
25.02.2005, 18:45
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ich davon überzeugt, dass die low-carb-diät gegen unterschiedliche krankheiten wirkt, weil es die natürliche ernährungsweise des steinzeitmenschen ist. unsere gene haben sich während der steinzeit über mehrere hundertausend jahre an eine fleischreiche und kohlenhydratarme diät angepasst. seit dem ende der steinzeit vor ein paar tausend jahren haben sich unsere gene kaum verändert. deshalb geht es uns mit einer steinzeiternährung nach wie vor am besten. sich genau gleich zu ernähren, wie in der steinzeit, ist in der heutigen zeit praktisch nicht durchführbar. z.b. hat der mensch früher hauptsächlich das fleisch von wild gegessen. heute ist aber nur noch fleisch von gemästeten tieren erhältlich. trotzdem kann man versuchen, die prinzipien der steinzeiternährung mit modernen lebensmitteln zu imitieren. indem man z.b. auf lebensmittel verzichtet, die der mensch in der steinzeit kaum gegessen hat und an die er folglich schlecht angepasst ist, wie z.b. getreide und hülsenfrüchte. ausserdem ist es wichtig, den kohlenhydratanteil niedrig zu halten, weil dieser in der steinzeit auch niedrig war. wer mir nicht glaubt, dass der mensch schon sehr lange überwiegend fleisch isst, sollte man folgenden text lesen:
Zitat:
Was die Spezialisierung der Bandwürmer über die Ernährung der Frühmenschen verrät
Weil an dieser Stelle immer wieder gerne und zudem kontrovers über die Nahrungszusammensetzung auf dem Speisezettel unserer frühen Vorfahren – oft rein spekulativ - diskutiert wird, gebe ich mal – natürlich verkürzt - den Inhalt eines Essays aus „Spektrum der Wissenschaft (10/’04, S. 110ff.)“ zum Besten, welches m.E. überzeugend darlegt, dass sich bereits die Frühmenschen vor (über) 1,5 Mio Jahren in sehr großem Umfang von Fleisch ernährt haben müssen: Die Autorin Pat Shipman, Anthropologie-Professorin an der Staatsuniversität von Pennsylvania, bezieht sich dabei auf eine wissenschaftliche Arbeit englischer und amerikanischer Forscher (Out of Africa: origins of the Taenia tapeworms in humans. Von: Eric P. Hoberg et al., In: Proceedings of the Royal Society of London B., Bd. 268, S. 781, 2001), welche die menschliche Evolution auf ganz unorthodoxe Art betrachtet, indem sie diese nämlich von den Würmern her aufrollt.
Vorweg, um Misverständnisse zu vermeiden: Die Ergebnisse Hobergs et al. lassen offen, inwieweit die paläolithische Ernährungsweise „gesund“ oder „artgerecht“ für die quasi erwachende menschliche Gattung seit homo habilis war, auch liefern sie keine Antwort auf die Frage, in welch schwachem oder starkem Maße sich der menschliche Organismus im Laufe der Jahrhunderttausende an die eine oder andere Makronährstoff-Zusammensetzung genetisch angepasst haben mag.
Die Studie ist m.E aber durchaus dazu in der Lage, allen Zweiflern, die sich immer wieder in der Behauptung ergehen, dass sich unsere frühe Vorfahren ganz vorrangig von Früchten, Steppengras-Samen u.ä. ernährt haben und der Übergang zur fleischlichen Kost viel später auf Grund der Klimaveränderungen aus der Not geboren gewesen sei (weil sie z.B. angeblich ursprünglich auf Grund ihrer körperlichen Unzulänglichkeiten weder die Fähigkeit zur Jagd noch die entsprechenden Waffen besessen hätten sowie wegen klimatischer und Vegetations-Bedingungen gar nicht die Notwendigkeit zum Fleischverzehr bestanden habe) einen aussagekräftigen Gegenbeweis zu liefern.
Also, los geht’s:
Viele Parasiten haben sich während der Evolution auf ihre Wirtsarten spezialisiert, was auch auf die verschiedenen Plattwurmarten zutrifft. Sämtliche speziell an den Menschen angepasste Plattwürmer (Rinderbandwurm ->Taenia saginata, Schweinebandwurm ->Taenia solium und die mit dem Rinderbandwurm eng verwandte, aber häufig von Schweinen übertragene Art ->Taenia asiatica) nahm/nimmt der Mensch mit infiziertem rohen Fleisch bzw. Innereien auf. Das Tier fungiert also lediglich als Zwischenwirt für die Larven, der Mensch stellt den Hauptwirt dar.
Nun - und das ist wichtig - gehören alle diese an unsere Gattung adaptierten Bandwurm-Arten zu einer systematischen Gruppe von Bandwürmern, die ausschließlich in Raubtieren (als Hauptwirt) vorkommen, die also die typische Räuber-Beute-Beziehung perfekt ausnutzen: Das Raubtier frisst ein infiziertes Tier und „füttert“ später in seinem Darm ungewollt den erwachsenen, geschlechtsreifen, Eier produzierenden Bandwurm; der Pflanzenfresser wiederum nimmt mit Raubtierkot verunreinigtes Futter (z.B. Gräser) auf und beherbergt die Larven, die durch die Darmwand dringen und sich im Muskelgewebe o.ä. einnisten usw. usw.
