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Wer sich für eine LC-Diät entscheidet hat oftmals bereist schon gesundheitliche Probleme. Die wenigsten ändern etwas um 180 Grad obwohl es ihnen absolut spitze geht. Viele Leute sind also mehr oder weniger gezwungen sich intensiv mit der Ernährung zu beschäftigen. Wer an diesem Punkt angelangt ist, wird erhebliche Einschnitte machen und seine alten Essgewohnheiten ändern. Die meisten Leute beziehen sich auf spezielle LC-Literatur (JK, Lutz usw.) wenn sie vorhaben diese Ernährungsform zu befolgen. An diesem Punkt essen die meisten Leute zum Großteil eben nur noch die empfohlenen Lebensmittel, welche zum überwiegenden Teil tierischen Ursprungs sind. Unter strikter LC-Diät können die Leute eben nur noch 50-60g raffinierten Zucker essen, wenn sie ihren KH-Anteil wirklich nur über Zucker decken wollen. Dies ist glücklicherweise aber eher die Ausnahme.
Eine LC-Diät mit großen Anteilen pflanzlicher Öle, damit meine ich nicht Kokosöl, Kakaobutter, Macadamianussöl oder dergleichen, halte ich für ebenso gefährlich wie die herkömmliche Mischkost. Auf die Idee größtenteils Pflanzenöle zu verwenden, kommen aber zum Glück auch nur die wenigsten Leute. Wenn dann nehmen diese aber hauptsächlich Olivenöl (zum Braten oder als Dressing) oder schlimmer noch, manchmal auch Rapsöl, was aber wenigstens noch ein ausgeglichenes O3:O6 Verhältnis aufweist. Sie essen also den üblichen Blödsinn einer gewöhnlichen Mischkost nicht mehr. Schon alleine das bewirkt einiges. OK, jetzt noch einmal direkt zur Mischung der Brennstoffe. Ein Großteil der zugeführten KH wird in Fett konvertiert. Schon alleine aus diesem Grund sehe ich keinen Sinn darin nur KH zu essen. Fett ist überaus wichtig für den Organismus (nicht nur als Brennstoff, sondern auch zur Hormonproduktion etc.) und man sollte es dem Organismus bereits mit der Nahrung zuführen. Doch genauso wichtig erachte ich mittlerweile auch KH. Einen zugegeben geringen Teil metabolisiert der Körper selbst. Viel größere Mengen kann er aber auch nicht selbst herstellen, da er Glukose nur aus Proteinen oder zu einem sehr geringen Teil aus bestimmten Fetten konvertieren kann. Dem Organismus sind also dahingehen schon Grenzen gesetzt. Wäre das nicht so, würde der Körper unter kh-reduzierter Kost neben den zugeführten Proteinen auch sämtliche körpereigene Eiweiße (vorrangig die Muskelmasse) zu Glukose metabolisiern. Dem ist nicht so, natürlich nur vorausgestzt der Fettanteil der Nahrung ist entsprechend hoch. Der Körper stellt sich darauf ein die wenigen zugeführten KH wirklich nur den Organen zur Verfügung zu stellen, welche ausschließlich auf Glukose angewiesen sind. Neben dem Gehirn verbrennen vor allem die Muskeln tagtäglich sehr große Mengen an Glukose. Um eine gewisse Glukosezufuhr für das Gehirn (sowie auch für andere Organe) sicherzustellen, werden bei niedrigen Insulinspiegeln Lipasen aktiviert, infolgedessen die Muskelzellen dann glukoseschonend bestimmte Fettsäuren verbrennen. Das sehe ich vielmehr als eine Art der Anpassung bzw. des Schutzes. Weil der Organismus diesen Regelmechanismus besitzt, muss dies noch lange nicht bedeuten, dass dieser Umstand dem Optimalzustand entspricht. Es zeigt doch eigentlich vielmehr, wie wichtig neben Fetten auch KH (vorrangig Glukose) für den Organismus sind, wenn diese doch sogar in gewisser Weise „geschont“ werden. Die Muskelzellen können und werden aber bei entsprechender Zufuhr Glukose verbrennen. Die Brennstoffmischung halte ich mittlerweile für absoluten Unfug, zu mindestens solange man keine Unterscheidung hinsichtlich der Fettquellen vornimmt. Ein Argument war ja die Überbeanspruchung des Pentose-Zyklus. Wenn man natürliche KH und Fette isst, auf seinen Appetit hört, sich keine Substanzen zuführt welche den