Akne Inversa – Therapie und Infos
Wie kann man Akne Inversa therapieren? Die Acne inversa ist eine häufig schwere Entzündung der Talgdrüsen und Terminalhaarfollikel, vorzugsweise in intertriginösen Arealen wie z.B. Achselhöhle (Achseln), Leistenregion (Leisten) und Gesäßfalte (Po) sowie Brust – Bereich.
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Die „gewöhnliche Akne“, auch Akne vulgaris genannt, tritt vor allem im Jugendalter auf. Wenig bekannt ist allerdings, dass es auch andere Formen der Akne gibt. Bei der sogenannten Akne inversa entzünden sich Talgdrüsen unter den Achseln, in den Leisten, im Brustbereich oder am Po. Mediziner schätzen die gesundheitlichen Folgerisiken der Akne inversa höher ein, als die der gewöhnlichen Akne. Besonders häufig tritt die Akne inversa bei Menschen im Alter von etwa 20 bis 30 Jahren auf, vor allem Frauen sind stark gefährdet. Aber auch alle übrigen Altersklassen können betroffen sein. Vom Medizinportal Onmeda wird diese Variante der Akne als „schwerste Form“ bezeichnet. Im Deutschen Ärzteblatt von 2001 (Autoren: Helmut Breuninger, Volker Wienert) wird die Anzahl der weltweit Betroffenen auf circa 70 Millionen beziffert. Etwa 225.000 bis 3,1 Millionen Erkrankte soll es allein in Deutschland geben.
Krankheitsbild der Akne inversa
An den Stellen, wo die Haut von unterschiedlichen Körperteilen aufeinandertrifft, tritt die Akne inversa am häufigsten auf. Dies kann unter den Achseln sein oder bei Frauen unter der Brustfalte. Im Fachjargon bezeichnet man diese Bereiche als intertriginöse Areale.
Größere Mitesser (Komedonen) sind oftmals die ersten Anzeichen einer Akne inversa. Unter der Haut lassen sich dann kleine Knoten ertasten, die bis auf Erbsengröße anschwellen können. Diese Knoten verursachen aber keine Schmerzen, sie sind indolent. Im nächsten Stadion treten größere und verhärtete Hautareale mit dunklen Verfärbungen auf. In diese können Knoten und Abszesse eingebettet sein. Patienten klagen in diesem Stadium der Erkrankung oft über starke Schmerzen. Diese Schmerzen und das übel riechende austretende Sekret führen oftmals dazu, dass die Erkrankten sich aus dem Alltag zurückziehen.
Im weiteren Verlauf der Akne inversa können Fisteln entstehen, es bilden sich also röhrenförmige Kanäle, die so vorher im Körper nicht vorhanden waren. Durch eventuell auftretende Narben wird der Leidensdruck der Betroffenen weiter erhöht.
Diagnosemöglichkeiten
Treten oben beschriebene Symptome auf, sollte schnellstmöglich ein Arzt aufgesucht werden. Die Akne inversa kann vom Laien leicht mit anderen Krankheiten wie Abszessen an den Schweißdrüsen oder durch Bakterien ausgelöste Furunkel verwechselt werden. Auch die Symptome von Karbunkeln und verschiedener Pilzerkrankungen können denen der Akne inversa ähneln.
Um Verwechselungen auszuschließen, entnehmen die Mediziner Gewebeproben der betroffenen Areale oder in seltenen Fällen auch Blutproben, die anschließend im Labor untersucht werden. Bei Fistelbildungen müssen die erkrankten Areale vor der Operation geröntgt werden, um die Operation genau planen zu können.
Ursache der Akne inversa
Nach heutigen Erkenntnissen sind Verhornungsstörungen der Drüsen der Beginn einer Akne inversa. Im Detail bedeutet dies, dass sich Hornzellen immer weiter vermehren und so den Ausführungsgang der Talgdrüse verstopfen. Kommt es dann zu einer Bakterieninfektion, beispielsweise des Typs Staphylococcus aureus, löst dies wiederum eine Entzündung aus, die ihrerseits dann zur Eiterbildung führt. Durch diesen Eiter entsteht dann eine Zyste, die irgendwann aufbricht. Infolgedessen breitet sich die Krankheit weiter aus.
Risikofaktoren
Was der eigentliche Auslöser der Akne ist, ist immer noch unklar. Schon jetzt klar ist allerdings, dass bestimmte Faktoren den Ausbruch der Krankheit begünstigen. So kann es beispielsweise eine genetische Disposition geben, Hinweis dafür ist ein besonders häufiges Auftreten der Krankheit im Familienkreis. Des Weiteren können viele männliche Hormone im Körper einer mögliche Erkrankung begünstigen. Durch die männlichen Hormone wird vermehrt Talg produziert, was ein schnelleres Verstopfen der Talgausgänge zur Folge haben kann.
Auch das Rauchen gehört zu den Risikofaktoren, denn eine Studie an der Philipps-Universität in Marburg zeigte, dass überdurchschnittliche viele Rauche an dieser Form der Akne erkrankten. Menschen mit Übergewicht sind ebenfalls stark gefährdet, denn ihre Haut ist unterhalb der Fettwülste oftmals feucht und begünstigt so das Ausbrechen einer Akne inversa.
Da die Immunabwehr bei einer Diabetes-Erkrankung nicht voll funktioniert, sind auch Diabetiker Risikopatienten.
Ob Stress, falsche Ernährung und zu enge Kleidung die Krankheit begünstigen können, ist unter Experten noch umstritten. Sicher ist hingegen, dass chronisch auftretende bakterielle Entzündungen den Verlauf der Erkrankung verschärfen können.
Therapiemöglichkeiten
Eine Akne inversa kann konservativ oder operativ behandelt werden. Konservative Möglichkeiten sind beispielsweise die Gabe von Medikamenten. Sind erhöhte männliche Hormone der Auslöser der Krankheit, kann bei Frauen die Gabe von Antiandrogenen und bei Männern von den so genannten 5-alpha Reduktase-Hemmern helfen. Durch Retinoide kann die weitere Verhornung der Talgdrüsen abgeschwächt werden, was sich positiv auf den Verlauf der Krankheit auswirkt.
Mit der Gabe von Antibiotika können die Symptome von bakteriellen Entzündungen abgemildert werden. Ein neues Verfahren, was derzeit noch erforscht wird, ist die Verabreichung von TNF-alpha-Antagonisten. Sie hemmen das „TNF alpha“, welches im Körper Entzündungen verstärkt.
Langfristig gesehen bleibt eine Operation für die Betroffenen aber unumgänglich. Diese kann mit dem Skalpell aber auch mit dem Laser durchgeführt werden. Dabei werden die betroffenen Stellen entfernt, danach wird die angrenzende Haut so verschoben, dass sich die Wunde schließt. Manche Mediziner verschließen die Wunde auch mit Haut aus anderen Körperpartien, wie etwa aus dem Schenkel. Möglich ist es auch, die Wunde offen zu lassen und auf die Selbstheilung der betroffenen Stelle zu hoffen. Nach etwa acht Wochen – manchmal auch länger – sollte die Wunde dann wieder vollständig geschlossen sein.
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