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Alt 19.10.2011, 16:59
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Standard NUR Schwierigkeiten mit mir selbst ... (Achtung, sehr lang und verworren!)

Hallo!

Zu allererst, bevor ich hier irgendetwas Anderes angebe, gehe ich auf mein Geschlecht ein, was in der Akne-Behandlung eine große Rolle zu spielen scheint. Ich bin als weibliches Baby auf die Welt gekommen, war aber niemals wirklich weiblich. Mein Psychotherapeut nennt es 'Transgender' und ich mache dasselbe. Deswegen kommt bei mir eine Behandlung mit der 'Pille' nicht in Betracht. Ich bin leider noch nicht soweit, Testosteron einzunehmen, aber werde es bald sein. Für mich gibt es in dieser Hinsicht kein Zurück und ich werde mich nicht mit meinem falschen weiblichen Körper arrangieren, um einen Zyklus zu regeln, den ich dank der gegenteiligen Hormone eh bald los bin. Tut mir leid, wenn ich ein wenig Verwirrung stifte, aber die Geschlechtsangabe im Profil lässt wenig Spezifizierung zu.

Bei mir begannen alle Erkrankungen, die mich noch heute plagen, vor zehn Jahren, als ich 13 wurde. Ich habe mich nie geschminkt (natürlich nicht...), ganz normale, schlabbrige Kleidung getragen, gegessen, was auf den Tisch kam und wohl ein bisschen mehr Stress gehabt als Gleichaltrige, weil es Niemanden gab, mit dem ich über das Gefühl, nirgendwo hinzupassen (eine taube Leere überall) sprechen konnte. Meine Eltern meinten, ich würde 'spinnen', mein Geschlechtsteil seie eindeutig und ich solle mich nicht so anstellen.

Dann, als ich mich von allem, das draußen stattfand (Treffen mit den eh schon sehr wenigen Freunden, Schwimmen und anderen normalen Dingen) zurückgezogen hatte, bekam ich die Akne. Mein Gesicht eiterte und meine Brust und mein Rücken begannen in dem darauffolgenden Jahr (14-15) auch noch mitzuziehen.

Das war dann das Aus für das Schwimmen. Ich bin dann nie wieder in einem Hallen- oder Freibad gewesen. Und gleichzeitig wegen der Zerrissenheit wegen meines Geschlechts konnte ich nicht mehr zur Schule gehen. Ich habe es nicht mehr geschafft, mit all dem fertig zu werden und mich nur noch verkrochen.

Bis heute weiß ich nicht, ob es mein falscher Körper oder die Akne, die mich wie ein widerlicher Teppich überzogen hat, war, das mir eine rigorose Panik in meinen Kopf gepflanzt hat, wann immer es darum ging, unter Menschen zu gehen und mein Zimmer zu verlassen.

Meine Mutter war einmal tatsächlich mit mir beim Hautarzt (hat mich hinschleifen müssen). Er hat leider nicht so gut zugehört und die Anwesenheit meiner Mutter hat mich gehemmt, über meine Geschlechtsidentifikationsstörung zu sprechen (sie hält sie heute noch, nach Vorlage einer Bescheinigung meiner Therapeutin, für Quatsch). Der Hautarzt riet mir, abzunehmen. Überhaupt läge meinen ganzen Problemzonen nur meine Fettleibigkeit zu Grunde. Ich wog damals 60 kg bei 1,62 m und habe mich noch nie so geschändet gefühlt wie bei diesem Arzt.

Und obwohl meine Mutter die Küche verschlossen hielt, damit ich nichts essen konnte (da ich das Haus nicht mehr verließ, war das eine sehr wirkungsvolle Methode, die absolute Kontrolle über alles, was ich zu mir nahm, zu gewährleisten). Ich bekam nur noch rohes Obst und Gemüse, durfte mich keiner Milch nähern und nahm in dem darauffolgendem Jahr 30 kg zu. Jetzt hätte der Hautarzt wirklich einen Grund gehabt... Und ich hatte einen noch besseren, nicht mehr hinauszugehen. Verpickelt, hässlich und noch dazu fett? Im falschen Körper fett zu sein zehrte dann noch zusätzlich an mir. Nebenbei entwickelte ich eine Schlafstörung, weil ich nur noch Durchfall und Blähungen hatte, die mich zum Teil sehr quälten und wachhielten. Bis heute vertrage ich keine rohen Gemüse.