Appetit oder das Hungergefühl triggern, ist dies doch absolut bedarfsgerecht. Ob man seinen Bedarf über Fette, KH oder aus Fetten & KH zu gemischten Teilen bezieht ist doch schon aus diesem Grund egal, weil eben der Bedarf vorhanden ist. Mir ist auch bewusst, dass man wahrscheinlich niemals seinen individuellen KH-Anteil wird bestimmen können, schon alleine weil dort Faktoren wie Aktivitätsniveau, Bewegung und dergleichen wesentliche Einflussgrößen darstellen. Ob geringe Teile der zugeführten KH nicht auch erst in Fett konvertiert werden kann ich daher nicht ausschließen. Ein gesunder Metabolismus ist jedoch sehr gut in der Lage genau dies zu regulieren, und vorausgesetzt man isst die richtigen Lebensmittel (nährstoff-, vitamin- & mineralstoffreich) und verzichtet auf raffinierte Lebensmittel, sind auch dementsprechende Vitamine und Mineralstoffe vorhanden um eben einen einwandfreien Ablauf gewährleisten zu können. Sowohl hochfettreiche wie aber auch hochkohlenhydratreiche Ernährungsformen stellen meines Erachtens jeweils Extremformen der Ernährung dar. Die (urtümliche) Ernährung der Eskimos ist eine Anpassung an diesen Lebensraum, welche ihr dortiges Überleben sichert(e). Aber selbst bei den Eskimos wurde mit Sicherheit ein Teil des Nahrungsproteins zu Glukose konvertiert. Die urtümlich lebenden Japaner, so wie eben viele arme Naturvölker sind einzig und alleine auf größtenteils pflanzliche Lebensmittel, sprich billige KH-Quellen, angewiesen um überleben zu können. Aber auch bei diesen Menschen finden Konvertierungsvorgänge statt, nämlich die der zugeführten KH zu Fett. Sie nutzen also zeitgleich Fette und KH zur Energieversorgung. Ein Teil der zugeführten KH wird zwar in Fett umgewandelt, ihr Blutglukose löst sich deshalb aber nicht in Luft auf und die entsprechenden Organe verwenden weiterhin genau diesen, also KH. Ebenso auch die Eskimos. Diese verbrennen zum Großteil natürlich Fett bzw. vielmehr Ketonkörper, aber eben auch (selbst produzierte) Glukose. Ein einwandfrei ablaufender Metabolismus kann sehr gut selbst regulieren was er benötigt. So kann und wird er mit unter auch zuviel zugeführte KH in Fette konvertieren, diese sind dann jedoch vorrangig gesättigte, also erstmal nicht unbedingt schlimm. Nichtsdestotrotz reguliert er damit noch immer seinen Bedarf, da es eben zu viele KH waren, jedoch zu wenig Fett. Das heißt also nicht, dass man automatisch Fett wird, denn der Bedarf ist noch immer gegeben. Man sollte nur nicht permanent und deutlich über seinen Appetit hinaus speisen, was aber schon alleine durch die Tatsache das man ausschließlich natürliche KH sowie gleichzeitig Fett und Eiweiß (Sättigung) in einer Mahlzeit isst beinahe ausgeschlossen werden kann. @Sven-- Auch wenn du nur sehr wenige, oder auch gar keine KH isst, wirst du solange du lebst nicht verhindern können, dass dein Körper gleichzeitig Glukose und Fett (Ketone) verwertet, ob du das nun möchtest oder auch nicht. Ich denke man kommt dem Körper damit sogar eher entgegen und nimmt ihm eventuell unnötige Konvertierungsarbeit ab. Mach dir doch lieber Gedanken welche KH und welche Fette du isst, anstatt über die absoluten Zahlen dieser Brennstoffe. In einer Mischkost hast du so die Chance den absoluten PUFA-Gehalt weiter zu senken. Ich denke damit fährt man tatsächlich am besten. |
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Der aktuellste Beitrag von Stephan (Whole Health Source) passt sehr gut zu unserem aktuellen Thema, koronare Herzkrankheiten (Arteriosklerose). In der von ihm zitierten Studie wurden ausschließlich Patienten behandelt, welche bereits einen Herzinfarkt erlitten hatten und die Möglichkeit, dass genau diese Patienten wieder einen Herzinfarkt erleiden könnten deshalb sehr viel höher liegt (im Vergleich zur "Normalbevölkerung").
