@crunchy
Erstaunt dich die Antwort dieses Professors etwa? Ich dachte, es sei hier drin jedem klar, dass die in diesem Thread empfohlene Ernährungsweise der offiziellen Lehrmeinung fundamental widerspricht. Ich habe deshalb ja auch schon in der Einleitung zu diesem Thread darauf hingewiesen, dass wir es hier mit einer sog. "Aussenseiterdiät" zu tun haben.
Dass gesättigte Fette für jedes erdenkliche Volksleiden verantwortlich gemacht werden und dafür die einfach- und mehrfach-ungesättigten Fette als gesund gepriesen werden, ist doch nun wirklich auch nichts Neues. Mit solchen Botschaften werden wir doch tagtäglich in der Werbung förmlich bomardiert. Kennst du zum Beispiel die Werbung für Rama mit Udo Jürgens? Das Produkt wird damit angepriesen, dass es nur halb so viel Fett wie Sahne enthalte und das dieses Fett erst noch pflanzlich (sprich ungesättigt!) sei. Hier wird wieder mal die Botschaft der DGE und anderer Ernährungsfachverbände mustergültig auf den Punkt gebracht. Esst wenig Fett und wenn ihr schon Fett esst, dann doch bitte pflanzliches Fett. Sowas ist wirklich der Gipfel der Volksverdummung. Wirklich schlimm, dass massenweise Leute auf diesen Schwachsinn reinfallen. Hier der Werbeclip auf Youtube:
Warum sich das medizinische Establishment in der Wahl der richtigen Fette irrt, kann ich hier unmölich in wenigen Sätzen zusammenfassen. Um der Komplexität des Themas nur annähernd gerecht zu werden, braucht es mindestens ein Buch. Glücklicherweise gibt es ja mittlerweile genügend gut recherchierte Bücher, wo man genau nachlesen kann, wie es zu dieser Irrmeinung gekommen ist und ich habe in diesem Thread bestimmt schon 20x diese Bücher empfohlen. Ich meine die Bücher und Texte von Uffe Ravnskov, Anthony Colpo, Gary Taubes, Ray Peat, Michael Eades, Chris Masterjohn, Barry Groves, Wolfgang Lutz, Malcolm Kendrick etc.
Crunchy, ich würde an deiner Stelle auch nicht so sehr mit Evolution argumentieren, wenn es doch genügend Studien aus der Gegenwart gibt, die die positive Wirkung einer solchen Ernährungsweise belegen. Dein Professor hat nicht ganz unrecht, wenn er darauf hinweisst, dass man den Gesundheitszustand, die Ernährungsweise und die Lebensweise des Steinzeitmenschen nur ungenau schätzen kann und dass deshalb immer sehr viel Raum für Spekulationen bleibt. Was man relativ eindeutig belegen kann, ist, dass der Zahnverfall erst mit dem Aufkommen des Ackerbaus aufgekommen ist. Auch kann durch Knochenfunde relativ eindeutig nachweisen, dass die Körpergrösse und die Gehirnvolumen mit dem Aufkommen des Ackerbaus abgenommen hat. Die Körpergrösse ist erst im letzten Jahrhundert - wahrscheinlich aufgrund der modernen Wohlstandsernährung mit viel Fleisch und Fett - wieder auf das Niveau der Steinzeit gekommen.
Wie gesagt, würde ich auf die Argumente der Evolution nicht allzu viel Wert legen. Skeptiker lassen sich meiner Erfahrung nach durch gut geplante experimentelle Studien aus der Gegenwart einfacher überzeugen.
Noch zu deiner letzten Frage: Was verstehst du unter sehr hohem Fettkonsum? Klar ist, dass man mehrfach-ungesättigte Fette um jeden Preis meiden sollte und dass die Kalorien hauptsächlich aus Kohlenhydraten und Low-PUFA-Fetten (Milchfett, Rindsfett, Kokosfett, Macadamianussöl etc.) kommen sollten. Ob man innerhalb einer Low-PUFA-Diät mit mehr oder weniger Kohlenhydraten bzw. mehr oder weniger Fett besser fährt, muss jeder für sich selbst entscheiden. Auf einer Insel in Neu Guinea gibts ein Volk, bei dem man bis vor kurzem keinen einzigen Fall von Akne gefunden hat. Die Leute ernähren sich dort traditionellerweise von Wurzelgemüse, mageren Fisch und Kokosnüssen. Mit einer Kohlenhydratanteil von 70% ist die Ernährung dort extrem High Carb und eher Low-Fat. Ich glaube, dass die traditionelle Diät dieses Inselvolkes aus folgenden Gründen perfekt vor Akne schützt. Erstens ist die Diät extrem arm an PUFA's. Die Fettzufuhr ist ja ingesamt schon sehr tief und das wenige Fett, das sie in der Ernährung drin haben, stammt aus Kokosfett, was ja bekanntlich fast gar keine PUFA's enthält. Zweitens stammen die Kohlenhydrate nicht aus Getreide - schon gar nicht aus glutenhaltigem Getreide - sondern aus Wurzelgemüse, was bekanntlich weniger Antinährstoffe enthält und von Aknebetroffenen viel besser vertragen wird. Drittens enthält die Diät nich zu viel aber auch nicht zu wenig hochwertige tierische Proteine aus Fisch. Viertens ist die Ernährung sehr stark basenbildend und liefert sehr viel Kalium und Magnesium, was sehr positiv zu bewerten ist, da ein Kaliummangel mit Akne in Verbindung gebracht wird.
Auch wenn eine High-Carb-Diät unter bestimmten Voraussetzungen hervorragend vor Akne zu schützen scheint, bin ich immer noch der Meinung, dass eine gut zusammengestellte Low bis Mid-Carb-Diät gewisse Vorzüge bringt, z.B. was die Stabilisierung des Blutzuckers betrifft. Auch im Bezug auf eine möglichst lange Lebenserwartung, verspricht eine verminderte Insulinsekretion einige Vorteile.