Dann rückte sie meiner "Schulangst" zu Leibe. (Widerspruch war zwecklos; es war kein Transgender, hatte nichts mit meinem Gewicht und der Akne zu tun, nein, was mich nicht hinausgehen ließ, war "Schulangst".) Ich kam in eine psychiatrische Anstalt. Erholsame drei Monate lang durfte ich mich normal ernähren, draußen Herumlaufen ohne gemobbt zu werden und über mein richtiges Geschlecht sprechen, ohne deswegen verspottet zu werden. Ich war von der Akne fast geheilt und erreichte noch innerhalb dieser drei Monate mein fettleibiges Gewicht von 60 kg wieder. Leider fanden auch die Ärzte, dass es getan war, weil ich so positiv wirkte und entließen mich.

Meine Mutter meldete mich in einer Schule an und dort brach ich dann wirklich zusammen. Es war der Druck, dazuzugehören ("Schminke dich, sonst bist du kein echtes Mädchen!" Und wer nicht auffallen will, muss es dann auch tun, selbst wenn das Innerste dagegen anschreit...) Ich wurde schon einmal gemobbt und wusste, dass ich nie wieder in meinem Leben mehr auffallen wollte. Leider habe ich offenbar eine Art von Schild mit Blinklichtern mit mir herumgeschleppt, denn auch dort fand ich keine Nische. Es war grauenhaft und eine Odyssee. Ich erreichte ein gutes Halbjahreszeugnis, war aber ohne Ende fertig. Den Abschluss schaffte ich nicht mehr. Ich verschwand kurz nach der Zeugnisabgabe auf Nimmerwiedersehen. Weil ich schon 17 war, fand meine Mutter neben dem Streichen meines gesamten Geldes nichts mehr, das man mir noch vermiesen konnte und hatte deswegen auch keinen Erfolg mit ihren Versuchen, mich in die Schule zu zwingen.

Ich habe auch versucht, mich meinem offensichtlichen Geschlecht anzupassen, in der Hoffnung auf Besserung. Aber ich BIN es einfach nicht. Und jetzt bleibt mir nichts als BPO, während ich auf Testo warte (was die Akne vermutlich nur noch verschlimmern wird.)

Es ist wohl ein Einzelschiksal mit der Akne, Abzessen mit regelmäßigen ambulanten Öffnungen, Transgender und diversen Phobien, die sich aus meinem Leben ergeben haben (ich gehe bis auf meine Therapiesitzungen NIEMALS vor die Tür, bin abhängig nach Dimenhydrinat (Vomex) aus Angst vor Erbrechen etc.) Bis auf BPO lässt sich von mir fast kein Ratschlag anwenden (um einen Hautarzt zu besuchen, müsste ich nicht nur hinausgehen, sondern auch noch mit dem Bus fahren. Wahrscheinlich würde ich bei einem Versuch nicht einmal in der Stadt ankommen, in der der nächste Hautarzt praktiziert).

Oh, achja, Zink wende ich seit zwei Monaten relativ erfolglos an (25 mg/Tag) und Zinksalbe auf Abzesse und riesige Aknepusteln aufgetragen, scheint ein wenig zu bewirken, was die Entzündung anbelangt.

BPO 5% verwende ich seit einer Woche und habe nicht einmal die geringste Wirkung feststellen können. Ich überlege daher, auf 10% umzusteigen auf Rücken/Brust und Oberschenkeln. Die 5% können von mir aus im Gesicht bleiben. ^^

Momentan erhole ich mich noch von der letzten Ernährungsumstellung, die ich nicht (!) durchgehalten habe. Bei mir (nur bei mir, ich will Niemanden angreifen, dem es geholfen hat!) wirkt rohes, frisches Gemüse leider extrem blähend und zerstörerisch. Jedesmal, wenn mein Hausarzt mich wegen der Gesundheit (dass ich nicht lache) dazu zwingt, ausschließlich davon und von Körnern zu leben, sehe ich annähernd schwanger aus; ein Riesenbauch und aufblühende Haut. Heute morgen habe ich wieder ein Glas Milch und Weißbrot mit Honig gefrühstückt und es geht meinem Magen wieder gut. Ich weiß nicht, wieso, aber ich vertrage es nunmal besser.