Aber seht am besten selbst. Die Teilnehmergruppe welche nach 5 Jahren eine 76% Senkung kardiovaskulärer Todesursachen zu verzeichnen hatte, war exat die Gruppe welche ihre PUFA-Zufuhr drastisch reduzierte und zudem noch auf ein halbwegs ausgeglichenes Verhältnis von O3:O6 achtete. Dort ist nicht Rede von einer LC-Diät. Sie aßen sowohl KH wie auch Fett (Brennstoffmischung). Es ist auch wichtig zu erwähnen, dass die Teilnehmer der Interventionsgruppe ihre Ernährung dahingehend umstellten mussten, sie also zuvor eine andere Ernährung verfolgten und deshalb bereits kardiovaskuläre Schäden davongetragen hatten. Mit diesem Hintergrund finde ich die Ergebnis noch beeindruckender. Aber auch an dem Verhältnis von 4:1 (O6:O3) kann man sicherlich noch etwas drehen und weitere positive Effekte erzielen. Es ist so naiv zu denken, es seien einzig und alleine KH & Fette zu gleichen Teilen. Und genau das tut JK, wenn er sogar sagt: „ Das kleinere Übel ist es dann schon, sich nach der „Pflanzenfresserdiät“ zu richten und zusätzlich bestimmte Mengen Pflanzenfett (Sonnenblumenkerne, Nüsse, Oliven) zu essen als nach der „Allerfresserdiät“ und dabei 35-40% der Energie in Form von Kohlenhydraten und den Rest als tierische Fette zu sich zu nehmen“ (JK 2000, S. 104). Wie der Name Allesfresserdiät alleine schon sagt, essen die Leute in dieser Ernährungsform eben wirklich ALLES, d.h. nicht nur tierische Fette (gesättigte Fette) sondern auch gerade pflanzliche Öle (Chips, Kuchen etc.). Dafür sorgt alleine schon die Lebensmittelindustrie, welche vorrangig pflanzliche Öle einsetzt. Mit Fertigprodukten kommt man also nicht um größere Mengen PUFAs u./o. Transfettsäuren herum. Schon alleine mit dieser Aussage hat JK also keinesfalls recht. Lächerlich. Hinzukommt, dass die von JK eigens aufgegriffenen Franzosen, mit ihrer niedrigen Rate koronarer Herzkrankheiten, trotz nachweislicher Mischkost (Brennstoffmischung), eben nicht zwangsläufig koronare Herzkrankheiten erleiden. Je mehr man auf seine Fettzufuhr achtet, d.h. besonders auf eine möglichst niedrige PUFA-Zufuhr, welche nach Möglichkeit noch sehr ausgeglichen ist, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit koronare Herzkrankheiten zu erleiden. Es ist der Hammer, dass er indirekt eher zu Pflanzenfetten rät, als zu möglichst gesättigten Fetten (siehe obiges Zitat von JK). Ob das wirklich das kleinere Übel ist, bezweifele ich aber so etwas von stark!!! Einfach nur lächerlich. In einer Mischkost müssen weniger KH zu Fetten umgewandelt werden (wenn überhaupt). Zudem hat die zeitgleiche Fettaufnahme den Vorteil, dass es zu weniger Schwankungen des Blutzuckerspiegels (d.h. schneller Anstieg und rapider Abfall werden vermieden) kommt, wie ohnehin schon dadurch, dass man hauptsächlich komplexe KH konsumieren sollte. Mit seiner indirekten Empfehlungen zu Pflanzenölen ist JK bei mir ohnehin schon durch. Das zeigt, dass er WAHRSCHEINLICH nie und nimmer umfangreiche Untersuchungen diesbezüglich absolviert haben kann, da schon mehrfach genau das Gegenteil bewiesen wurde. Oh mein Gott. Ach ja, auch wenn ich JKs Empfehlungen für die beste LC-Diät halte, würde ich mich davor hüten, ein Großteil meiner Fettzufuhr aus Schweineschmalz zu beziehen. Die Eskimos, auf welche sich JK u.a. gern bezieht, haben ein wesentlich ausgeglicheneres PUFA-Verhältnis, als man es mit Schweineschmalz jemals erreichen kann. JK hätte