Hallo spindoctor!
Da ich mich eine Zeit lang interessiert mit den Theorien von Herrn Hamer auseinandergesetzt habe möchte ich kurz meine Meinung dazu äußern. Mir schwirren dazu einige Gedanken im Kopf herum und ich hoffe es wird kein allzu verworrenes und unstrukturiertes Schreibkonstrukt...
Wogegen ich von vornherein äußerst misstrauisch eingestimmt war ist seine Auffassung, für ausnahmslos jede Krankheit die passende Ursache und Heilung zu kennen, Heilung hier also durch die Lösung des entsprechenden Konflikts. Ich dachte mir immer wieder: Selbst wenn der allgemeine Gedankengang stimmen sollte, und jede Krankheit habe ein dramatisches Schockerlebnis mit anschließendem "Konflikt" zur Ursache, so gelang es dem Mann doch überraschend schnell mit der Entschlüsselung und dem Aufstellen eines ausnahmslos gültigen und vor allem kompletten Plans. Ganz nebenbei gesagt sah dieser äußerst simple Plan für mich immer aus wie das medizinische Pendant zu einem wunderschönen Landschaftsfilm (genauere Ausführungen spar ich mir an dieser frühen Stelle).
Die Person Hamer bedarf allein schon wegen etlicher antisemitischer Bemerkungen einer äußerst kritischen Betrachtung, auch schizophrene Züge zeigen sich meiner Meinung nach in manch öffentlich bekanntem Zitat.
Das Schlüsselerlebnis, welches ihn zum Umdenken veranlasste und somit auch für seine jetzigen Überzeugungen "verantwortlich" ist, war bekanntlich der tragische Tod seines Sohnes, in dessen Folge er einen Hodenkrebs entwickelte. Diesen ließ er sich damals operieren, ein Fehler aus seiner heutigen Sicht, denn für ihn sind solche Krebsgeschwüre oder Tumore ein "Heilungsvorgang" des Körpers. Je nach Art des Konfliktes findet seiner Ansicht nach bei "jeder" Krankheit entweder Zelleinschmelzung (Bsp. multiple sklerose) oder Zellvermehrung (Bsp. Hodenkrebs) in der so genannten "ersten Phase" statt, woraufhin es anschließend in der "zweiten Phase", der "Heilphase", genau umgekehrt verläuft.
Nun hat Herr Hamer im Nachhinein, wie bereits erwähnt, die Operation seines Hodenkrebses bereut und rät generell von sämtlichen Eingriffen dieser Art ab. Man müsse "lediglich" den Konflikt beseitigen beziehungsweise ihn gegenstandslos werden lassen, dann würde wieder alles gut werden.
Ich habe mich in Hamers eigenen Fall nur immer wieder gefragt, wie dort wohl die Konfliktlösung ausgesehen hätte? Wohl kaum eine Kontaktaufnahme zu seinem Sohn im Jenseits über ein Medium...
In diesem Zusammenhang zu Deinem eigenen Fall, spindoctor. Zum einen schreibst Du zwar, dass Du für deine Erkrankung (MC) keine(/kaum) ernährungsbedingte Ursachen siehst, schließlich erfreue sich Dein Bruder bester Gesundheit und dieser habe das gleiche gegessen wie Du auch. Vielmehr siehst Du die Scheidung Deiner Eltern und einen damit einhergehenden "unverdauten Konflikt" als die Ursache für Dein Leiden an, nur bleibt mir da als durchschnittlich aufmerksamer Leser nicht verborgen, dass Dein Bruder diesen Konflikt doch ebenso hätte durchmachen müssen, diesem geht es aber glücklicherweise gut.
Auch gerät in Deinem Fall die Theorie von Hamer ins Wanken. Die Scheidung Deiner Eltern muss nun mindestens 15 Jahre zurück liegen. Ich würde mich davor hüten zu sagen, eine Scheidung steckt jedes Kind problemlos weg, ganz im Gegenteil, doch in solch einer langen Zeit sollte man dieses Ereignis mit wachsender Reife "verdaut" haben und Du kannst hier immerhin sachlich davon berichten.
Ein weiterer Kritikpunkt meinerseits an der von Hamer geschaffenen(/entdeckten?) Medizin ist die fehlende Berücksichtigung folgender Punkte:
In seiner Vorstellung ist kein Platz für so etwas wie "genetische Vorbelastung", obwohl doch wirklich keiner leugnen kann, dass Dinge wie Haarausfall oder die Tendenz zu bestimmten Krankheiten nicht gerade selten weitergegeben werden.
Ich erinnere mich an einen Vortrag zur "Germanischen Neuen Medizin", (von der hier die Rede ist, ) an dem der Vortragende zu Beginn einige Krankheiten aufzählt, darunter auch Haarausfall, und zu denen er nach eigenen Angaben die Gründe/Konflikte kennt. Dass der Gute mit äußerst lichtem Haar auftrat fand ich schon sehr interessant und den passenden Konflikt blieb er einem leider schuldig.
Auch kann Hamer mit seiner Theorie nicht begründen, warum bei manchen Stämmen und Volksgruppen keine Fälle von Krebs, Tumoren etc. gefunden werden, Schicksalsschläge werden dort mit Sicherheit auch vorkommen.
Meine größte Kritik an dieser Sichtweise ist jedoch, dass sie die Ernährung viel zu wenig bzw. gar nicht berücksichtigt, da hört es für mich dann auf!
Es gibt zwar durchaus Punkte, auch sehr entscheidende Punkte, wo ich dem Herrn beipflichte, z.B. sollte man dem Körper möglichst wenig Arbeit durch pharmazeutische Mittel abnehmen bzw. ihn dadurch erst krank machen (Impfungen). Auch denke ich, dass Tumore wie auch Hautausschläge in vielen Fällen Heilungsprozesse sind.
Mir sind beim Schreiben mit Sicherheit einige wichtige Punkte wieder entfallen, aber meine Meinung dazu sollte rübergekommen sein.
|