Momentaner Ernährungsplan:
Morgens: Ein Glas Milch, eine Scheibe Honigbrot oder(!) eine kleine Schale Cornflakes in Milch
Mittags: Ein Teller Eintopf (meistens mit Bohnen, Porree, Kohlrabi, Nudeln oder Kartoffeln, Broccoli, Blumenkohl... Eben alles, was sich an Gemüse gut und lecker kochen lässt Gaaaaanz selten Fleisch.)
Abends: Ein Brot mit Thunfisch oder ein Stückchen Käse.

Meiner Verdauung gehts wieder besser und ich werde von nun an vorsichtig sein mit 'Ernährungsumstellungen der Gesundheit zuliebe'. Bisher bin ich davon nur immer krank geworden.

Ich habe mittlerweile mit meinem Partner begonnen, spazieren zu gehen. Einfach so, ohne Zwang und Druck. Einmal hat es geklappt, ich habe mir einen MP3-Player auf die Ohren gezogen (damit ich eventuelle Kommentare der 'Schönen', die über mich spotten, nicht hören kann) und bin im Laub herumgelatscht. Das war vor drei Wochen. Es ist der größte Erfolg, den ich dieses Jahr vorweisen kann.

Ich wollte eigentlich täglich mal raus, aber ein akuter Akneausbruch hat mir einen Strich durch die Rechnung gemacht und meine Entschlusskraft geschwächt.

Ihr seht, ich kämpfe an vielen Fronten gleichzeitig und bin nun doch überrascht, dass ich noch am Leben bin, dass ich so hartnäckig voller Hoffnung bin, dass ich überhaupt noch aufstehen kann.

Transgender steht zwar ganz oben auf meiner Liste (das Wichtigste!), weil ich das Gefühl habe, mir mit einer Therapie damit am Besten zu helfen (Geschlechtsanpassung), aber meine Akne macht mich manchmal so fertig, dass ich nicht einmal mehr dafür die Kraft habe.

Es ist einfach Wahnsinn und auch in meinen sechs Monaten Psychotherapie habe ich es noch nicht geschafft, ein bisschen von alledem aufzudröseln, weil immer ein anderer Teil akut wird; mal ist es die Emetophobie (Angst zu Erbrechen), die mich drinnen hält und ein zwanghaftes Handwaschverhalten auslöst (um mich nicht anzustecken) - und auf diese Panikattacke folgt ein akuter Akneausbruch - wegen dem ich dann nicht hinausgehen kann - dann bekomme ich Druck (von meiner Mutter...) oder mache mir selbst welchen - und dann kommt wieder irgendeine Angst, die mir die Kehle zuschnürt.

Wow, wer bis hierher gelesen hat, hat einen Preis verdient `Vielen Dank erstmal.

Was ich genau damit sagen wollte, ist mir noch nicht ganz klar, ich weiß nur, dass es enorm gut tut, das hier losgeworden zu sein. Es ist belastend und ich würde mir wirklich wünschen, dass jetzt hier Niemand irgendwelche negativen Meinungen über mein Transgender reinschmiert... Schon zu oft erlebt, dass irgendwer extrem verletzende Sprüche abgelassen hat, die zum Einen für einen Betroffenen echt das Letzte sind und zum Anderen sehr tief blicken lassen.

Wenn ihr keine Ahnung davon habt, urteilt bitte nicht. Danke.

Lysander

Edit: Momentan habe ich ein interessantes Sammelsurium an Cremes angesammelt, die allesamt mehr oder weniger Wunder versprachen... Ich wäre heute nicht hier, wenn eine diese Wunder vollbracht hätte.