vielleicht auch mal erwähnen soll, dass man in Tierstudien (Ratten, auf so etwas bezieht er sich ja sehr gern) mit großen Mengen Schweineschmalz Diabetes auslösen konnte. Dafür bedarf es nicht immer der fürchterlich schrecklichen KH. OK, soviel dazu. Im Übrigen warte ich noch immer auf Beweise oder zu mindestens klare Anhaltspunkte, dass gesättigte Fette + KH automatisch zu allen uns bekannten Zivilisationskrankheiten führen und vor allem zu Herz- & Leberkrankheiten. Du wirst dich ja sicherlich nicht nur auf deine Meinung stützen. Ich meine, Krankheiten sind überflüssig! D.h. aber noch lange nicht, dass es ab sofort keine mehr geben wird. Ich habe doch nun schon mehrfach gezeigt, dass sowohl Studien, wie auch epidemiologische Daten eine ganz andere Sprache sprechen. Auf dieselben Daten bezieht sich JK angeblich ja auch, nur nennt er keine Quelle. Ich beziehe mich fast ausschließlich auf experimentelle Daten und eben teilweise auf epidemiologische Daten, da diese in meinen Augen auch eine gewisse Aussagekraft haben. Ich experimentiere nicht einfach mit meiner Ernährung, da mir meine wiedergewonnene Gesundheit sehr am Herzen liegt und ich eben auch will das letzteres keinen Infarkt erleidet. Nur KH = gut. Nur gesättigte Fette = gut. Warum soll ein Treffen in der Mitte dann auf einmal das Schlimmste sein, wenn doch selbst ein Zuviel an KH eben zu den gesättigten Fetten umgewandelt wird, man letztlich also genau dasselbe Ergebnis hat? Warum? Geändert von Low-Joe (08.06.2009 um 09:24 Uhr) |
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Irgendwie habe ich den Eindruck, als würdest Du jede Aussage, die nicht in Dein Weltbild passt als Attacke gegen Dich sehen. Meine Aussagen sind weder als in Stein gemeisselte Wahrheiten zu sehen, noch als unverrückbare persönliche Überzeugungen. Teilweise überlege ich nur laut (bzw. lesbar). Ich bin keineswegs ein glühender LC-Verfechter (auch wenn bei Dir scheinbar immer wieder dieser Eindruck entsteht). Auch scheinst Du den Eindruck zu haben, dass ich JK´s-Pentose-Hypothese für voll und ganz richtig halte. Dem ist nicht so. Ich fand die von Anfang an dubios, hielt es aber möglich, dass doch ein Körnchen Wahrheit dran ist. Vermutlich ist aber noch nichtmal das der Fall. Danke für Deine Ausführungen zur "LC-Insulinresistenz". das war mir zwar im Grunde alles bekannt, aber Du hast es nochmal gut zusammengefasst. Danke auch für die "Frankreich"-Links. Sehr informativ. Zitat:
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Ich habe doch oftmals geschrieben und nicht immer. aber auch obwohl du keine gesundheitlichen Probleme hattest, wirst du dich sicherlich eingelesen haben oder? Ich unterstelle Dir auch, dass Du relativ wenig Junk-Food isst.
Nein. Woher soll ich wissen was un wie viel Du isst. Das ist eine allgemeine Aussage. Ich habe sie nur so formuliert, weil fast nur wir beide gegeneinander argumentieren. Was und wie viel isst du tatsächlich? |
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Einer der Hauptgründe warum ich meinen KH-Anteil weiter erhöht habe ist z. B., um einer erhöhten Cortisolproduktion entgegenzuwirken. Schwarzbein spricht in diesem Zusammenhang vom „Ausbalancieren der großen Hormone“. Das alleine ist natürlich kein Grund gleich die Ernährung umzustellen, da auch bei ihr der wissenschaftliche Aspekt zu kurz kommt. Des Weiteren fehlen auch bei ihr leider Quellenangaben.