All das Genannte impliziert, dass der Mensch frühestens zum Hauptwirt werden konnte, als unsere Vorfahren regelmäßig und in größerem Umfang den Part des Räubers - sprich: des Fleischfressers – annahmen. Nur unter dieser ökologischen Voraussetzung vermochten sich, so Hoberg et al., alle drei menschenspezifischen Arten der Plattwürmer zu entwickeln. Mit anderen Worten: Die Menschen müssen sich, als sie – als Hauptwirt - erstmalig Bandwürmer trugen, bereits schon über einen ausreichend langen Zeitraum und mit hinreichender Quantität von tierischen Nahrungsmitteln ernährt haben, schließlich muss ein entsprechender Evolutionsdruck vorhanden gewesen sein, oder mit andern Worten: Die Parasiten führen eine Adaption an einen speziellen Organismus erst dann durch, wenn sie sich qualitativ und quantitativ „sehr sicher sein können“, dass sie sich mit Hilfe des gewählten Wirtsorganismus vorzüglich reproduzieren zu können. (Ja ja, bischen kindisch ausgedrückt, aber ich hoffe, ich werde verstanden.)
Nun existiert(e) aber seit längerem die zwischenzeitlich nicht weiter hinterfragte, allgemein akzeptierte und unzählige Male abgeschriebene bzw. nachgeplapperte „Lehrmeinung“, Hunde (oder Rinder und Schweine, die man vor 10.000 Jahren erstmals zu domestizieren begann) hätten die Würmer- quasi als Preis für die Zivilisation – mitgebracht. Würde dieses Szenario zutreffen, dann hätten sich also auch die mitgebrachten Bandwürmer vor frühestens (!) 10.000 Jahren „angeschickt“, eine Adaption an den Menschen „vorzunehmen“. Laut Hoberg et al. ist es nicht möglich, dass sich die Würmer in so kurzer Zeit spezialisiert haben. Außerdem müssten sich nahe Verwandte des Menschen bei Tierarten finden lassen, aus denen wir einst unsere Haustiere züchteten, bei Wölfen etwa oder bei eurasischen Widschweinen und Wildrindern.
Der Stammbaum der Plattwurmgattung Taenia weist mehrere Dutzend Arten auf, wobei die jüngsten Arten tatsächlich der Schweine- sowie der Rinderbandwurm sind. Bei der Messung mit Hilfe der sog. „genetischen Mutationsuhr“ (molekulare Uhr) ergab sich ein erstaunlich hohes Alter der Parasiten: die beiden Arten mussten sich demnach schon vor 780.000 bis 1,71 Mio Jahren getrennt haben, was nach Meinung der Forscher nur geschehen sein kann, als die Schmarotzer den Menschen schon „gewohnheitsmäßig“ besiedelt hatten. Zu dieser Zeit lebte aber nicht homo sapiens, sondern homo erectus (ergaster) bzw. noch homo habilis, gewissermaßen der Urvater der menschlichen Gattung. Wenn wir weiterhin beachten, dass sich, wie ich weiter oben schrieb, der Parasit (vor seiner Spaltung) erst einmal hinreichend an den Menschen gewöhnen musste, bis er sich auf ein „Dauergastspiel“ einließ, dann legt das die Vermutung nahe, dass der Mensch bzw. sein Vorfahre schätzungsweise seit spätestens 1,5 Mio Jahren regelmäßig und reichlich Fleisch verzehrt haben muss.
Da, wie Hoberg et al. herausfanden, die nächsten Verwandten unserer drei Bandwurmarten in afrikanischen Raubtieren parasitieren (Verwandte des Schweinebandwurms leben z.B. in Hyänen, Löwen, Wildhunden, Geparden, Schakalen) müssen sich die Würmer noch spezialisiert haben, als der Frühmensch ausschließlich in Afrika lebte (also ziemlich früh und nicht erst vor ein paar tausend Jahren irgendwo in Europa).
Das vermutete Szenario: Die frühen Menschen aßen infiziertes Fleisch afrikanischer Huftiere (Antilopen, Kaffernbüllel usw., die eigentlich die Beutetiere der angesprochenen Raubtiere sind) Mit der Zeit passten sich dann die Bandwurmarten immer besser an den Menschen an; irgendwann hatten sich die neuen Linien so gut darauf eingerichtet, dass das geschlechtsreife Stadium in anderen Fleischfressern nicht mehr leben konnte. Die neuen Arten adaptierten sich interessanter Weise auch an das Beutespektrum des Menschen und erst viel später an dessen neue Haustiere: z.B.können die Larven des Schweinebandwurms nicht mehr – wie seine nahen Verwandten – Antilopen infizieren. Jedoch leben seine Larven außer in Hausschweinen mitunter in Affen und in verschiedenen kleinen Säugetieren und wilden Schweinen. Die Studie liefert also auch erste Anhaltspunkt über das (tierische) Ernährungsspektrum des Frühmenschen. Überdies legt die Studie nahe, dass der Mensch sich zweimal infizierte, einmal im „Mutterland“ Afrika, das zweite Mal, nachdem homo Asien (erstmalig vor 1,7 Mio Jahren) erreicht hatte, dort fand er andere Beutetier-Arten vor als in seinem Heimatkontinent – und, als ob er mit seinem Wohnungswechsel nicht auch mal seine ungesunden Ernährungsangewohnheiten ändern könnte – übernahm deren Parasiten.
So, das wär’s in Kurzform.
Ergänzung am Rande: Ich weiß nicht, ob der oben erwähnte Zeitaum, innerhalb dessen sich die Bandwurm-Adaption vollendet haben muss (780.000-1,7 Mio Jahre), noch mit der alten Variante der Mutations-Uhr oder mit der modernen, neu kalibrierten Version gemessen wurde. Wenn zum Zeitpunkt der Ertellung der Studie noch mit der alten Molekular-Uhr gemessen wurde, dann kommt nach neuer Version sogar ein noch sehr viel weiter zurückliegender Zeitraum in Betracht!Danach müssten dann die Hominiden noch eher als ohnehin bereits vermutet auf Fleisch als Hauptnahrungsquelle umgestiegen sein !!!
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