Silicea (eine homöopathische Creme mit Schüsseler Salzen und so einem Gedöhns... Die ist nichts für mich und zeigte keine erkennbare Wirkung)
Ilon Abszess-Salbe und Ichtyol Zugsalbe (die werde ich wegwerfen. Als ich Ichtyol verwendete, wurde der Abzess faustgroß, öffnete sich nicht und entzündete. Ich musste für eine Woche ins Krankenhaus, um es entfernen zu lassen).
Zinksalbe (ganz normale von Kaufland, auf besonders ätzende Entzündungen aufgetragen bewirkt es schon etwas). Allerdings führte Penatencreme, die fast die gleichen Wirkstoffe hat, bei mir zu einer Verschlimmerung.
BPO 5% (die benutze ich noch)
Teebaumöl (wirkungslos)
Gesichtswässerchen, Reinigungslotions von allen möglichen Marken. Ich habe bislang keine gefunden, die ihr Geld wert gewesen wäre und nutze mittlerweile ganz pragmatisch ein seifenfreies Reinigungsstück für den gesamten Körper.

Meine Akne im Gesicht ist großflächig (Stirn, Wangen, Nase, Schläfen, Kinn) und besteht zum großen Teil aus entzündeten, größeren Pickeln, die anschwellen, aber meistens keinen Eiter erzeugen. Die Teile haben eine Lebensdauer von mehreren Wochen, vermehren sich aber leider schneller, als sie absterben. Ich sehe wirklich aus wie der sprichwörtliche Streuselkuchen und meine Hautfarbe (blass, normalerweise) wandelt sich langsam aber sicher in entzündetes Rot. In den Wangen bekomme ich Knoten, die manchmal auch lila werden.

Auf der Brust sind die Pusteln eher lila als rot, unterscheiden sich aber sonst nicht von denen im Gesicht, was Größe und Frequenz anbelangt. Die eitern ab und zu mal.

Auf dem Rücken und den Schultern ist von oben bis unten alles voll. Es narbt auch ganz schön. Narben und neue Pusteln verbinden sich zu einem abstrakten Kunstwerk des Ekels. Auf dem Rücken eitern fast alle von den Pickeln, sobald sie reif sind. Naturgemäß habe ich dort aber den geringsten Einblick...

Geändert von Lysander (19.10.2011 um 17:24 Uhr) Grund: Hab das Wichtigste vergessen, typisch...
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  #2 (permalink)  
Alt 19.10.2011, 18:47
 
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Hey!

Ich hab mir deine Geschichte vom ersten bis zum letzten Wort durchgelesen und muss ehrlich zugeben, dass ich mich an der ein oder anderen Stelle wiederfinde. Mein Hautproblem begann bereits als ich neun Jahre alt war. Ich habe angefangen sehr viel Sport zu machen und nur männliche Kleidung zu tragen. Baggys waren damals in. Und ultraweite Shirts. Unter Männern habe ich mich wohler gefühlt - auch heute noch. Sie haben mir auch nie geraten, dass ich mich doch mal schminken sollte. Heute weiß ich, dass ich mir damals nur männliche Freunde gesucht habe, weil der Schwerpunkt des Lebensinteresses nicht auf dem Aussehen, sondern auf Sport allgemein, Formel 1, Fußball, zocken und Karten spielen beschränkt war. Von ihnen hat nie jemand nach meinen Problemen gefragt.

Deine Geschichte ist in der Tat noch komplexer als meine.

Ich wünsche dir, dass du das Rausgehen irgendwann genießen kannst. Es ist etwas Wundervolles, die Natur genießen zu können. Wenn du irgendann einmal die Gelegenheit und den Mut dazu hast: Setz dich in ein Flugzeug und flieg für ein paar Wochen nach Neuseeland. Die Menschen dort sind anders als hier (was nicht heißen soll, dass in Deutschland alles schlecht ist). Schau dir die Natur an, genieß dein Leben. Dort habe ich mich das erste Mal in meinem Leben wirklich mit mir selbst beschäftigen können - und dieses Land vermittelt eine Ruhe, die du hier vermutlich niemals finden wirst...

Ich wünsch dir alles erdenklich Gute! Und ich bin überzeugt, dass hinter deinem Akne-Teppich ein wunderbarer Mensch wohnt!!! :-)
__________________
--- Ich bin nicht auf der Welt, um zu sein wie andere mich gerne hätten! ---
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  #3 (permalink)  
Alt 19.10.2011, 18:50
pm2 pm2 ist offline
 
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Also ich habe Dein Post relativ schnell überflogen
möchte aber trotzdem ein paar Anregungen abgeben:

Es gibt einige Foren in Deutschland die auf Akne-Inversa
spezialisiert sind, hier könntest Du ggf. auch mal
reinschauen, falls Du diese nicht kennst.