Deshalb möchte ich noch einmal ganz kurz auf die Aufgaben und die Regelmechanismen des Cortisols eingehen. In diesem Zusammenhang komme ich auch gleich noch einmal auf die physiologische Insulinresistenz zu sprechen. Peter (Hyperlipid) hat da zwar schon gute Arbeit geleistet, doch ist das ganze noch etwas komplexer, vor allem spielt auch Cortisol dabei eine zentrale Rolle. Wer etwas mehr darüber erfahren möchte, kann sich ja folgende Links mal etwas näher anschauen. Zum einen ein Pdf-Dokument des Anatomischen Institutes (Medizinische Fakultät) der Universität des Saarlandes (http://wwwalt.med-rz.uni-sb.de/med_f...l/CORTISOL.pdf) und zum anderen z.B. auf google.books folgenden Link: Physiologie - Google Buchsuche (S.741). Man kann sich natürlich auch andere Physiologie Bücher anschauen, das ist nur eine kleine Auswahl. Ich mag es einfach nicht, wenn man irgendwelche Vermutungen aufstellt oder einfach nur seine Meinung vertritt ohne diese in irgendeiner Weise belegen zu können. Deshalb schaue ich mir auch gern Quellen an welche eine konträre Auffassung wiedergeben. Also wenn jemand etwas hat, ruhig immer her damit. OK, soviel vorweg. Im Folgenden beziehe ich mich also auf die beiden genannten Quellen, lediglich die Schlussfolgerungen entspringen meinen Gedankengängen. Cortisol bewirkt (u.a.) über die Induktion/Aktivierung der Phosphoenolpyruvat-Carboxykinase und der Glucose-6-Phosphatase eine Steigerung der hepatischen Glukoneogenese, d.h. aus Aminosäuren der Leber. Dieser Mechanismus sorgt dafür, den Blutzuckerspiegel bei einem Abfall wieder zu erhöhen bzw. einem noch stärker werdenden Abfall entgegenzuwirken. Das Resultat ist also eine Blutzuckersteigerung. Zugleich bewirkt Cortisol auch eine Hemmung der Glukoseverwertung. Dies ist wichtig, besonders in Bezug auf die Lipogenese (Glukoseschonung physiologische Insulinresistenz). Aber Cortisol nutzt nicht nur die Aminosäuren der Leber, sondern auch die der Muskulatur. Kurz zusammengefasst bis hierher, wirkt Corsiol u.a. äußerst katabol (Proteinabbau). Dies alleine ist schon einmal nicht unbedingt immer gut! Des Weiteren hemmt Cortisol die Lipogenese. Zusammen mit dem bereits geschilderten Wirkungen bzw. Aufgaben des Cortisols wird es nun interessant. Cortisol sensibilisiert das Fettgewebe für die lipolytische Aktivität von Catecholaminen, Glukagon und GH (Wachstumshormon). Dies wiederum bewirkt u.a. einen Anstieg an freien Fettsäuren (zu freien Fettsäuren gibt es im Übrigen auch bei Ray Peat interessante Anmerkungen, zu meist aber keine guten) und Glycerol im Plasma. Anschließend werden die freien Fettsäuren dann der beta-Oxidation zugeführt, wobei vermehrt ATP gebildet wird. ATP wird wiederum für die Gluconeogenese benötigt und hemmt zugleich die Glykolyse. Gemeinsam mit der durch die freien Fettsäuren vermittelten Insulinresistenz kommt es dadurch bei lang anhaltender Erhöhung der Corticosteroidspiegel (Cushing-Syndrom) zur Hyperglykämie. Genau das ist doch der Fall, wenn man Peters (Hyperlipid) Beiträge unter einem anderen Aspekt betrachtet. Er selbst sagt, dass unter einer LC-Diät ein oraler Blutglukosetest positiv ausfallen würde. Auch JK führt das an. Ebenso auch Braesikalla, welcher seinen Blutzuckerspiegel selbst oftmals gemessen hat (sowohl nach den Mahlzeiten, wie auch den Nüchternblutzuckerspiegel wenn ich mich recht erinnere). Ich sage nicht, dass hohe Blutglukosespiegel per se schädlich sind, ich will damit nur sagen, dass anscheinend genau diese Mechanismen greifen. Die hohen Blutzuckerspiegel unter einer LC-Diät sind in meinen Augen daher letztlich UNTER ANDEREM das Resultat permanent erhöhter Cortisolspiegel. Inwiefern permanent erhöhte Corticosteroidspiegel wirklich gefährlich sind kann ich nicht abschätzen. Aber es gibt zahlreiche Leute, welcher nach langer LC-Dauer Symptome schildern, welche für mich klar in Richtung Adrenal-Fatigue (Nebennierenschwäche) tendieren. Hier sehe ich u.a. auch die Gründe, warum beinahe alle LC-Autoren/Befürvorter/Verfechter/Anhänger irgendwie so fertig aussehen, also alles andere als optimal ernährt. Wie gesagt, Cortisol wirkt u.a. auch äußerst katabol. Nur die wenigsten können unter einer LC-Diät Muskelmasse aufbauen. Viele berichten zwar von Muskelaufbau, die Bilder welche ich diesbezüglich aber gesehen habe, lassen mich eher zu der Meinung streben, dass dies vielmehr