dem Preis). Ich halte die Aminosäurenzusammensetzung für entscheidend und diese nimmt sich kaum etwas egal ob höherer Bloomgrad oder hydrolisierte Gelatine. Die meisten Studien diesbezüglich wurden aber mit hydrolisierter Gelatine durchgeführt, dies sollte zu mindestens erwähnt werden.
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