Ansonsten würde ich Dir empfehlen Dich zu den
Themen orales Isotretinoin (Iso) "BPO-Methode" und Ernährung
hier im Forum etwas einzulesen.
Eine gute Zinkcreme wäre die "Sudocrem"!
Diese, ggf. mit ein Tropfen Manukaöl vermischt,
hilft bei Entzündungen sehr gut um diese etwas
abzumildern/kontrollieren!

Dinge die ich früher gesundheitlich unterschätzt habe
die aber letztlich wesentliche Grundlagen für ein gutes Leben
und einen gesunden Körper/Geist sind:
Ausreichend regelmässig/positiv Bewegung, Licht, Schlaf,
menschliche Kommunikation.
Und natürlich ein Umfeld in dem man sich wohlfühlt,
z.B. Elternhaus/Wohnort/Job#/Freundeskreis
Prägen letztere Punkte negativ sollte man mit dem
Wechsel/Neubeginn nicht zu lange warten.
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  #4 (permalink)  
Alt 19.10.2011, 19:09
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Danke für eure Antworten

J4G0, du hast Recht - unter Männern fühle ich mich auch im Allgemeinen wohler. Bloß, dass bei mir nicht der Sport im Fokus steht. Es ist so, ohne beleidigend werden zu wollen, dass mir Weiblichkeit überhaupt nicht liegt - ich liebe natürlich alle Frauen aus meiner Familie und so, aber im Großen und Ganzen kommen mir Frauen vor wie Geschöpfe von einem anderen Planeten! Und das macht es so schwer, von allen als Frau gesehen zu werden, ein Wesen, das man aber selbst nicht versteht.

Ich erkenne mich in meinem Körper nicht wieder. Da ist so eine riesige Diskrepanz zwischen dem, was ich fühle, was ich erlebe und dem, was ich im Spiegel sehe. Wahrscheinlich verpufft deswegen jedes Mittel gegen die Akne im Nichts.

Neuseeland, sagst du? Das ist auf der Weltkarte, auf der ich mental meine Reisen plane (für den Zeitpunkt, an dem ich mal Geld genug dafür habe ), bislang immer untergegangen. Einen Versuch ist es aber wert, wenn die Wahrnehmung durch die Menschen eine Andere ist, nimmt man sich selbst ja auch anders wahr.

Ich glaube, dass ich eine Reise schon, anders als meinen Alltag, packen würde. Beispielsweise bekomme ich jedes Mal, wenn ich mir vorstelle, wie ich durch mein London latsche, einen tierischen Rappel und einmal habe ich mir ausgemalt, wie ich rüberschwimme. Völlig durchgeknallt wenn man bedenkt, dass ich Angst habe, rauszugehen..

Danke auch für deine lieben Wünsche - das kommt bei mir ja noch besser an als jeder Ratschlag, weil man diese menschliche Wärme selten sieht inzwischen.

@pm2:

Auch dir danke ich für deine Anregungen - allerdings habe ich, anders als der Standartuser wahrscheinlich - bereits sehr viele Stickys hier gelesen, bevor ich mich angemeldet habe.

[Ausreichend regelmässig/positiv Bewegung, Licht, Schlaf,
menschliche Kommunikation.] sind leider die Dinge, die mir in meinem phobiegeprägtem Leben abgehen und für mich kaum zu erlangen sind.

Liebe Grüße,
Lysander
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  #5 (permalink)  
Alt 26.10.2011, 07:53
 
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Puh, ich bin durch mit Lesen. ;-)

An sich kann ich viel von dem was du schreibst überhaupt nicht nachvollziehen, ich möchte dir aber trotzdem antworten, weil ich dich irgendwie bewundernswert finde.

Du erscheinst mir trotz allem unglaublich stark zu sein und die Hoffnung noch nicht verloren zu haben. Daran solltest du festhalten.

Ich hoffe du hast einen guten Psychologen gefunden, dem du dein Vertrauen schenken kannst und der dich bei allem unterstützt und dir langsam dabei hilft, wieder ins Leben zurückzufinden.