ein subjektives Empfinden ist, da letztlich eher unnötige Fettpolster gewichen sind und man ein wenig „definierter“ aussieht. Das hat aber noch nichts mit direktem Muskelzuwachs zu tun. Der Körper versucht also permanent seinen Blutzuckerspiegel möglichst hoch zu halten (natürlich immer in einem bestimmten Rahmen). Unter einer LC-Diät greifen so viele Mechanismen ineinander, ein wichtiger Faktor dabei ist jedoch auch das „Stresshormon“ Cortisol. Vieles was Peter (Langzeit-LCler) schildert sowie Äußerungen anderer LC-ler deuten für mich ganz eindeutig daraufhin, dass die Cortisolspiegel teilweise oftmals recht hoch sein müssen. Vielleicht ist das auch ein Grund dafür warum LC-Diäten so viele Entzündungsmarker senken, denn Cortisol hat auch entzündungshemmende Wirkungen! Bislang wurden aber LC-Diäten nur über relativ kurze Zeiträume klinisch beobachtet (getestet). Kurzfristig können erhöhte Cortisolspiegel natürlich äußerst positiv wirken, keine Frage. Interessant finde ich in diesem Zusammenhang auch, dass Cortisol entzündliche Reaktionen durch die Synthese von „Lipocortin“, eines Inhibitors der Phospholipase A2 unterdrückt, wodurch u.a. die Prostaglandinsynthese gehemmt wird. Interessant, vor allem in Bezug auf ein ausgeglichenes O3:O6 Verhältnis, da dieses auch einen entscheidenden Einfluss auf die Prostaglandinsynthese ausübt, jedoch weniger stark von Cortisol abhängig ist. Nun gut. Also wie gesagt, kurzfristig können etwas höhere Cortisolspiegel sicherlich auch gut (vielleicht auch eine Erklärung für die kurzfristigen Vorteile von LC-Diäten) sein, aber wie sehen die Langzeitergebnisse aus. Und da schaue ich wieder auf die Leute welche diese über einen längerer Zeitraum schon betreiben (LC-Autoren) und diese sehe für mich alles andere als fit und vital aus. Ich denke, je nach Vorbelastung ist eine LC-Diät nicht unbedingt für Jedermann geeignet. Des Weiteren denke ich, dass langfristige LC-Diäten den Körper eher unnötig stressen (Cortisol) können und man mitunter Probleme mit seinen Nebennieren bekommen kann. Cortisol wird aber auch bei Hunger (Fasten) ausgeschüttet, d.h. bei Hypoglykämie. Das Resultat bzw. der Zweck der erhöhten Cortisolsynthese ist die Anhebung des erniedrigten Blutglukosespiegels. Auch die dann "vermehrt einsetzende Fettverbrennung" ist u.a. eine Folge erniedrigter Insulinspiegel (wenig KH -> erniedrigte Insulinspiegel -> physiologische Insulinresistenz (siehe Peter)). Ich bezweifele daher, das eine zu starke Unterdrückung des Insulinspiegels wirklich nur positive Wirkungen entfaltet. Anders als die LC-Autoren sehe ich Insulin nicht sofort als Grund allen Übels an. Anders sieht es natürlich aus, wenn der Stoffwechsel schon aus den Fugen geraten ist. Das ist auch ein Grund, warum ich eine Verteilung (vor allem der KH) auf mehrere Mahlzeiten bevorzuge. Erstens überlastet man so vermutlich sein Verdauungssystem weniger, als wenn man 2500kcal auf einmal isst und zweitens kann man so die Energieversorgung besser steuern (vor allem wenn man etwas mehr KH isst). Ich bin mir nicht sicher, ob die einmalige Aufnahme höherer KH-Mengen zu denselben Ergebnissen führt. Ich denke, temporär braucht man keine allzu großen KH-Mengen und der Körper würde diese zunächst anders verwenden (Metabolisierung/Konvertiereung), als wenn man KH konstant in bestimmten zeitlichen Abständen zuführt, d.h. noch bevor man eigentlich Hunger (Cortisol!) hat. Ich habe im Tagesverlauf weder Probleme mit Energiekrisen, noch mit Stimmungsschwankungen oder Anzeichen einer Hypoglykämie. Insgesamt fühle ich mich sehr ausgeglichen und nicht so leicht reizbar wie unter strikter LC-Ernährung. Na ja, dass ist ja aber alles lediglich sehr subjektiv und hilft sicherlich erstmal keinem. Ich glaube auch nicht mehr an die Theorie der Speziellen KH Ernährung (SCD). Die Japaner oder die Kitava müssten ja geradezu mit Morbus Crohn Fällen überschwemmt sein, dem ist meines Wissens aber keineswegs so, im Gegenteil. Ich denke wirklich, dass gewissen Mengen an KH eher positiv wirken und man nicht zwangsläufig Angst vor KH haben braucht, vorausgesetzt es sind keine raffinierten KH. Getreide meide ich auch, deshalb kann ich auch diesbezüglich keine Angaben machen. Liebe Grüße Geändert von Low-Joe (09.06.2009 um 13:20 Uhr) |
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Nur noch schnell eine Anmerkung.
Selbst wenn der Cortisolspiegel unter einer LC-Diät nachweislich nicht deutlich erhöht sein sollte, heißt das noch nicht, dass nicht permanent Cortisol synthetisiert wird. Das Ergebnis wäre langfristig aber trotzdem wieder dasselbe. D.h., dass die Cortisolproduktion unter einer LC-Diät erhöht ist (Blutzuckerregulierung, physiologische Insulinresistenz) bzw. ständig Cortisol freigesetzt wird um den Blutzuckerspiegel in Grenzen zu halten. Die Cortisolwerte müssen also nicht permanent erhöht sein. Auch die ständige Cortisolsynthese kann langfristig zu einer Erschöpfung der Nebennieren führen, auch ohne permanent hohe Werte! Alles, selbst Peters Beobachtungen deuten doch ganz eindeutig auf eine z.T. gesteigerte Cortisolsynthese hin. Besonders die „Hyperglykämie“ (physiologische Insulinresistenz), welche nicht zwangsläufig schädlich sein muss, aber letztlich doch auch das Ergebnis des Cortisoleinflusses ist, zeigt doch, dass eben genau dieses „Stresshormon“ unter einer LC-Diät mitunter eine entscheidende Rolle spielt. |
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Um meinem Gedankengang in diesem Post verstehen zu können, müsste man sich zuerst meine vorherigen 2 Posts durchlesen. Ich bitte auch über Rechtschreibfehler hinwegzusehen, ich habe keine Zeit mir meine Beiträge vor dem Absenden nochmals durchzulesen.
In meinen Augen kann man eine LC-Ernährung in gewisser Weise mit Sport vergleichen. Bei langer und intensiver sportlicher Betätigung steigt der Cortisolspiegel (z.T. erheblich) an. Unter anderem um Glukose zu „schonen“ und dadurch letztlich einem Blutzuckerspiegelabfall entgegenzuwirken (Muskel verbrennen dann intensiver Fettsäuren um Glukose für die wichtigeren Organe zu „schonen“). Da würde auch niemand auf die Idee kommen und sagen, permanenter Sport sein gesund. Im Gegenteil, dieser stresst den Körper unnötig (Stresshormon Cortisol wird vermehrt freigesetzt). Bewegung ist zweifelsfrei notwendig & gesund, jedoch in Maßen. Meines Erachtens spricht bei LC-Diäten vieles für eine ständige Cortisolsynthese. Ganz allgemein sind LC-Diäten nicht unbedingt anabol. Dies wird umso deutlicher, je mehr man die KH absenkt. Leider kann ich momentan den direkten Link zu meinen folgenden Aussagen nicht bereitstellen, da das Board auf welchem der Artikel angeboten wurde anscheinend momentan inaktiv ist. (Ich weiß aus anderer Quelle, dass mehrere User dieses Forums hier, das Paper bereits gelesen haben. Vielleicht könnte es noch einmal jemand bereitstellen. Dankeschön.) Es handelt sich um ein Paper, in welchem Aussagen bezüglich eines Epilepsie-Patient gemacht wurden. Dieser Patient hat aus gesundheitlichen Gründen (eben Epilepsie) seit seinem 6. Lebensjahr strikt ketogen gelebt und war mit 26 Jahren lediglich 1.50 groß. Ich denke, dass ist ein deutlicher Hinweis darauf, dass eher die „katabolen Kräfte“ unter LC-Diäten überwiegen. JK sagt ja auch, dass unter seiner LC-Diät die Entwicklung langsamer aber korrekter abläuft und deshalb auch die Geschlechtsreife später einsetzen würde. Nun gut, inwiefern langsam und korrekter in diesem Zusammenhang wirklich die passenden Vokabeln sind kann ich nicht sagen. Ich glaube ihm aber, dass die Entwicklung wirklich langsamer von statten geht, nur mit dem korrekter bin ich nicht einverstanden. Ich sage