Die Akne betreffend: Hast du nie an Isotretinoin gedacht oder verträgt sich das nicht mit den Hormonen, die du bald nehmen wirst!
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  #6 (permalink)  
Alt 26.10.2011, 11:26
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Guten Morgen, Magalie

Danke - ich weiß nicht, ob ich mich selbst so stark finde. Meistens schon, ich habe viel erlebt und versuche immer noch, alles besser zu machen. Manchmal denke ich aber doch, dass alles einstürzt... Kurzfristiges Straucheln, würde ich heute dazu sagen

An Iso habe ich schon einmal gedacht, ja... Nur leider habe ich keinerlei Informationen dazu, ob ich es zeitgleich zu Hormonen nehmen kann. Momentan rollt mir meine Agoraphobie (meine Angst, meine Wohnung zu verlassen) massive Steine in den Weg und mein Hausarzt kennt sich damit nicht aus. Damit befindet sich der nächste Hautarzt in einer anderen Stadt - was momentan eine zu große Nummer für mich ist.

Das ist natürlich großes Pech, aber ich habe meine BPO-Therapie noch nichtmal zwei Wochen durch, deswegen hoffe ich darauf jetzt mal das Beste. Es muss ja nicht immer sein, dass es gar nicht wirkt.

Die Testosteron-Dosen muss ich nämlich mein Leben lang zu mir nehmen... Das ist ein sehr sehr großer Schritt, den ich wegen dem großen Leidensdruck verpflichtet bin, zu gehen. Iso ist aber auch eine große Sache und die Akne steht einfach hinten an.

Liebe Grüße,
Lysander
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  #7 (permalink)  
Alt 26.10.2011, 21:22
 
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Standard Bewundernswert

.. muss man dich einfach finden. Deine Nachricht strahlt viel Wille und viel Stärke aus, was jetzt irgendwie so esoterisch-schwammig klingt, so aber nicht gemeint ist. Ich empfand das beim Lesen wirklich so.

Ich litt eine ganze Zeit unter Panikattacken, sodass schon kurze Zugfahrten für mich ein Problem darstellten. Mittlerweile bin ich zweimal schon um die halbe Welt gereist.
Ich wünsche dir von ganzem Herzen, dass auch du deine Phobien in den Griff bekommst.

Zu deiner Haus kann ich nur sagen, dass ich dich absolut verstehe. Ich bin mittlerweile gar so traumatisiert, dass die kleinste Unreinheit Panik und Lebensunwillen auslösen kann - auch wenn andere sie vielleicht nicht einmal bemerken.
Ich wünsche dir das Beste; denke auch, dass du aufgrund deiner Erfahrungen von großen Ernährungsumstellungen zunächst absehen solltest. Aber ich schließe mich pm an; denk mal über eine Behandlung mit Iso nach, mir hat das Medikament sehr geholfen (dass ich Angst vorm baldigen Absetzen habe, sei mal dahingestellt).

Alles, alles Gute.
__________________
Die Grausamkeit gehört zu den ältesten Festfreuden der Menschheit...
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  #8 (permalink)  
Alt 26.10.2011, 23:04
3m 3m ist offline
 
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Auffällig ist, dass du dich dich hinter deiner Transgender-Geschichte versteckst und damit dein gesamtes Scheitern bzw. Erkranken erklärst.
Die einzig sinnvolle Lösung wäre wohl, etwas positiver in die Zukunft zu schauen. Motiviert zum Hautarzt zu gehen, sich Iso verschreiben zu lassen und die Kur durchzuziehen.
Was deine Transgender-Sache betrifft, kann ich dir nur empfehlen, so zu leben, wie du es für richtig hälst, was im Endeffekt jedoch nichts mit deiner Akne zu tun hat.
Zu dem Thema möchte ich dennoch hinzufügen bzw. dir den Rat geben, nicht soviel darüber nachzudenken, weil du dich wohl nur hinein steigern wirst (was wohl schon längst geschehen ist). Habe letztens eine Dokumentation mit dem Titel ,,Früher Mama, heute Papa" oder andersherum auf Vox gesehen. Die Medien scheinen großen Gefallen daran gefunden zu haben und meine Meinung möchte ich dazu gar nicht erst breit schlagen!
Denk einfach daran, deine Akne in den Griff zu bekommen!
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