nicht, dass eine schnelle Entwicklung mit gesteigertem Längenwachstum das Optimum darstellt. Das ist ebenso unbewiesen wie JKs Aussagen bezüglich korrekter Entwicklung. Worauf ich hinaus möchte ist folgendes. Es könnte doch vielmehr so sein, dass unter ketogener Ernährung und teilweise auch unter einer LC-Ernährung die permanente Cortisolfreisetzung zum Schutze des Blutzuckerspiegels, die Proteinsynthese dahingehend negativ beeinflusst, dass mehr Eiweiß verzuckert werden muss als tatsächlich dem Körperaufbau zur Verfügung steht (Glukoneogenese). Cortisol steht einem Aufbau entgegen. Die „Kleinwüchsigkeit“ unter ketogener Ernährung“ könnte daher die Folge von erhöhten Cortisolspiegeln bzw. die Folge einer permanenten Cortisolfreisetzung (Glukoneogenese, Blutzuckerspiegel usw.) sein, auch ohne ständig erhöhte Cortisolwerte. Sicherlich kann eine LC-Diät nicht 1:1 auf eine ketogene Ernährung transferiert werden, jedoch ist selbst unter einer LC-Diät die KH-Menge so gering, dass auch hier Cortisol zur Glukoseschonung freigesetzt wird (siehe physiologische Insulinresistenz). Alleine aus diesen Gründen würde ich mit meiner KH-Zufuhr nie zu tief gehen. Ich bin überzeugt davon, dass man sich auf längere Sicht nicht unbedingt einen Gefallen tut. Höhere bzw. eine permanente Cortisolfreisetzung könnte u.a. auch ein Grund dafür sein, warum viele Leute unter einer ketogenen Diät u/o strikter LC-Diät von gesteigerter Aggressivität berichten. So macht z.B. auch Lutz darauf aufmerksam, dass Cortisol des Weiteren zu Androgenen konvertiert wird. Für mich wäre das eine mögliche Erklärung für eine gesteigerte Aggressivität. Zugleich ist es aber vielleicht auch ein wichtiger Punkt hinsichtlich eines Östrogenüberschusses mit all seinen negativen Konsequenzen (Depressionen, Haarausfall usw.), da die Androgene oftmals in relativ großen Dimensionen zu Östrogenen konvertiert werden (Aromatase). Um einen wirklich ausgeglichenen Hormonhaushalt anzustreben, muss man meines Erachtens viele Faktoren berücksichtigen. Ein ganz wichtiger ist dabei jedoch, die Insulinspiegel (wie unter einer LC-Diät) nicht bis auf ein absolutes Minimum zu senken. Wie ich in meinem vorhergehenden Post versucht habe darzustellen, ziehen erniedrigte Insulinspiegel (LC-Diät) die Freisetzung von Cortisol nach sich (physiologische Insulinresistenz zur „Glukoseschonung“). Das hat meines Erachtens aber nichts mit ausgeglichen oder korrekter Entwicklung (JK) zu tun, sondern ist lediglich die Anpassung des Körpers auf diese Ernährungsform. Langfristig können bei LC-Diäten daher wirklich erhebliche Probleme auftreten, besonders im Hinblick auf die Nebennieren (und damit auch auf die Schilddrüse). Das sind im groben meine Gedanken, wenn ich von einem ausgeglichenen Hormonhaushalt spreche. Ich hatte (und habe) bislang einfach nicht die Zeit gehabt es schriftlich niederzulegen. Ein paar weitere Gedanken schwirren mir noch im Kopf herum, aber vielleicht äußert sich der eine oder andere erst einmal zu diesem und meinem vorherigen Post. In meinem 1. Post von heute musste ich den Absatz von Cortisol und Hunger/Fasten noch einmal ändern, bitte um Nachsicht. Vielen Dank für`s lesen und für Eure Antworten! Geändert von Low-Joe (09.06.2009 um 13:21 Uhr) |
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